Radfahren in Bremerhaven – was nervt und was sich gebessert hat

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Ein Baugerüst auf einer Straße.

Radfahren in Bremerhaven - was nervt und was sich gebessert hat

An dieser Dauerbaustelle in der Bremerhavener Hafenstraße wird es ziemlich eng auf dem Rad. Bild: Radio Bremen | Nils Fricke
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Dauerbaustellen, fehlende Radwege, huckeliger Straßenbelag - Bremerhaven stellt Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer vor viele Herausforderungen. Der ADFC nennt Tops und Flops.

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Seit etwa 2019 hat sich für den Radverkehr in Bremerhaven schon viel getan, sagt Hans-Joachim Schmeck-Lindenau vom Bremerhavener ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V.). Die Ausgangssituation sei aber auch schrecklich gewesen. Durch die Haushaltsschwierigkeiten der Stadt seien zuletzt wieder einige Projekte auf Eis gelegt worden, so Schmeck-Lindenau.

Diese drei Strecken sind für den ADFC ein Flop:

1 Linksabbiegen südlich der Kennedybrücke

Ein Mann auf einem Fahrrad zwischen vielen Autos
An dieser Kreuzung vor der Bremerhavener Kennedy-Brücke müssen sich Radfahrende zwischen den Autos hindurchschlängeln. Bild: Radio Bremen | Nils Fricke

Die Kreuzung Columbusstraße-Borriesstraße in Geestemünde direkt vor der Kennedybrücke wurde erst 2022/23 neu gestaltet. Aber trotz Umgestaltung gibt es nur eine von vier möglichen Linksabbiegerspuren für Radfahrerinnen und Radfahrer. Deshalb müssen sie sich hier durch den fließenden Autoverkehr hindurchschlängeln. Von Süden aus beginnt ein Fahrradweg, dann endet dieser und leitet wieder auf die Straße. Beim Einbiegen in die Borriesstraße muss man über zwei Spuren hinweg auf die andere Straßenseite. Gleichzeitig kommt dort auch eine Busspur auf der anderen Seite entgegen. Beim Linksabbiegen stehen Radfahrerinnen und Radfahrer dann genau in der Mitte einer viel befahrenen Kreuzung und müssen erstmal den Gegenverkehr abwarten.

2 Bismarckstraße in Geestemünde zwischen Hauptbahnhof und Stadtmitte

eine straße auf der ein fahrradweg liegt
Fehlende Radwege an engen Stellen im Straßenverkehr machen den Weg durch Geestemünde gefährlich. Bild: Radio Bremen | Nils Fricke

Auf der Bismarckstraße in Geestemünde fährt man die meiste Zeit direkt auf der Straße neben den fahrenden und parkenden Autos. Zeitweilig werden Fahrräder von der Straße auf die Gehwege gelenkt. Beim Abbiegen aus der Schillerstraße in die Bismarckstraße muss mitten im Autoverkehr eine komplette Bushaltestelle umfahren werden. Am Elbinger Platz führt der Fahrradweg sogar durch eine Bushaltestelle hindurch. Wartende Fahrgäste und Menschen auf dem Rad behindern sich also gegenseitig. Spätestens an der Hauptkreuzung am Elbinger Platz steigen wohl die meisten Menschen vom Rad ab. Sonst müsste man mit dem Fahrrad auf eine viel befahrene und sehr komplexe Kreuzung von Georgstraße, Elbestraße und Columbusstraße fahren.

3 Vieländer Weg am Wulsdorfer Bahnhof

Fahrräder unter einem Unterstand an einer Straße
Am Wulsdorfer Bahnhof befindet sich ein Fahrrad-Unterstand, aber die angrenzende Straße hat keinen Fahrradweg. Bild: Radio Bremen | Nils Fricke

Der Vieländer Weg ist eine vielbefahrene Ost-West-Route, die über die Bahngleise am Wulsdorfer Bahnhof führt. Hier müssen Radfahrerinnen und Radfahrer direkt auf der Straße fahren. Einige nutzen hier den Gehweg – das ist aufgrund der geringen Breite aber eigentlich verboten. Teilweise gibt es auch gar keinen Gehweg. Besonders irritierend: Hier befindet sich ein Unterstand für Fahrräder am Fahrstuhl zum Wulsdorfer Bahnhof.

Diese drei Maßnahmen findet der ADFC gut für den Radverkehr:

1 Fahr(G)Rad 8° im Süden Bremerhavens

Ein Schild mit der Aufschrift Fahrradstraße.
Der "Fahr(G)Rad 8°" ist eine "echte" Fahrradstraße, also sind Autos hier komplett verboten. Bild: Radio Bremen | Nils Fricke

Der Fahr(G)Rad 8° ist eine drei Kilometer lange Fahrradstraße, die parallel zum Fischereihafen verläuft. 2023 wurde das Projekt fertiggestellt und verbindet jetzt Geestemünde mit der südlichen Stadtgrenze. Auf dem Weg fahren keine Autos, es ist also eine "echte" Fahrradstraße nur für Fahrräder und Fußgänger – anders als in der Prager Straße in der Innenstadt. Die wird zwar auch als Fahrradstraße bezeichnet, Radfahrerinnen und Radfahrer haben dort aber lediglich Vorrang.

2 Grüne und beleuchtete Wege

Eine Solarlampe vor einem Gebäude
Solche Solarleuchten erhellen nachts den gesamten "Fahr(G)rad 8°". Bild: Radio Bremen | Nils Fricke

Besonders die Wege durchs Grüne in Bremerhaven hebt der ADFC hervor. An Strecken wie dem "Fahr(G)Rad8°", an der Neuen Aue oder auch im Bürgerpark ist viel Beleuchtung geschaffen worden. Auch über solarbetriebene Lampen. Durch einen Mindestabstand von 1,60 Metern zwischen Sperrpfosten sind die Wege auch für breitere Fahrzeuge wie Dreiräder oder Rollstühle nutzbar. Auf diesen "grünen Wegen" können lange Strecken zurückgelegt werden, ohne dabei eine größere Hauptstraße zu kreuzen.

3 Rotfärbung von Radwegen bei Vorfahrt

Wenn ein Fahrradweg eine Straße kreuzt, ignorieren Autofahrer dort häufig die Vorfahrt der Menschen, die mit dem Rad unterwegs sind. An 140 Stellen in Bremerhaven wurden deshalb in den letzten Jahren Radwege rot gefärbt. Das sei eine gute Maßnahme für die Sicherheit von Radfahrerinnen und Radfahrern, so Hans-Joachim Schmeck-Lindenau vom ADFC.

Was beim Fahrradfahren in Bremerhaven nervt

Wir haben mit dem Bremerhavener ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) über die Tops und Flops für Radfahrer im Bremerhavener Straßenverkehr gesprochen.

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Bild: Radio Bremen | Nils Fricke

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  • Nils Fricke
    Nils Fricke

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Sonntag aus Bremerhaven, 21. Juni 2026, 12:40 Uhr