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Warum Nadelkraut für die Natur in Bremen gefährlich werden kann

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Wie Bremer Wassersportler unter der Sperrung des Werdersees leiden

Die invasive Pflanze "Nadelkraut" macht sich auch in Huchtinger Gewässern breit. Bild: dpa | imageBROKER | TUNS
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Kleines Gewächs, große Probleme: Um Ausbreitung des Nadelkrautes zu verhindern, wird es aus Teichen in Huchting entfernt. Denn, die Pflanze schadet der Natur.

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Ein zierlicher, rund 20 Zentimeter hoher Stängel samt kleinen, grünen Blattpärchen – recht unspektakulär sieht die Teichpflanze "Nadelkraut" aus. In Bremen macht dieses kleine Gewächs allerdings große Probleme. Weil sich das Nadelkraut so schnell verbreitet und so ganze Gewässer bedecken kann, wird es derzeit entfernt.

Und das ausgerechnet während in Bremen noch eine weitere Pflanze für Ärger sorgt: Die sogenannte Wasserpest wuchert derzeit im Werdersee. Deshalb herrscht dort größtenteils Badeverbot.  

Woher kommt das Nadelkraut?

Das Nadelkraut, auch unter der wissenschaftlichen Bezeichnung "Crassula helmsii" bekannt, ist eine sogenannte invasive Art. Sie ist in Bremen also gebietsfremd – ursprünglich ist die Pflanze in Neuseeland und Australien heimisch. In Deutschland stehe das Nadelkraut auf der sogenannten Schwarzen Liste, das ist die Frühwarnliste des Bundesamtes für Naturschutz, teilt der Naturschutzbund (Nabu) mit: "Nach Europa kam es vermutlich über Aquarianer, die den Inhalt ihrer Aquarien möglicherweise in der freien Landschaft entsorgten."

Die Wasserpest bildet einen grünen Pflanzenteppich im und auf dem Bremer Werdersee.
So sieht die Wasserpest im Werdersee aus. Bild: Radio Bremen

Auch die Wasserpest im Werdersee ist eine invasive Art. Ursprünglich stammt sie aus Nordamerika – erstmalig wurde die Pflanze in den 1930er Jahren in Europa gesichtet. Mittlerweile hat sie sich insbesondere in Nordwest- und Westdeutschland ausgebreitet.

Das Nadelkraut ist in Deutschland vor mehr als 40 Jahren gefunden worden. Nach Angaben des Umweltressorts komme das Nadelkraut derzeit ausschließlich in Gewässern auf der linken Weserseite vor. Neben der Wasserströmung, verteilen Wasservögel und andere Tiere das Gewächs – durch Pflanzenteile, die sie in andere Gewässer tragen. Aber auch Menschen, durch Pflanzenüberreste an Schuhen und Kleidung, sowie Maschinen tragen zur Ausbreitung bei.

Was wird gegen die Ausbreitung in Bremen getan?

Ein aktuelles Beispiel sind die aktuellen Arbeiten im Naturerlebnisbereich Huchtinger Fleet im Park Links der Weser. Laut Umweltressort habe sich die invasive Pflanze dort zunehmend ausgebreitet – dagegen wird nun vorgegangen.

"Die Gewässer werden entkrautet und Bodenproben entnommen, um die Wurzeln des Nadelkrauts gezielt zu erfassen", heißt es im Protokoll des Beirates Huchting, in dessen Sitzung das Vorgehen erklärt wurde. Das Nadelkraut wird also samt Wurzel komplett entfernt.

Dieser Aushub werde anschließend in einem nicht direkt am Gewässer liegenden Depot gelagert und mit einer etwa 50 Zentimeter dicken Sandschicht abgedeckt – in der Hoffnung, dass das Nadelkraut nicht durch den Sand durchkommt. Diese Sandmenge sei das Minimum, das für das Absterben des Nadelkrauts ausreichen sollte.

Beseitigung des Krauts ist komplex

"Für eine effektive Bekämpfung ist es erforderlich, das Grundwasser für rund fünf Tage abzusenken", so das Protokoll. Das abgepumpte Wasser werde dabei gefiltert und anschließend ins Fleet eingeleitet. Dieses Vorgehen habe keine negativen Auswirkungen auf die Bäume und die Tiere. Das mit Sand bedeckte, entfernte Nadelkraut soll weder kompostiert noch verbrannt werden, heißt es weiter: "Aufgrund der Zusammensetzung kann der Aushub weder in eine Verbrennungs- noch in eine Biogasanlage gebracht werden." Die Entsorgung übernehme eine niederländische Firma.

So soll eine neue Ausbreitung verhindert werden

Eine erneute Ausbreitung soll durch Ansaaten und Vegetationsmatten im Uferbereich verhindert werden. Ziel dieser Arbeiten sei nicht nur, das Nadelkraut zu bekämpfen, sondern auch die betroffenen Gewässer zu renaturieren. Das bedeutet, es wird versucht, den naturnahen Zustand des beschädigten Ökosystems wiederherzustellen.

Die Arbeiten sollen Geschwindigkeit und Risiko der Ausbreitung reduzieren, so der Plan: "Für eine Eliminierung ist die Verbreitung bereits zu weit fortgeschritten." Nach den Arbeiten müsse beobachtet werden, in wie weit sich das Kraut nach den abgeschlossenen Arbeiten wieder ausbreitet.

Laut Sitzungsprotokoll des Beirates Huchting sollen nun vorrangig die Hotspots bekämpft werden, um die Dominanz zu brechen: "In den nächsten Jahren soll das Nadelkraut per Hand an den Fundstellen entnommen werden, da es günstiger ist."

Wie lange dauern die Arbeiten in Huchting?

Die Arbeiten im Park Links der Weser dauern mehrere Monate an, zehn Wochen sind angesetzt. Voraussichtlich sollen sie Mitte September beendet werden, informiert das Umweltressort.

Währenddessen ist der Naturerlebnisbereich abgesperrt. Das Projekt kostet etwa eine Million Euro und wird zu 90 Prozent vom Bund gefördert.

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Warum die Schlingpflanze Wasserpest im Werdersee problematisch wird

Bild: Radio Bremen
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Autorin

Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. Juli 2025, 19:30 Uhr