Werder-Trainer Steffen: "Wir wissen, dass es direkt zur Sache geht"

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Horst Steffen im Studio bei Bremen Eins

Werder-Trainer Steffen: "Wir wissen, dass es direkt zur Sache geht"

Horst Steffen ist Ole Werners Nachfolger an der Seitenlinie der Werder-Profis. Bild: Radio Bremen | Tammo Jans
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Horst Steffen war am Mittwoch zu Gast bei Radio Bremen. Er sprach über das Spiel in Bielefeld, die verbleibenden Wochen der Transferperiode und die Nachwuchsförderung.

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Braun gebrannt und im weißen Kurzarmhemd schlendert Horst Steffen von der Weser kommend Richtung Funkhaus. Die Sonne knallt, Steffen grinst. Für ihn ist es der erste Besuch bei Radio Bremen.

Am Freitagabend gibt der 56-Jährige sein Pflichtspieldebüt als Werder-Trainer. Im DFB-Pokal – ausgerechnet gegen Vorjahresfinalist Arminia Bielefeld. "Einfach wird es nicht. Aber das will auch keiner. Es ist klar, dass wir mit Bielefeld ein Los gezogen haben, das herausfordernd sein wird", sagt Steffen über die Arminia, die auf dem Weg ins Endspiel auch die Bremer rausgekegelt hatte.

In der ersten Runde hätte durchaus ein angenehmerer Gegner warten können. "Die Nervosität steigt, aber ich schlafe trotzdem gut", verrät Steffen.

Das Los war nicht so, dass wir alle Juchhu gerufen haben, weil wir eben auch die Vergangenheit kennen. Wir wissen, dass es direkt zur Sache geht.

Horst Steffen über das Erstrundenlos Arminia Bielefeld

Steffen begründet die schwache Vorbereitung

Während Aufsteiger Bielefeld nach zwei Spieltagen mit voller Punktausbeute von der Tabellenspitze der 2. Bundesliga grüßt, blickt Werder auf eine ergebnistechnisch enttäuschende Vorbereitung zurück. Formkrise noch vor dem Saisonstart. Trotzdem geht Steffen hoffnungsvoll in die Partie auf der Bielefelder Alm. "Im Pokal geht es ums Weiterkommen. Da ist die Fokussierung noch einmal eine andere", betont der ehemalige Bundesligaprofi von Uerdingen, Gladbach und Duisburg.

"Wir hatten eine Vorbereitung, in der die Gegner gut waren und wir sicherlich nicht im Vollbesitz unserer Kräfte", sagt Steffen und weist auf die vielen Verletzungen hin, die die Werder-Profis zuletzt erlitten haben: "Wir mussten immer wieder Jungs ersetzen, die Leistungsträger sein können."

Besonders schwer wiegen nach wie vor die Ausfälle von Jens Stage und Mitchell Weiser. Sie werden den Saisonstart verpassen. Durch die Wiederkehr der zuvor angeschlagenen Justin Njinmah, Amos Pieper und Maximilian Wöber komme nun aber "eine gewisse Frische dazu."

Werder wird noch auf dem Transfermarkt aktiv

Die Verletzungsprobleme der vergangenen Wochen und der Abgang von Marvin Ducksch verdeutlichen, dass Werder noch neue Spieler braucht. Sowohl in der Spitze als auch in der Breite. "Aktuell sind wir noch dabei, den Kader zu planen", betont Steffen. Sein Kader sei noch nicht vollzählig: "Es ist so, dass wir Neuzugänge wollen."

Geplant ist laut Sportchef Clemens Fritz noch ein Neuzugang für die Rechtsverteidigerposition und den Mittelsturm. Dürfte sich der offensiv denkende Steffen einen Bundesligastar für den SV Werder wünschen, ohne dabei auf das Portemonnaie achten zu müssen, wäre es Bayerns Torgarant Harry Kane. Ein Wunschtraum. Werder muss sich einige Regale weiter unten bedienen.

Steffen gibt jungen Spieler eine Chance

Doch nicht alle Spieler müssen zwingend von anderen Klubs an die Weser wechseln. Steffen gilt als Förderer junger Talente, gibt ihnen die Chance, sich in der ersten Mannschaft zu beweisen. Bei der SV Elversberg formte er Spieler wie Paul Wanner, Fisnik Asllani und Nick Woltemade. Der Bremer Woltemade spielte von 2022 bis 2023 per Leihe bei Elversberg und war dort unumstrittene Stammkraft.

Auch bei Werders aktuellen Nachwuchsspielern sieht Steffen Potenzial. "Es ist so, dass ich Jungs sehe, die Talent haben", meint Steffen. Bei Werders Testspielen machte allen voran der 18-jährige Offensivspieler Patrice Covic von sich reden.

Gute Atmosphäre ist elementar

Obwohl Steffen Wert auf ein harmonisches Miteinander legt, ist er mit seinen Schützlingen aber nicht dauerhaft auf Schmusekurs. Er kann auch mal auf den Tisch hauen. "Das haben die Leute auch schon im Zillertal miterlebt", erinnert sich Steffen. Er könne bei Bedarf auch sehr ernst und sehr laut werden.

Grundsätzlich sollten sich Spieler wohlfühlen – und dazu sollte ich als Trainer beitragen. Denn wenn man sich wohlfühlt, kann man auch gute Leistungen bringen.

Horst Steffen zur Teamatmosphäre

"Es gilt, das Beste herauszuholen, was gerade möglich ist", beschreibt er seine Philosophie. Ein konkretes Saisonziel setzt er sich nicht, wenngleich aus seiner Sicht ein Platz unter den ersten zehn Klubs wünschenswert wäre. Jetzt heißt es erst einmal: Bielefeld schlagen und in Runde zwei des Pokals einziehen.

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Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 13. August 2025, 8:20 Uhr