Meinungsmelder
70 Prozent der Meinungsmelder lehnen Tankrabatt ab
Radio Bremen Meinungsmelder stehen Tankrabatt kritisch gegenüber
Ab Donnerstag senkt die Bundesregierung die Energiesteuer und gewährt Autofahrern damit einen Rabatt von 17 Cent pro Liter. Nur 24 Prozent der Befragten befürworten die Maßnahme.
Unter den 2.562 Meinungsmeldern von Radio Bremen, die an der nicht repräsentativen Befragung zum Tankrabatt teilgenommen haben, schneidet das Vorhaben der Bundesregierung schlecht ab. 70 Prozent geben dem Tankrabatt einen Daumen runter, nur etwa jeder Vierte bewertet die Unterstützung als positiv.
Meinungsmelder wünschen sich stattdessen Förderung des ÖPNV
Ein Grund für die Ablehnung ist unter anderem, dass die Meinungsmelder finden, durch den Rabatt werden Steuergelder verschwendet. Stattdessen wünschen sie sich, dass die Bundesregierung den Öffentlichen Personennahverkehr fördert und die Menschen bei ihren täglichen Kosten entlastet.
Man sollte das Deutschlandticket finanziell stabilisieren. Es ist ja fast, als würde man immer wieder Futter für ein totes Pferd hinstellen. Totale Verschwendung an der falschen Stelle. Es macht mich wütend. Verkehrswende geht anders.
55-jährige Meinungsmelderin aus Schwachhausen
Unter den Befragten, die den Tankrabatt ablehnen, gibt es auch einige, die den Tankrabatt als ungerecht wahrnehmen.
Es betrifft nur wieder die Autofahrer. Was ist mit den Strom-, Gas-, usw. Kunden, da steigen ja auch die Preise.
69-jähriger Meinungsmelder aus Findorff
Viele Meinungsmelder kritisieren auch, dass der Tankrabatt nur sehr kurzfristig wirkt.
Maßnahme hat keinen langfristigen Effekt, kostet viel Geld und setzt falsche Anreize, verzögert notwendige Veränderungen. Und es erzeugt Gewinne bei den Ölkonzernen, die ohnehin schon von der Krise profitieren.
49-jähriger Meinungsmelder aus Borgfeld
Meinungsmelder wünschen sich weitere Entlastungen der Bürger
Für das knappe Viertel der Meinungsmelder, die dem Tankrabatt einen "Daumen hoch" geben, sind vor allem die schnelle Entlastung für die Industrie sowie Bürgerinnen und Bürger wichtig. Außerdem sehen sie den Tankrabatt auch als Aufschlag für weitere Entlastungsmaßnahmen.
Brauche das Auto, um zur Arbeit zu kommen. (30km) Keine Bahn, Fahrrad oder Straßenbahn würde hier sinnvoll sein. Der Rabatt hilft mir sehr.
37-jähriger Meinungsmelder aus Hemelingen
Auch unter den Meinungsmeldern, die dem Tankrabatt grundsätzlich positiv gegenüberstehen, mischen sich allerdings kritische Stimmen. Diese sorgen sich darum, dass der Tankrabatt eine zu große Bürde für die Steuerzahler ist.
Für tägliche Pendler (ohne Möglichkeit, ÖPNV zu nutzen) eine spürbare Entlastung. Jedoch sollte es nicht primär dem Steuerzahler aufgebürdet werden, sondern Übergewinne bei den Mineralölkonzernen abgeschöpft werden und dafür herangezogen werden.
52-jähriger Meinungsmelder aus Ganderkesee
Immer wieder fällt unter den Befragten die Formulierung "Tropfen auf den heißen Stein". Auch unter den positiv gestimmten Meinungsmeldern gibt es solche, die bemängeln, dass der Tankrabatt nur eine kurzfristige Maßnahme ist, und sich fragen, wie viel davon am Ende bei ihnen ankommen wird.
Im Prinzip nicht schlecht. Ist nur die Frage, was davon beim Verbraucher ankommt
66-jährige Meinungsmelderin aus Horn-Lehe
Neuer Tankrabatt gilt bis Ende des Jahres
Der neue Tankrabatt ist auf drei Monate befristet, vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember. Hintergrund sind die massiv gestiegenen Preise für Benzin und Diesel, die durch die Verwerfungen auf den Ölmärkten wegen des Iran-Kriegs deutlich in die Höhe geschnellt sind. Der Nachlass von 14,04 Cent pro Liter bei der Energiesteuer beginnt in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um Mitternacht und gilt für drei Monate. Er greift allerdings nicht beim Verkauf an der Zapfsäule, sondern bei der Lieferung. Genau gesagt, gilt er für Sprit, der nach Mitternacht ausgeliefert wird. Weil der niedrigere Preis beim Verkauf auch für weniger Mehrwertsteuer sorgt, ergibt sich ein Nachlass von insgesamt 16,7 Cent.
Quellen: buten un binnen, AFP und dpa.
Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Läuft, 30. September 2026, 17:15 Uhr