Fragen & Antworten

Spektakulärer Fund: Wie der "Panzer" in Nordholz unter die Erde kam

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Dieser "Panzer" lag über 80 Jahre unter dem Marineflugplatz in Nordholz

Nach mehr als 80 Jahren wurde das Sturmgeschütz nun ausgegraben. Bild: Archäologische Denkmalpflege Landkreis Cuxhaven | A. Hüser
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Das Panzerfahrzeug aus dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem Fliegerhorst im Kreis Cuxhaven bei Bauarbeiten entdeckt. Im August soll es in ein Museum kommen.

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Das Sturmgeschütz tauchte im Mai bei Baggerarbeiten an der Südseite des Nordholzer Marineflugplatzes auf. Das Besondere: Laut Cuxhavener Kreisarchäologen Dr. Andreas Hüser befindet sich das Panzerfahrzeug in einem hervorragenden Zustand. Das gibt es nur selten.

Was passiert jetzt mit dem Sturmgeschütz?

Das Sturmgeschütz wurde von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden übergeben. Im August wird das Sturmgeschütz aus Nordholz aber erst einmal in das Panzermuseum in Munster transportiert. Dort wird es dann voraussichtlich innerhalb kurzer Zeit ausgestellt. In Munster wird das Sturmgeschütz allerdings nur befristet ausgestellt. Wie lange ist noch unklar. Perspektivisch wird das Panzerfahrzeug dann Teil des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden werden.

Ein Panzer steht auf einer Wiese.
Bild: Radio Bremen | Nils Fricke

Warum war das Sturmgeschütz in Nordholz vergraben?

Das Sturmgeschütz wurde kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von den Alliierten in Nordholz verklappt. Dafür wurde es in einen ehemaligen Verteidigungsgraben gefahren und mit Sand bedeckt.

Wir gehen davon aus, dass es systematisch entsorgt worden ist. Es gibt Wallgrabenstrukturen, die heute nicht mehr zu sehen sind. Da hat man den reingefahren und mit einer Raupe Sand über das Fahrzeug geschoben. Dadurch, dass der Boden sehr sandig ist, hat es sich entsprechend gut erhalten.

Ein Mann, Dr. Andreas Hüser, Cuxhavener Kreisarchäologe, steht vor einem Sturmgeschütz auf dem Flugplatz in Nordholz, das ausgegraben wurde
Dr. Andreas Hüser, Cuxhavener Kreisarchäologe

Bis in die letzten Tage des Krieges verteidigte die Wehrmacht ihre Stellungen in Nordholz. Das Sturmgeschütz kam dabei zum Einsatz. Nach der Kapitulation der Wehrmacht im Mai 1945 entsorgten die Alliierten den Kriegschrott in Bombenkratern oder Verteidigungsgräben.

Sind noch weitere Funde aus dem Zweiten Weltkrieg in Nordholz zu erwarten?

Der Marineflugplatz in Nordholz wird noch bis 2035 modernisiert. Es ist gut möglich, dass während der Bauarbeiten weitere Fahrzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg auftauchen. Die würden allerdings nur dann geborgen werden, wenn sie die Bauarbeiten behindern, gefährlich sind oder es ein besonderes Interesse der Wissenschaft gibt. Sollte das nicht der Fall sein, will die BImA mögliche Funde unter der Erde lassen. Nach weiteren Militärfahrzeugen wird nicht aktiv gesucht.

Bild eines Sturmgeschützes in einer Sandkuhle
Bild: Archäologische Denkmalpflege Landkreis Cuxhaven | A. Hüser

Wie wurde das Sturmgeschütz im Zweiten Weltkrieg eingesetzt?

Bei dem in Nordholz gefundenen Panzerfahrzeug handelt es sich um das Sturmgeschütz III. Es handelt sich dabei nicht um einen Panzer. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Panzer, der durch seinen drehbaren Aufbau in alle Richtungen zielen kann, ist das Rohr, durch das geschossen wird, beim Sturmgeschütz fest montiert.

Das Sturmgeschütz wurde für die Panzerjagd eingesetzt. 16 Ringe an dem Geschützrohr des Nordholzer Sturmgeschützes weisen auf genauso viele abgeschossene Panzer hin. Die Ringe sind heute noch zu sehen. Das Sturmgeschütz III war im Zweiten Weltkrieg mit vier Soldaten besetzt.

Diesen "Panzer" hat ein Bauarbeiter durch Zufall im Boden gefunden

Das Sturmgeschütz III der Wehrmacht wurde im Mai bei Bauarbeiten gefunden. Unter dem Gelände der Marine in Nordholz werden weitere Fahrzeuge vermutet.

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Bild: Radio Bremen | Nils Fricke

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. Juni 2026, 19:30 Uhr