CDU will Sprachförderung bei Bremer Kindern zur Pflicht machen
Bremer CDU möchte Kita-Pflichtjahr für Kinder mit Förderbedarf
Die Bürgerschaftsfraktion der CDU will, dass Kinder mit Sprachdefiziten im Land Bremen künftig flächendeckend getestet werden. Sie plant ein verpflichtendes "Basiskompetenzjahr".
Geht es nach der Bremer CDU, müssen die Sprachfähigkeiten von Kindern im vierten Lebensjahr einheitlich und verpflichtend getestet werden. Reichen sie nicht aus, soll das Kind dann das geforderte Basiskompetenzjahr in der Kita absolvieren. Darin müssten neben Sprache auch Fähigkeiten in den Bereichen Mathematik, Sozialverhalten und Motorik gezielt gefördert werden. Eltern, die ihre förderbedürftigen Kinder nicht in die Kita schicken, sollen sanktioniert werden können.
Das Ziel laut CDU: Alle Kinder im Land Bremen, unabhängig von Herkunft und Wohnort, sollen die nötigen Grundlagen für einen erfolgreichen Schulstart erhalten. Mit dem Kita-Brückenjahr, das es aktuell in Bremen gibt, werden laut CDU zu wenige Kinder mit Förderbedarf tatsächlich erreicht.
Regierungsfraktionen widersprechen CDU
Die Bremer Regierungsfraktionen der SPD und Linken weisen die Forderung der CDU nach einem "Basiskompetenzjahr" für förderbedürftige Vorschulkinder zurück. Miriam Strunge (Linke) bezeichnete die Forderung als "alten Wein in neuen Schläuchen". Die Bildungsexpertin ihrer Bürgerschaftsfraktion verweist auf das Kita-Brückenjahr, das es in Bremen bereits gibt – und das aus ihrer Sicht gut funktioniert. Anders als von der CDU behauptet, sei das Brückenjahr auch verpflichtend und keine freiwillige Sache.
Den Vorschlag der CDU, Eltern bestrafen zu können, wenn sie ihre förderbedürftigen Kinder nicht in die Kita schicken, lehnt Strunge ab – genau wie Falko Bries, der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion. Um Kinder besser und bedarfsgerechter zu fördern, sei es aus seiner Sicht viel besser, weiter darauf hinzuarbeiten, dass Kita-Gruppen kleiner werden.
Bremens Kinder- und Bildungssenatorin Sascha Aulepp (SPD) begrüßte den CDU-Vorstoß in einer Mitteilung. Zugleich mahnte sie an, dass gesetzliche Vorschriften allein die entsprechenden Familien nicht erreichen würden. "Wir brauchen eine vertrauensvolle Ansprache, die die Familien erreicht, unterstützt und für frühe Bildung wirbt", sagte sie.
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 29. Juli 2025, 19:30 Uhr