Fragen & Antworten
Hohe Pflegekosten in Bremen – doch der Grund ist eigentlich positiv
Hohe Pflegekosten in Bremen – doch der Grund ist eigentlich positiv
Pflege in Bremen ist teuer, vor allem weil Bremen nach Tarif zahlt und kleine Heime kostenintensiv sind. Experten fordern die Übernahme von Investitionskosten durch die Länder.
Wenn es um Heimpflegekosten geht, ist Bremen wieder mal vorne. Im ersten Jahr im Heim lag die durchschnittliche Zuzahlung laut Verband der Ersatzkassen bei mehr als 3.600 Euro pro Monat – 188 Euro mehr als noch im Vorjahr. Das teilt der Verband der Ersatzkassen (VDEK) mit.
Warum sind die Kosten hier in Bremen so hoch?
Ein wichtiger Grund ist, dass die Pflegekräfte laut Gesundheitsressort in Bremen relativ gut verdienen. Es gibt in Bremen einen Tarifvertrag, nach dem auch nahezu alle Heimbetreiber ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezahlen. Die vergleichsweise hohen Gehälter in Bremen machen allerdings die Pflege teurer.
Ein weiterer Grund ist, dass es in Bremen eher kleinere Pflegeheime gibt. Das ist in anderen Bundesländern anders, da gibt es öfter größere Häuser mit vielen Plätzen. Und die kleinen Bremer Heime sind im Vergleich halt teurer. In großen Einrichtungen können die Kosten auf viele Köpfe aufgeteilt werden, was für alle günstiger ist.
Was müsste und was könnte denn passieren, damit es in Bremen günstiger wird?
Rainer Bensch, Gesundheitsexperte der Bremer CDU, beschäftigt sich lange mit diesem Thema. Er sagt: Wir brauchen endlich eine Übernahme der Investitionskosten durch die Bundesländer.
Das bedeutet, dass die Kosten wie beispielsweise für die Instandhaltung oder den Umbau eines Pflegeheims von den Ländern getragen werden und nicht, wie aktuell in der Regel, von den Bewohnerinnen und Bewohnern.
Der Verband der Ersatzkassen fordert nicht nur, dass die Investitionskosten übernommen werden, sondern auch noch die Übernahme von Ausbildungskosten durch die Länder, sagt Birgit Tillmann von der Bremer Landesvertretung. Sie hat ausgerechnet, dass Pflegebedürftige jährlich insgesamt mehr als 9.100 Euro sparen würden, wenn sie für Investitionen und Ausbildung nicht mehr selbst bezahlen müssten.
Vorschläge gibt es also – aber ist denn auch was in Sicht?
Angesichts der schwierigen Haushaltslage ist es nicht drin, dass Bremen Investitionskosten übernimmt, sagt das Gesundheitsressort.
Einiges müsste auch von der Bundesregierung auf den Weg gebracht werden. Da kann Bremen auch nur bedingt etwas tun. Es heißt aktuell Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will eine Reform angehen, um die Beiträge stabil zu halten.
Wenn ich mir die Pflege selbst nicht mehr leisten kann, welche Hilfen gibt es?
Da gibt es Unterstützung. Der Verband der Ersatzkassen rät erstmal zu klären, ob es Anspruch auf Wohngeld gibt. Der nächste Schritt könnte sein, die sogenannten "Hilfe zur Pflege" zu beantragen. Das kann man beim Bremer Amt für soziale Dienste.
Mehr als 3.600 Euro für einen Pflegeplatz in Bremen – woran liegt das?
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 22. Januar 2026, 15:40 Uhr