Abriss, Lärm, Umwege: Wie steht es um Bremerhavens Baustellen?
Genervt? So steht es um Bremerhavens Baustellen-Boom
In Bremerhaven sorgen mehrere Großbaustellen für Frust bei Pendlern, Touristen und Einheimischen. Manche sind einfach nur laut, andere gefährden vielleicht sogar die Maritimen Tage.
Sei es eine Bahnunterführung in Geestemünde, eine Brückenerneuerung in Wulsdorf, eine Brückensperrung in den Havenwelten oder der Abriss des ehemaligen Karstadtgebäudes: buten un binnen gibt einen Überblick über die wichtigsten Baustellen in Bremerhaven – und wie es mit ihnen weitergeht.
1 Die "Übergangslösung": Sperrung der Klappbrücken in den Havenwelten
Viele Menschen in Bremerhaven stehen derzeit oft mit einem großen Fragezeichen im Gesicht vor den gesperrten Klappbrücken zu den Havenwelten. Der direkte Weg aus der Innenstadt zur Touristen-Information und zum Zoo am Meer ist nicht mehr ohne Weiteres möglich. Umleitungen sind bislang nicht ausgeschildert und auf den ersten Blick kaum erkennbar.
Seit vergangener Woche steht fest: Eine provisorische Pontonbrücke soll die Wege für Fußgänger wieder verkürzen. Dafür wurde ein Ponton in den Neuen Hafen verlegt, den die Menschen über geöffnete Container erreichen können. Damit dies auch zu späterer Uhrzeit problemlos möglich ist, sollen im Inneren noch Leuchten installiert werden. Wann das der Fall sein wird, steht allerdings noch nicht fest.
Auf Nachfrage von buten un binnen erklärte die zuständige Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft BEAN, dass die Behelfsbrücke noch freigegeben werden müsse. Bislang sei sie noch nicht verkehrssicher.
2 Der Staugarant: Brückenneubau an der Anschlussstelle Bremerhaven-Wulsdorf auf der A27
Für viele Menschen, die regelmäßig auf der Autobahn 27 zwischen Bremen und Bremerhaven unterwegs sind, ist sie längst zur täglichen Begleiterin geworden: die Brückenerneuerung in Wulsdorf. Statt freie Fahrt heißt es dort morgens oft erst einmal: Geduld haben. Der Verkehr staut sich regelmäßig über mehrere Kilometer, weil auf jeder Fahrbahnseite nur eine Spur frei ist.
Eigentlich sollten die Bauarbeiten Ende August abgeschlossen sein. Laut der Autobahn GmbH hat der schneereiche Winter den Zeitplan jedoch durcheinandergebracht. Jetzt gibt es aber gute Nachrichten für Pendlerinnen und Pendler: Nach Informationen von buten un binnen soll auf diesem Abschnitt ab Ende Oktober wieder freie Fahrt möglich sein – die Staus könnten dann zumindest dort der Vergangenheit angehören.
3 Die prominenteste Baustelle: der Karstadt-Abriss
Mitten in der Bremerhavener Innenstadt schieben sich Abrissbagger über einen riesigen Schutthaufen. Stück für Stück knabbern sie sich durch das ehemalige Karstadt-Gebäude. Immer wieder bleiben Passanten stehen und machen Fotos von der Baustelle. "Wird Zeit, dass das weg kommt", sagt ein Mann. "Das ist sehr deprimierend und der Anblick reißt einen auch runter."
Die gute Nachricht: Bis Ende des Jahres soll der Betonkomplex spurlos verschwunden sein. Der Ex-Kaufhausbau weicht dem sogenannten "Novo" – ein Neubau mit Bibliothek und Jugendherberge.
4 Die Laute: Rammarbeiten an der Nordmole
Angekündigt wurden sie schon lange, die lärmenden Rammarbeiten an der Nordmole, die man bis ins Stadtgebiet hören sollte. Dabei werden sogenannte Schrägpfähle in den Untergrund gerammt und das macht Lärm.
Die Ruhe vor dem Sturm versprach der Tierschutz, denn für einige Meeresbewohner war der Krach schädlich. Nun spielt allerdings das Wetter nicht mit. Richtig laut wird es wohl erst kommenden Dienstag (14. Juli), aber nur kurz: Täglich 3,5 Stunden lang kann es zu Lärmbelästigung kommen, mehr gerammt werden darf laut bremenports nicht – und das auch nur zwischen 7:30 und 18:30 Uhr.
Noch vor dem Herbst starten auch die Betonarbeiten und das Verfüllen der neuen Nordmole, dann kommt der Weg zum Leuchtturm. Ende 2027 soll sie fertig sein.
5 Die Ausgebremste: Bahn fährt, alle anderen stehen
Die Bahn hat extra eine Hilfsbrücke gebaut, damit der Regional- und Güterverkehr weiterlaufen kann – andere Verkehrsteilnehmer müssen aber bis September Umwege in Kauf nehmen. Worum geht es? Um die Eisenbahnüberführung über die Straße "An der Mühle" in Geestemünde. Das betrifft aber nicht nur Bahn-Pendler.
Autofahrer sind von der Baustelle stärker betroffen. Denn mit der Unterführung ist auch ein wichtiger Verkehrsknoten gesperrt, über den man sonst zur A27 kommt. Die Umleitung führt durch den Ortsteil Grünhöfe und ist ausgeschildert. Radfahrer und Fußgänger haben durch die Sperrung auch einen kleinen Umweg. Laut Bremerhaven Bus dauert der Umweg etwa fünf Minuten länger als die normale Route, wenn alles gut läuft.
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Der Nachmittag, 6. Juli 2026, 16:15 Uhr