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Warnstreik in Bremen: Worum es im Streit zwischen Verdi und BSAG geht

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Eine Straßenbahn und ein Bus der Bremer Straßenbahn AG stehen an der Haltestelle Domsheide in Bremen.

Warnstreik in Bremen: Worum es im Streit zwischen Verdi und BSAG geht

Die Bahnen und Busse der BSAG stehen in Bremen von Freitag- bis Montagmorgen still. Bild: dpa | Focke Strangmann
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Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und den kommunalen Arbeitgebern stocken. Beide Seiten sind unzufrieden – und ein Ende der Tarifrunde ist aktuell völlig offen.

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Kurz vor der dritten Verhandlungsrunde kommt auf Bremen bereits der zweite Warnstreik im Nahverkehr zu. Nachdem bei der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) schon am 2. Februar für 24 Stunden der Nahverkehr zum Erliegen gekommen war, will die Gewerkschaft Verdi ab Freitagmorgen gleich drei Tage für Stillstand sorgen.

Grund sind die stockenden Tarifverhandlungen, die mit der dritten Runde am 2. März fortgesetzt werden. Die vorherige Runde am 20. Februar war ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen.

Worum geht es bei den Tarifverhandlungen?

Im vergangenen Jahr ging es laut Bremer Straßenbahn AG (BSAG) vor allem um Gehaltsfragen. Dieses Mal sei der Manteltarifvertrag Gegenstand der Verhandlungen. Und der regele zentrale Arbeitsbedingungen. Dementsprechend fordert Verdi in den Tarifverhandlungen – die in allen 16 Bundesländern meist mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden – unter anderem kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.

Zudem fordern die Beschäftigten eine bessere und weniger kurzfristige Planbarkeit bei Dienstplänen. Manche Mitarbeiter wandern demnach ab und werden beispielsweise Lkw-Fahrer, weil sie dann ihre Arbeitszeiten besser organisieren können.

Und was kritisieren die Mitarbeiter der BSAG?

Bei einer Personalversammlung am Donnerstag wurde etwa das Arbeitspensum beanstandet. "Fahrzeiten, Wendezeiten – es wurde alles eingekürzt", erklärt Andreas Donzelmann, Bahn- und Busfahrer bei der BSAG, im Gespräch mit buten un binnen. Die Mitarbeiter hätten immer höheren Druck, auch weil das Personal reduziert worden sei.

An den Endhaltestellen haben wir kaum noch die Möglichkeit, auch mal durchzuatmen.

Bus- und Bahnfahrer Andreas Donzelmann

Stichwort Endhaltestellen: Ein weiteres Problem sind Ansicht von Mitarbeitern offenbar die Toiletten, die die Fahrerinnen und Fahrer dort vorfinden. "Die Zustände da sind unmöglich, eine Zumutung", betont Busfahrerin Iris Schulz gegenüber buten un binnen. Früher wurden die Toiletten von BSAG-Personal gereinigt, mittlerweile aber wurde die Arbeit an eine Fremdfirma ausgelagert. Die aktuelle Situation sorgt jedoch für Frust bei Fahrerinnen und Fahrern.

Wir holen uns da sonst was weg. Da muss definitiv ganz schnell was passieren.

Busfahrerin Iris Schulz

Wie kommen die Verhandlungen voran?

"Die Verhandlungen kommen insgesamt kaum voran", sagte die stellvertretende Verdi-Chefin Christine Behle. Das sei "mehr als enttäuschend". Vor allem, da es in einigen Bereichen bereits vier Verhandlungsrunden gegeben habe. 

Die Kolleginnen und Kollegen brauchen dringend Entlastung – und die Arbeitgeber brauchen ein klares Signal, dass wir entschlossen sind, für unsere Forderungen zu kämpfen.

Christine Behle, stellvertretende Verdi-Vorsitzende 

Was sagt die Arbeitgeberseite?

Auch die Arbeitgeber beklagten zuletzt den fehlenden Fortschritt bei den Verhandlungen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) – das größte Nahverkehrsunternehmen in Deutschland – beanstandeten beispielsweise, dass Verdi bisher nicht klargemacht habe, welche Forderungen die Gewerkschaft besonders wichtig findet. Die BSAG kritisierte den Warnstreik ebenfalls. "Die Arbeitgeberseite hat eine Reihe von Vorschlägen und Kompromissen zu den aufgerufenen Forderungen vorgelegt", hieß es in einer Mitteilung.

Daher ist ein Streik in diesem Umfang und zu diesem Zeitpunkt der Verhandlungen aus Sicht der BSAG in keinster Weise nachvollziehbar.

Auszug aus einer BSAG-Mitteilung

Auch der Kommunale Arbeitgeberverband Bremen äußerte sich kritisch: "Die zahlreichen gewerkschaftlichen Forderungen sind angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage weder finanzierbar noch realistisch." Der Verband betont zudem, dass die Arbeitgeberseite auf "zahlreiche Forderungen eingegangen" sei. Die Gewerkschaft Verdi hingegen habe sich "wenig bis gar nicht zu den konkreten Vorschlägen und Angeboten positioniert". Auch sei der Streik "sowohl hinsichtlich des Zeitpunktes als auch seiner Dauer vollkommen unangebracht und unangemessen".

Wann die Verhandlungen zu Ende gehen, ist aktuell völlig offen. Die Verhandlungen sind regional sehr unterschiedlich – sowohl mit Blick auf die Forderungen als auch mit Blick auf den Verlauf. Auf der Zielgeraden schienen die Gespräche zuletzt aber nirgends zu sein.

Was verdienen Bus- und Bahnfahrer aktuell bei der BSAG?

Einer aktuellen BSAG-Stellenausschreibung für Busfahrerinnen und Busfahrer zufolge liegt das tariflich garantierte Monatsgehalt bei 3.073,46 Euro brutto. Damit liegt das Jahresgehalt bei knapp 36.900 Euro brutto. Hinzu kommen laut BSAG "Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Zulagen unter anderem für Wochenendarbeit oder Überstunden".

Fast 2.400 Menschen arbeiten bei der BSAG – mehr als die Hälfte im Fahrdienst. Laut BSAG steuern 56 Prozent der Mitarbeitenden Busse oder Bahnen.

Video

Warnstreik bei der BSAG: In Bremen stehen die Busse und Bahnen still

Bild: Radio Bremen
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Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 26. Februar 2026, 15:40 Uhr