Bremer Kinder fragen Astronautin: Wie ist das mit Krümeln im Weltall?
Fragen im Universum: Was Kinder von einer Astronautin wissen wollen
Wie lebt es sich auf der internationalen Raumstation? Bremer Kinder hatten viele Fragen und stellten sie einer ISS-Astronautin in einer Live-Schalte.
Der Bildschirm im Wissenschaftsmuseum Universum Bremen flackert kurz und – dann erscheint dort eine französische Astronautin. Auf dem Kopf schwebt Sophie Marie Laurence Adenot, in schwarzer Cargohose und schwarzem Shirt vor dem blauen Banner der European Space Agency, kurz ESA. Um sie herum: Kabel und eine Menge Geräte.
Sie befindet sich gerade im Modul Columbus – dem europäischen Forschungslabor auf der internationalen Raumstation, kurz ISS. Nun soll sie rund 20 Minuten lang Fragen beantworten – von Kindern aus Bremen, Helsinki, Lissabon und Toulouse. In Bremen ist der Saal so voll, dass kurzerhand ein zweiter Raum für die Übertragung der Live-Schalte geöffnet wird.
Hallo an alle Menschen in den Museen. Ich freue mich sehr, heute mit euch sprechen zu können (...) Hallo an alle Besucher!
Sophie Adenot, Astronautin auf der ISS
Wieso Kekse im Weltall nicht so praktisch sind
Was war Sophies schönster Moment im Weltall für die Astronautin? Was machen sie und ihre Kollegen, wenn jemand krank ist? Wie ist es, wenn man auf der ISS Geburtstag hat? Diese und mehr Fragen konnten Kinder schon vorab einschicken. Antto aus Helsinki möchte wissen, wie das Essen auf der Raumstation schmeckt.
"Wir essen sehr gut und haben eine große Essensvielfalt", erklärt die Astronautin. "Aber wir können beispielsweise nichts essen, was krümelt. Auf der Erde würde man einfach den Tisch abwischen, aber hier würden die Krümel überall herumfliegen", erläutert Adenot die besonderen Umstände in der Schwerelosigkeit.
Immer wieder geht ein Schmunzeln durch die Menge – denn durch die Schwerelosigkeit schwebt die Astronautin mal auf dem Kopf, mal waagerecht durch das Bild, während sie Fragen beantwortet. Zum Beispiel die von Lukas aus Bremen – er will wissen: Wie schmeckt Wasser, wenn man es im Weltall trinkt?
Normal, sagt die Astronautin – allerdings sei nahezu all das Wasser, das die Astronauten verbrauchen, recycelt. "98 Prozent des Wassers auf der ISS ist recycelt. Das ist fantastisch. Ein Astronaut an Bord der ISS verbraucht durchschnittlich fünf Liter Wasser pro Tag, auf der Erde sind es 150 Liter", klärt die Astronautin die Kinder auf.
Selbst Urin wird zu Trinkwasser verwandelt.
Sophie Adenot, Astronautin auf der ISS
Nacht und Tag im Weltall
Eine weitere Besonderheit, wenn man auf einer Raumstation um die Erde fliegt: Auf der ISS geht die Sonne pro Tag 16-mal auf – und wieder unter. Deshalb simulieren LED-Leuchten an Bord der ISS ab 18 Uhr westeuropäischer Zeit den Sonnenuntergang. Die Crew nennt das „pre sleep mode“. Der Körper weiß dann: Bald ist es Zeit zu schlafen. Egal, ob draußen gerade die Sonne zum fünften oder zum 16. Mal untergeht. Nur die Schlafposition bleibt für die Astronauten ungewöhnlich – denn sie schlafen an der Wand.
Wir haben einen Schlafsack, der an der Wand befestigt ist. Das funktioniert sehr gut. Das Gehirn denkt, man muss schlafen gehen und dann schläft man einfach ganz natürlich ein.
Sophie Adenot, Astronautin auf der ISS
Im Publikum der Live-Schalte sitzt auch die 12-jährige Svea Tschöpe. Sie ist Mitglied der isso!-Science Clique – einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die sich regelmäßig trifft, um zu experimentieren und Neues aus der Wissenschaft zu lernen. Ganz besonders beeindruckt ist sie von dem Alltag der Astronautin: "Ich fand es sehr cool, wie sie das mit dem Wasser und dem Urin erklärt hat", erklärt die 12-Jährige.
Abschrecken lässt sich Svea davon allerdings nicht. Sie will später selbst mal auf die ISS. "Ich würde gerne mal dabei sein, als Job", erklärt sie. Nach etwas über 20 Minuten ist das Live-Interview mit den Kindern aus ganz Europa dann vorbei und Sophie Adenot verabschiedet sich. Sie bleibt noch mindestens bis zum November auf der Raumstation.
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Nachmittag, 23. Juli 2026, 16:35 Uhr