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Neue Ausstellung in Bremerhaven zeigt Forschungsfahrt vor 100 Jahren

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Die Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt ein Schiff mit zwei Masten.

Neue Ausstellung in Bremerhaven zeigt Forschungsfahrt vor 100 Jahren

Die Expedition der "Meteor" schrieb Wissenschaftsgeschichte. Bild: DSM | Archiv
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Vor 100 Jahren stach die "Meteor" in See. Von 1925 bis 1927 erforschte die Besatzung den Südatlantik. Aber es ging damals nicht nur um neue Forschungsergebnisse.

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Ananasbowle und Champagner, Konzerte, Stofftier-Taufen – die Forscher an Bord der Meteor hatten vor 100 Jahren neben ihrer Goldsuche und der Dokumentation des Meeresbodens auch Spaß. In der neuen Sonderausstellung "Land gewinnen – Die Deutsche Atlantische Expedition von 1925 bis 1927" des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) in Bremerhaven können Besucher sich ab sofort ein Bild über das Leben an Bord machen.

Die Expedition schrieb Wissenschaftsgeschichte, weil die Crew erste umfangreiche Daten über den Atlantik erfasste. Sie galt damals aber nicht nur der Forschung. Die Reise war auch ein Mittel, um Deutschlands internationale Präsenz nach dem Ersten Weltkrieg zu stärken.

Blick in einen Raum mit Infowänden und einem Glaskasten mit Schiffsmodellen.
Die Ausstellung ist bis Mai 2026 zu sehen. Bild: Radio Bremen | Heinrich Pfeiffer

Worum geht es in der Ausstellung?

Die Forscher an Bord der Meteor untersuchten dem Museum zufolge zwei Jahre lang mit innovativen Messmethoden den Meeresboden, analysierten Strömungen und versuchten sogar, Gold aus dem Ozean zu gewinnen. Doch die Ausstellung hinterfragt auch die politischen und kolonialen Verflechtungen der Expedition.

18 Jahre nach dem Völkermord an den Herero und Nama durch das deutsche Kaiserreich besuchte die Besatzung des Forschungsschiffs die ehemalige deutsche Kolonie "Deutsch-Südwestafrika" – heute Namibia. Schätzungsweise 100.000 Menschen aus diesen Bevölkerungsgruppen starben zwischen 1904 und 1908. Wie politisch ist Wissenschaft? Und kann Wissenschaft jemals unpolitisch sein? Das sind zentrale Fragen der Sonderausstellung.

Drei Matrosen stehen am Rande eines Schiffes. Einer lässt etwas an einem Seil ins Wasser hinab.
An Bord waren damals nur Männer – Frauen wurden ausgeschlossen. Bild: DSM | Archiv Georg Wüst

Was gibt es zu sehen?

In der Ausstellung könnten Besucherinnen und Besucher den Expeditionsalltag vor 100 Jahren unter extremen Bedingungen nachempfinden, heißt es. In der Museums-Sammlung befinden sich zudem zahlreiche Archivalien zur "Meteor"-Expedition. Dazu zählt der Nachlass von Kapitän Fritz Spieß sowie Tausende Glasplatten-Negative, die die gesamte Expedition dokumentieren. Mittels einer digitalen Karte lässt sich die Route der "Meteor" nachvollziehen.

Und die Besucher lernen Lotte Müller kennen – quasi die wichtigste Frau der Reise. Sie war maßgeblich an der Planung der Expedition beteiligt. Doch die Ozeanografin musste an Land bleiben, weil Frauen zu dieser Zeit nicht auf militärischen Schiffen mitreisen durften.

Außerdem verraten Tagebucheinträge, wie wichtig neben der Wissenschaft auch das Kulturprogramm an Bord war: Eine eigene Kapelle spielte Volkslieder, Nationalhymnen und Jazz und selbst tierische Maskottchen wurden bei erstmaliger Äquatorüberquerung getauft. Wie auch auf heutigen Expeditionen spielte die Verpflegung eine maßgebliche Rolle auf See. Bordfeiern wurden nicht nur unter Einfluss von Ananasbowle und Champagner sehr lustig.

Fünf Männer stehen nebeneinander an Deck und halten einen Vogel.
Die Besatzung posiert an Bord. Bild: DSM | Archiv

Konnte Deutschland seinen Ruf mit der Expedition wiederherstellen?

Der in der Ausstellung gezeigte Film des namibischen Künstlers Kavena Hambira legt offen, dass die Besatzung der "Meteor" auf ihrer Forschungsfahrt zwar die Ozeane vermessen und Daten gesammelt hat, dabei aber den deutschen Kolonialismus der 1920er-Jahre fortschrieb.

Der größte Teil der Mannschaft bestand aus Matrosen, die angelernt wurden, um wissenschaftliche Messungen durchzuführen. Zur Unterstützung des Maschinenpersonals wurden Männer aus unterschiedlichsten Häfen angeheuert. Sie kamen vorrangig aus Westafrika. Weil es nicht genügend Platz gab, mussten sie an Deck schlafen, sagt Kuratorin Marleen von Bargen. "Und es war in den Nächten sehr kühl und diesen Männern, denen ging es sehr schlecht." Einige seien über Bord gegangen.

Woher stammen die Exponate?

Die Idee für die Ausstellung entstand, nachdem das DSM vom Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel ein umfangreiches Fotokonvolut geschenkt bekam. Auf den fast 1.600 Negativen dokumentierten verschiedene Offiziere und Wissenschaftler detailliert die Arbeit der Forschenden, die Landbesuche und den Bordalltag. Ergänzt wird der Foto-Schatz um weitere Archivalien, die sich bereits im Museumsdepot befanden, wie beispielsweise das Tagebuch von Kapitän Fritz Spieß.

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Autorinnen und Autoren

Quellen: buten un binnen und epd.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 27. Juni 2025, 13.39 Uhr