Abreise aus dem Zillertal: Ist Werder schon bereit für die Bundesliga?

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Bilanz nach dem 1. Trainingslager: So steht es um Werder

Daniel Thioune ist seit Februar 2026 Werder-Trainer. Für ihn war es das erste Trainingslager im Zillertal, weswegen auch er seine Sangeskünste beim Teamabend demonstrieren musste. Bild: Imago | Nordphoto
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Die Sommervorbereitung in Österreich ist vorbei. Sechs Tage lang hat das Team dort hart geschuftet. Um in der Bundesliga wettbewerbsfähig zu sein, ist es aber noch ein langer Weg.

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Wer 15-mal an denselben Ort reist, dem gefällt es. Zell am Ziller bot den Bremern wie gewohnt ideale Trainingsvoraussetzungen, eine gemütliche Atmosphäre und viel Sonnenschein. Kein Wunder, dass etwa 3.000 Werder-Fans vor Ort waren, um ihren Idolen im schönen Alpenpanorama ganz nah zu sein.

Werders Mannschaft posiert vor dem Hotel "Das Posthotel"
Werders Fußballer waren im Posthotel in Zell am Ziller untergebracht. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

"Die Bedingungen waren optimal", resümierte Geschäftsführer Clemens Fritz kurz vor der Abreise: "Ob es das Hotel war, die Trainingsplätze oder das Wetter: Es hat wirklich alles gepasst." Auch Coach Daniel Thioune gefiel sein erster Trainingslager-Aufenthalt mit Werder bestens – auch wenn er nur auf einen dezimierten Kader zurückgreifen konnte.

Leistungsträger fehlen im Trainingslager

Obwohl Routinier Mitchell Weiser mit im Zillertal war und seinem Bundesliga-Comeback entgegenfiebert, konnte Thioune im Zillertal bei Weitem nicht aus dem Vollen schöpfen. Das lag auch daran, dass ein Großteil der Österreich-Fraktion fehlte. So war lediglich Marco Grüll mit von der Partie. Seine Landsmänner Marco Friedl, Romano Schmid und Alexander Schlager nahmen nicht am Trainingslager teil.

Die Spieler des SV Werder fahren Fahrrad
Die Zeit im Zillertal verbrachten die Werder-Profis nicht nur auf dem Rasen und im Kraftraum, sondern auch auf dem Rad oder beim gemeinsamen Grillen. Bild: Imago | Nordphoto

Wie der Schweizer Cedric Itten befanden sich die österreichischen WM-Fahrer nach dem kräftezehrenden Turnier noch im Urlaub. Neuzugang Alexander Schlager konnte seine Qualitäten zwischen den Pfosten seinem neuen Trainer somit noch nicht präsentieren. Es bleibt abzuwarten, ob er Werders Torhüter Karl Hein den Platz im Tor tatsächlich streitig machen kann.

Weil viele gestandene Profis fehlten, war eine Reihe junger Talente mit ins Zillertal gereist. Darunter beispielsweise Mats Heitmann (20), Ramiz Hamouda (18), Darwin Soylu (19) und der 16-jährige Nachwuchstorwart Calvin Seidler.

Bisherige Gewinner der Vorbereitung

Werders Chuki gibt ein Autogramm
Chuki heißt bürgerlich Iván San José Cantalejo und wechselte am 1. Juli von Real Valladolid an die Weser. Bild: Imago | Nordphoto

Beim ersten Testspielsieg in Österreich hatte Thiounes Mannschaft den japanischen Klub Fagiano Okayama bezwungen. 2:0 hieß es am Ende. Dabei blieb vor allem Chukis Distanztreffer in Erinnerung. Seine Ballbehandlung weckte bei nicht wenigen Fans Erinnerungen an Edeltechniker Diego. Große Fußstapfen für den spanischen Zehner, die schnell zum Ballast werden können.

Zum Abschluss der Reise besiegten die Bremer außerdem Zweitligist VfL Bochum. Beim 2:0-Erfolg über die Bochumer stach vor allem einer heraus: der 18-jährige Paul Erevbenagie, der eigentlich für die U23 eingeplant ist. Der flinke Offensivspieler wirbelte auf dem rechten Flügel und belohnte seinen starken Auftritt mit dem Treffer zum 1:0.

Paul hat es die ganzen Tage und auch schon in Bremen gut gemacht. Es ist für ihn aber auch wichtig, das richtig einzuordnen und einzuschätzen.

Clemens Fritz über Youngster Paul Erevbenagie

Werder ist noch nicht bei 100 Prozent

Eine Siegquote von 100 Prozent ohne einen einzigen Gegentreffer? Das klingt nicht schlecht. Verlässliche Erkenntnisse lassen sich aus den Spielen aber nicht ableiten. Die beiden Partien sind nicht überzubewerten. Zum einen waren Werders Gegner nicht auf Erstliga-Niveau, zum anderen wurde personell viel ausprobiert – auch bei Werder selbst.

Zwar konnte Fritz eine Verbesserung der Abläufe auf dem Platz erkennen, dennoch liegt noch viel Arbeit vor den Grün-Weißen.

Wir sind auf einem guten Stand aktuell. Aber sicherlich noch nicht auf dem Stand, jetzt 90 Minuten Bundesliga spielen zu können. Wir haben nichts, auf dem wir uns ausruhen können, wir müssen intensiv weiterarbeiten.

Werders Clemens Fritz über den Zustand des Teams

Fritz stellt Transfers in Aussicht

Clemens Fritz steht telefonierend hinter einer Bande.
Clemens Fritz (r.) arbeitet gemeinsam mit Peter Niemeyer (l.) an einem schlagkräftigen Kader für die Saison 2026/2027. Bild: Imago | Nordphoto

Sicher scheint, dass sich Thiounes Kader bis zum Ende der Transferphase am 31. August noch verändert. Sowohl auf der Zugangs- als auch der Abgangs-Seite. Denn Werder ist darauf angewiesen, Spieler zu verkaufen. Der Verein muss Transfererlöse erzielen. So halten sich weiterhin die Gerüchte um Mittelfeldspieler Jens Stage. Der dänische Leistungsträger wird mit der TSG Hoffenheim in Verbindung gebracht.

Ebenso könnte Karim Coulibaly den Verein verlassen. Dem 19-jährigen Innenverteidiger-Talent gelang in der Vorsaison der Durchbruch – nun könnte er Werder bei einer angemessenen Offerte verlassen. Ein konkreter Interessent hat sich bisher aber nicht herauskristallisiert.

Ich kann keine Garantien geben, ob diese Woche noch etwas passiert oder in der nächsten oder übernächsten. Aber es wird noch das ein oder andere passieren.

Werders Clemens Fritz über mögliche weitere Transfers

Wie es für Werder weitergeht

Auf die Bremer warten noch Testspiele gegen Energie Cottbus, den SC Paderborn und den französischen Klub AJ Auxerre. Zwischen dem 10. und 14. August absolvieren die Profis zusätzlich noch ein zweites Trainingslager. Dann soll im nordrhein-westfälischen Harsewinkel der letzte Feinschliff erfolgen, um gewappnet in die neue Spielzeit zu gehen.

Das erste Pflichtspiel findet am 22. August statt. Dann trifft Werder im DFB-Pokal auswärts auf den Lüneburger SK Hansa. Gespielt wird aus Kapazitätsgründen nicht in Lüneburg, sondern im Millerntor-Stadion in Hamburg. Der Bundesligaauftakt für die Bremer ist auf den 30. August datiert. Werder spielt dann auswärts beim SC Freiburg.

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Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 26. Juli 2026, 19:30 Uhr