Meinungsmelder
Stadtteil-Check: Hier ist Bremen am dreckigsten, hier am saubersten
In diesen Bremer Stadtteilen schlägt Dreck auf die Lebensqualität
Unser Stadtteil-Check zeigt: Je sauberer ein Stadtteil im Land Bremen ist, desto besser kommt er bei den Meinungsmeldern weg. Welcher Stadtteil vorn und welcher hinten liegt.
Wäre Bremen nicht so dreckig, wäre die Lebensqualität im Zwei-Städte-Staat deutlich höher – so sehen es zumindest die knapp 5.000 Radio-Bremen-Meinungsmelder, die sich an unserem Stadtteil-Check beteiligt haben. Sie haben nach elf Kriterien Schulnoten für die Stadtteile vergeben, in denen sie leben.
Bremen hat auf jeden Fall Potenzial. Aber die illegalen Schmierereien an den vielen Hauswänden sowie den Dreck und Müll, den die Menschen hinterlassen, muss man sich wegdenken.
57-jährige Meinungsmelderin aus der Neustadt
Die mangelnde Sauberkeit vieler Stadtteile empfinden die Befragten als so störend, dass sie das Land Bremen in dieser Kategorie schlechter bewerten als in allen anderen Bereichen, durchschnittlich mit einer 3,7. Zur Orientierung: Die beste Note, eine 2,5, vergeben die Meinungsmelderinnen und Meinungsmelder für die Kategorie "Wohnen" im Land Bremen.
In Sachen Sauberkeit schneidet Gröpelingen besonders schlecht ab. Die Meinungsmelder geben dem Stadtteil im Bremer Westen eine 5,6. Auf den weiteren hinteren Plätzen in diesem Negativ-Ranking folgen Blumenthal (4,5), Bremen-Mitte (4,4) sowie Huchting, Hemelingen und Bremerhaven-Lehe (je 4,3). Die saubersten Stadtteile sind den Meinungsmeldern zufolge Borgfeld und Oberneuland. Diese Stadtteile erhalten die Note 2,1.
Schulnoten für die Sauberkeit der Stadtteile
Was an Bremen besonders dreckig ist
Die Befragten machen ihre Kritik an der mangelnden Sauberkeit an verschiedenen Faktoren fest. So spricht eine 50-jährige Meinungsmelderin aus Gröpelingen von wilden Müllhalden an vielen Straßenecken: "Speziell an den Containerplätzen wird alles abgestellt, was nicht mehr gebraucht wird."
Andere Befragte kritisieren den Müll, der sich bei größeren Events wie Werderspielen auf den Straßen sammele. So sagt ein 59-jähriger Meinungsmelder aus der Östlichen Vorstadt: "Oft hinterlassen Besucher ihren Müll in den Seitenstraßen und verzichten häufig auf die Nutzung der Toiletten in der Gastronomie."
Schließlich klagen viele Befragte über wilde Mülldeponien, über Hundekot auf der Straße, über Rattenbefall und über Zigarettenkippen. Manche bemängeln auch alles zusammen.
An vielen Ecken liegt widerrechtlich entsorgter Müll, und viele Hundebesitzer "vergessen", die Hinterlassenschaften ihrer Hunde mitzunehmen. Die Taubenplage ist sehr lästig, insbesondere da es Personen gibt, die die Tauben füttern. Gerade bei Brot freuen sich auch die Ratten.
61-jähriger Meinungsmelder aus Findorff
Sauberkeit und Lebensqualität hängen eng zusammen
Ins Auge fällt, dass für viele Befragte die Sauberkeit und die Lebensqualität in einem Stadtteil offenbar eng zusammenhängen. So schneiden bei der Frage nach der Lebensqualität jene Quartiere am schlechtesten ab, die den Meinungsmeldern zufolge auch zu den dreckigsten gehören: Gröpelingen (Note 4,0), Blumenthal und Huchting (je 3,6).
Die höchste Lebensqualität bescheinigen die Befragten Borgfeld (2,3) und Schwachhausen (2,4). Beide Stadtteile gehören laut Meinungsmeldern auch zu den saubersten im Land Bremen.
Schulnoten für die Lebensqualität in den Stadtteilen
Umweltressort will nachbessern
Das Bremer Umweltressort teilt unterdessen mit, dass Bremen eventuell die Bußgelder für Müllsünder anheben wolle. Bereits beschlossen habe der Senat, dass der Außendienst der Bremer Stadtreinigung gestärkt wird.
Auch wolle Bremen die Entsorgungsangebote ausbauen. Dazu zählten Pilotprojekte wie Sperrmülltage in den Quartieren, kombiniert mit Tauschbörsen. Außerdem wolle die Stadt Bremen zusätzliche Abfallbehälter aufstellen.
Stadtteil-Check: Wie lebt es sich in Ihrer Gegend?
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 5. Mai 2026, 8:40 Uhr