Wegen Sparkurs: Mercedes-Mitarbeiter legen Bremer Werk lahm
Bremer Mercedes-Mitarbeiter protestieren gegen Sparkurs
Rund 4.000 Beschäftigte von Mercedes-Benz haben in Bremen vor den Werkstoren demonstriert. Beschäftigte aller deutschen Werke wehren sich gegen den Sparkurs der Konzernspitze.
Für gut anderthalb Stunden haben die Bremer Mercedes-Beschäftigten an diesem Freitag das Sebaldsbrücker Werk lahmgelegt. "Damit wir wollen ein klares Signal an den Vorstand senden", sagte Betriebsratsvorsitzender Michael Peters. Die Belegschaft sei bereit, Widerstand gegen den Sparkurs des Konzerns zu leisten. Besonders die Kollegen in Bremen verstünden die Sparpläne nicht, da das Werk ausgelastet sei.
Wir sind voll ausgelastet. Wir haben den neuen elektrischen GLC. Der kommt aus Bremen. Wir fahren in 3 Schichten. Wir fahren rund um die Uhr. Wir fahren Sonderschichten. Und dann solche Angriffe vom Vorstand, das versteht kein Mensch.
Michael Peters, Betriebsratsvorsitzender bei Mercedes
Der Vorstand des Autobauers hatte vergangene Woche angekündigt, dass vor allem die Arbeitskosten gesenkt werden müssten. Und auch Verwaltungsaufgaben sollen an kostengünstigere Standorte im Ausland verlagert werden. Nur so könne Mercedes wettbewerbsfähig bleiben, heißt es in einem Schreiben an die Beschäftigten. Hintergrund ist ein Gewinneinbruch des Konzerns.
Als Sofortmaßnahme hat der Konzern bereits entschieden, eine tarifliche Sonderzahlung an die Beschäftigten vorerst nicht auszuzahlen, sondern ins kommende Jahr zu verschieben. Außerdem fordert Mercedes, dass die Beschäftigten in Zukunft für das gleiche Geld länger arbeiten sollen. In den kommenden Wochen will das Unternehmen mit Betriebsrat und Gewerkschaften Details zu den Einsparmöglichkeiten verhandeln.
Mercedes-Mitarbeiter demonstrieren gegen Sparkurs – auch in Bremen
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 3. Juli 2026, 12 Uhr