Interview
Ehrentag in Bremen: Wieso Menschen sich ehrenamtlich engagieren
Ehrentag in Bremen: Wieso Menschen sich ehrenamtlich engagieren
In Deutschland wird am 23. Mai zum ersten Mal der Ehrentag gefeiert. An ihm werden Ehrenamtliche für ihre Arbeit gewürdigt. Ihre Beweggründe erläutert die Freiwilligenagentur Bremen.
Anlässlich des bundesweiten Ehrentags stellen Ehrenamtliche Initiativen ihre Angebote vor – um die freiwillige Arbeit engagierter Bürgerinnen und Bürger zu würdigen und um neue Menschen für das Ehrenamt zu begeistern. Auch in Bremen gibt es Aktionen.
Frank Mayer von der Freiwilligenagentur Bremen erklärt das Ziel des Ehrentages und wie es um das Ehrenamt in Bremen steht.
Herr Mayer, warum gibt es den Ehrentag und was soll er bewirken?
Das ist eine Idee des Bundespräsidenten, der gesagt hat: Das Grundgesetz wird 77 Jahre alt, das sollten wir feiern. Das ist jetzt am Pfingstsamstag, der Tag wird zum ersten Mal begangen. Wir sind gespannt, wie es funktioniert.
Was ist das Ziel des Ehrentags?
Man hat festgestellt, dass die Demokratie ausbaufähig ist – also die Demokratie in der Mehrheit zur Partizipation. Und dann kam man auf die Idee, dass man das stärken könnte durch das Ehrenamt.
Reicht denn so ein Tag, um freiwilliges Engagement zu würdigen?
Bei uns nicht. Wir ehren die Ehrenamtlichen jeden Tag. Der Ehrentag beschränkt sich bei uns auch nicht nur auf einen Tag, sondern es ist eine Aktionswoche, die hat jetzt am Montag angefangen und findet am Pfingstsonntag ihren Abschluss in der Kassenhalle der ehemaligen Landesbank in der Bremer Innenstadt. Dabei sind unter anderem Sozialsenatorin Claudia Schilling und die Landeszentrale für politische Bildung. Es ist eine offene Veranstaltung, kommen Sie dazu!
Gibt es noch genug Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren?
Ich sitze ja nun an der Quelle – und bei uns melden sich sehr viele Leute. Aber ich würde sagen, es deckt bei Weitem nicht den Bedarf. Man weiß aus den Medien oder dem eigenen Umfeld, dass es viel zu tun gibt in diesem Land. Also nur her mit den Leuten.
Wie gehe ich vor, wenn ich mich ehrenamtlich engagieren möchte?
In Bremen sind wir, die Freiwilligenagentur, dafür da. Man kann bei uns auf die Homepage gucken oder uns anrufen. Es gibt sehr nette Kollegen, die bei uns in Bremen jeden Tag von 15 bis 17 Uhr in der Stadtbibliothek sitzen. Wenn man ein paar Vorstellungen hat, ist es für ein erstes Beratungsgespräch schon ganz gut. Also, wenn man weiß, was man für ein Zeitbudget hat und welche Menschen man mit seinem Engagement beglücken möchte.
Was bringt es mir denn, wenn ich mich ehrenamtlich engagiere?
Es geht viel um Selbstwirksamkeit, also man bewirkt etwas, indem man anderen Menschen hilft. Das gibt ein gutes Gefühl. Und man darf auch dabei Spaß haben. In diversen Umfragen sind Punkte "Spaß haben" und "andere Menschen kennenlernen" auf den ersten beiden Plätzen bei den Ehrenamtlichen.
Sie selbst betreuen mehrere Freiwilligenprogramme. Was bewirken Sie mit diesen Angeboten?
In dem Programm Lesezeit geht es darum, dass lebenserfahrene Erwachsene in die Grundschule gehen und die Kinder unterstützen beim Lesenlernen. Das Programm Doppeldenker hilft Kindern in der Mathematik. Wir haben es so genannt, weil es für den Erwachsenen nicht immer einfach ist, den Lösungsweg von Kindern nachzuvollziehen. Das Kind muss über die Aufgabe nachdenken und der Erwachsene muss darüber nachdenken, wie das Kind diese Aufgabe gelöst hat, weil es ihn bei dem Lösungsweg unterstützen muss.
Das Interview führte Andree Pfitzner für Bremen Zwei. Aufgeschrieben und redigiert hat es Helena Bizarmanis für butenunbinnen.de.
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 22. Mai 2026, 10:14 Uhr