Frauen und Comedy? Wie diese Bremerin die Männerdomäne erobern will
Bremerin als einzige Komödiantin auf Stand-Up-Bühne
Mit einer Büttenrede fing es an, nun testet Lea Korte ihre Gags in Bremer Comedy-Clubs. Die 30-Jährige sieht ihre Auftritte aber auch als feministisches Statement.
Streichen, umstellen, Pointe suchen: Lea Korte ist noch nicht lange im Humor-Geschäft. Erst seit einem halben Jahr steht die 30-Jährige auf Comedy-Bühnen. Angefangen hat alles beim Karneval in Bremervörde mit einer Büttenrede. "Da wurde mir gesagt, dass das noch nicht so viele Frauen vor mir gemacht haben. Und da habe ich mir gesagt: Dann machst du das jetzt", erzählt Korte im Gespräch mit buten un binnen.
Ich würde nicht sagen, dass ich dafür ein Talent habe. Dass ich besonders witzig bin, würde ich auch nicht sagen.
Lea Korte
Auch wenn sie oft als einzige Frau auf der Bühne steht: Abschrecken lässt sich Lea davon nicht. Im Gegenteil – dann erst recht. Denn Korte sieht in der niedrigen Frauenquote eine Chance: Nach dem positiven Feedback auf ihre Büttenrede entscheidet sie sich, ihr Glück zu versuchen. Sie hofft, mit ihrem Wirken einen feministischen Beitrag zu leisten. "Es wird oft gesagt, Frauen sind nicht witzig, was nicht stimmt", betont Korte.
Bühne frei für alle, die sich trauen
Lasse Hass gehört zu Craft Comedy, einem Bremer Comedy-Kollektiv. Ihre Open Mics – Abende, an denen die Bühne offen für alle ist – sind eine Art Testlabor für Comedians aus der Region. "Für uns ist das vor allen Dingen eine Chance, Leuten eine Bühne zu bieten", sagt Hass. "Die haben die Möglichkeit, die Sachen vorzutragen, die sie sich zu Hause im Kämmerlein überlegt haben und sich gedacht haben: Boah, das ist unfassbar witzig. Und jetzt können sie überprüfen, ob das auch stimmt."
Als erfahrener Comedian weiß auch Hass: "Grundsätzlich gibt es immer sehr viel mehr Männer, die auftreten, als Frauen." Als mögliche Ursache vermutet er: "Ich glaube, das ist ein bisschen vom männlichen Narzissmus getrieben. Von wegen: 'Ey, ich bin so witzig, die Leute lachen immer so viel, wenn ich was erzähle.'"
Dass die Comedy-Szene in Deutschland von Männern dominiert wird, soll Frauen aber nicht abschrecken. Bei einem Open Mic ruft Hass schließlich Korte auf die Bühne – und zwar als "einzige Dame des Abends". Nach nur ein paar Minuten ist die 30-Jährige um einige Erfahrungen – und ein paar Lacher – reicher.
Neulich war ich im Supermarkt und hinter mir stand ein älterer Herr an der Kasse. Dann wollte ich gerade bezahlen, ganz normal, mit meiner Apple Watch. Dann guckte mich der ältere Mann so an und sagte: "Was haben Sie denn da gerade gemacht?" Dann sagte ich zu ihm: "Ich habe gerade mit der Zeit bezahlt, aber an Ihrer Stelle würde ich das nicht mehr machen."
Lea Korte
Nach ihrem Auftritt zieht Korte ein positives Fazit: "War super, hat Spaß gemacht. Ein paar Sachen kamen gut an, manche nicht so. Aber das ist auch okay." Ausprobieren wird Lea Korte es weiter – auch wenn es nur ein Hobby bleiben soll.
Zwischen Herkunft und Humor: Stand-Up-Comedy in Bremen-Nord
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 23. Oktober 2026, 19:30 Uhr