Bremer Suppenengel erwarten höhere Nachfrage: "Probleme werden größer"
Bremer Suppenengel erwarten höhere Nachfrage: "Probleme werden größer"
Um immer mehr hungrige Bedürftige versorgen zu können, betreibt der Verein nun eine neue Küche. Laut Geschäftsführer sei man so imstande, die Zahl der Mahlzeiten zu verdoppeln.
Bis zu 400 Bedürftige versorgen die Bremer Suppenengel täglich mit einer warmen Mahlzeit. In dieser Woche hat die gemeinnützige Einrichtung ihre neue Küche im Ortsteil Buntentor auf dem Gelände von Werkstatt Bremen bezogen. Damit hat der 1997 gegründete Verein seit Langem wieder eine dauerhafte Bleibe gefunden.
Mit der neuen Küche können außerdem perspektivisch mehr Portionen für die Bedürftigen in Bremen gekocht werden. Was am neuen Standort zubereitet wird, bringen die Helferinnen und Helfer an fünf verschiedene Ausgabestellen im gesamten Stadtgebiet – unter anderem am Hauptbahnhof, am Herdentorsteinweg oder vor der Bibliothek in Gröpelingen.
Was die Ehrenamtlichen überall beobachten: Der Bedarf an den spendenfinanzierten Mahlzeiten steigt. "Wir sehen natürlich, dass draußen die Probleme größer werden", sagt Geschäftsführer Peter Valtink.
Das heißt, wir werden auch perspektivisch mehr Essen kochen müssen.
Peter Valtink, Geschäftsführer
Rentnerinnen und Rentner verstärkt zu den Bedürftigen
Vor allem Zugewanderte aus Osteuropa gehören Valtink zufolge zum neueren Kundenstamm. Sie sind auf die Suppenengel angewiesen, um zumindest einmal am Tag eine warme Mahlzeit zu bekommen. Ab Mitte eines Monats nutzen außerdem zunehmend Rentnerinnen und Rentner das Angebot der Suppenengel.
Das Leben sei teurer geworden, vor allem gestiegene Lebensmittelpreise sorgten dafür, dass das Geld knapp werde, so Valtink. Er schätzt, dass die Suppenengel doppelt so viele Portionen am Tag kochen könnten als jetzt. Also 800, vielleicht auch 1.000. Auch dank der modernen Küche. Die alte sei bereits mehrere Jahrzehnte alt gewesen.
Die neue Küche beschert dem Verein außerdem eine langfristige Perspektive. In den vergangenen zwölf Jahren musste die Küche Valtink mehrmals umziehen. Der Umzug vom alten Standort an der Theodor-Heuss-Allee soll vorerst der letzte sein. Der Mietvertrag mit Werkstatt Bremen hat 20 Jahre Laufzeit.
Herd und Ofen sind neu. Die Schränke und Arbeitsflächen haben die Suppenengel günstig bei einem Altenheim in Oldenburg erstanden. Die Kosten von rund 300.000 Euro wurden weitgehend aus Spenden finanziert, so Peter Valtink. Eine Investition, die sich gelohnt habe. Es sei ein gutes Arbeitsumfeld für die insgesamt fast 50, zum allergrößten Teil ehrenamtlichen Helfern.
Nicht nur Essen: Suppenengel bieten mehr
Einer davon ist Heiko Szczesny. Er kommt einmal die Woche vorbei, um mitzuhelfen. "Die neue Küche ist nach unseren Wünschen gestaltet worden. Hier hatten wir das erste Mal die Möglichkeit, sie so aufzubauen, wie wir es brauchen. Sie ist also genau für uns maßgeschneidert."
Darüber hinaus sei die neue Küche heller, habe viele Fenster. Die alte im Souterrain sei dunkel gewesen. Außerdem gibt es nun genügend Platz, um die Brötchen zu schmieren, die gespendeten Lebensmittel zu sortieren oder Kleidung zu lagern. Denn die Suppenengel verteilen nicht nur Essen, sondern auch andere Dinge, die Menschen zum Leben auf der Straße benötigen können. "Klamotten, Schlafsäcke, Isomatten. Was man so draußen eben braucht. Auch das können wir hier gut realisieren", so Valtink.
22.05.2026, 12:10 Uhr
In einer vorherigen Version dieses Textes stand, dass die Bremer Suppenengel ihre neue Küche auf dem Glände des Martinclubs bezogen haben und auch deren Mieter sind. Das ist falsch. Die Bremer Suppenengel sind Mieter der Werkstatt Bremen. Wir haben die Formulierung entsprechend korrigiert.
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 21. Mai 2026, 14:40 Uhr