Verabschiedet Schmid sich mit dem Klassenerhalt von Werder?
Viel Einsatz, wenig Tore: Schmid kämpft gegen seine Flaute
Beim 2:0-Sieg gegen den 1. FC Heidenheim erlebte Romano Schmid am Samstag eine Achterbahn der Gefühle. Am Osterdeich könnte er sich bald auf Abschiedstournee befinden.
Kurz vor der Halbzeit schien Romano Schmid die Welt nicht mehr zu verstehen. Werders Mittelfeldspieler hatte vieles richtig gemacht, sorgte aber dennoch für ungläubige Gesichter im Weser-Stadion.
Der Österreicher rannte frei auf das Tor der Heidenheimer zu und zog an Torwart Frank Feller vorbei, traf dann aber das leere Tor nicht. Zunächst schoss Schmid den Ball an den Pfosten, der zweite Versuch landete am Außennetz.
Konsterniert hielt der 26-Jährige sich die Hände vor das Gesicht. Wenig später konnte er selbige zum Jubeln gen Himmel recken, nachdem er in der 57. Minute mit einer starken Flanke auf Jovan Milosevic den erlösenden Treffer zum 1:0 der Bremer vorbereitete.
Thioune: "Mit seiner Balleroberungsmentalität kann er uns helfen"
Coach Daniel Thioune sprach im Anschluss gar davon, dass Schmid das Tor "sensationell vorbereitet" habe. Zudem sah Thioune bei Schmid "kleine Details" mit großem Input: Zum Beispiel, als der 31-malige Nationalspieler in der 44. Minute nach einer Flanke der Heidenheimer deren Rechtsverteidiger Omar Traoré noch leicht bei einem Kopfball stören konnte, sodass dieser knapp neben dem Bremer Tor landete.
Gerade in der 2. Halbzeit bei 1:0-Führung, als von den Heidenheimern alles nach vorn geworfen wurde, hat man gesehen: Mit seiner Balleroberungsmentalität kann er uns helfen.
Werder-Trainer Daniel Thioune
Thioune hat Werders Formation verändert
Die Vorlage gegen Hoffenheim war Schmids sechster Assist in dieser Saison. In den Wochen zuvor klappte bei ihm, wie beim gesamten Team, kaum etwas. Am Samstag beorderte Thioune ihn nun in eine leicht veränderte Rolle, denn Schmid lief in der 4-3-3-Formation offensiv auf der linken Seite auf.
"Er kriegt weiterhin das Vertrauen. Positionsfremd jetzt ein Stück weit", sagte Thioune zur Systemumstellung. "Aber ich glaube, im Zentrum über den Halbraum zu agieren, hilft ihm so ein bisschen, um aus dem Druck rauszukommen. Er hat bestätigt, wie gut so ein offener Fuß bei ihm sein kann." Ebenjenen nutzte Schmid, als die Heidenheimer ihm zu viel Platz ließen und er die punktgenaue Flanke auf Milosevic schlug.
Schmids Vertrag läuft im kommenden Jahr aus
Im Kampf um den Klassenerhalt wird Werder noch weitere Auftritte von Schmid wie am Samstag benötigen. Doch Werders Nummer 20 hilft sich damit auch selbst, um den nächsten Schritt in der Karriere zu gehen. Schon im vergangenen Sommer war ein Transfer für lange Zeit ein Thema. Erneut wechselte Schmid seinerzeit auch seine Berateragentur. Im Winter wurde nun über einen Transfer zu Leeds United in die englische Premier League spekuliert.
Für Werder ist die Lage nicht ideal, denn Schmids Vertrag an der Weser endet im Sommer 2027. Das heißt: Sofern keine Verlängerung des Vertrags gelingt, könnte der Klub nur noch in diesem Sommer eine Ablösesumme für ihn erhalten.
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 3. März 2026, 18:06 Uhr