5 Tipps vom Awareness-Team für ein gutes Miteinander beim CSD Bremen
Beim CSD in Bremen: Marsch gegen Diskriminierung und Hasskriminalität
Am CSD nehmen etwa 25.000 Menschen teil, so die Polizei. Damit auch bei Problemen alles glatt läuft, muss jeder und jede anderen helfen. Eine Awareness-Mitarbeiterin sagt, wie.
Üblicherweise beginnt die Hauptarbeit eines Awarness-Teams dann, wenn bereits etwas passiert ist – wenn ein Mensch verletzt, bedroht oder auch ohne Verschulden Dritter in Not geraten ist. Ganz vermeiden lassen sich solche Situationen bei Großveranstaltungen wie dem Christopher Street Day Bremen zwar nie. Dennoch kann jede und jeder dazu beitragen, hässlichen Zwischenfällen vorzubeugen. Eine Mitarbeiterin der Firma L'Unità Security, die mit drei zweiköpfigen Awareness-Teams den CSD Bremen begleitet, gibt ein paar Tipps.
1 Auf seine Grenzen achten
Der CSD ist Demo und Party zugleich. Klar, dass dort auch Alkohol konsumiert wird. Im Getümmel des Partygeschehens aber ist es besonders wichtig, die Kontrolle über sich zu behalten. Die L’Unità-Mitarbeiterin rät daher, in Maßen zu trinken, nicht in Massen. "Man sollte sich zwischendurch auch Wasser gönnen."
2 Die Grenzen anderer akzeptieren
Klassischerweise sinkt die Hemmschwelle vieler in der Gruppe, zumal unter dem Einfluss von Alkohol. Dadurch steigt die Gefahr von Übergriffen wie ungewollten Umarmungen oder Küssen. "Nur "ja" heißt "ja"", sagt die Awareness-Expertin dazu: "Man muss immer vorher fragen, Konsens einholen", betont sie. Unterschiedliche Leute hätten auch unterschiedliche individuelle Grenzen. Die gelte es, zu erfragen – und zu respektieren.
3 Aufeinander achten
Bei Großveranstaltungen gibt es immer mal den einen oder die andere, der oder die abseits steht, sich offenbar nicht gut fühlt. "Man sollte dann nicht einfach vorbeigehen, sondern die Person ansprechen: Ist alles okay bei dir?", rät die Awareness-Expertin.
Oft kämen in solchen Situationen Geschichten ans Licht, wie die, dass die betroffene Person aus einer anderen Stadt angereist ist, ihre Freunde verloren und zudem kein Handy zur Verfügung hat, um sich selbst zu helfen. "So etwas passiert häufig. Das sind Kleinigkeiten, die für die Betroffenen aber dramatisch sein können. Da kann jeder helfen."
4 Diskriminierungen entschlossen entgegentreten
Wer mitbekommt, dass eine andere Person – auf welche Weise auch immer – diskriminiert wird, sollte sofort handeln: "Man sollte ihr deutlich zeigen, dass man zu ihr steht und – sofern gewünscht – ein Awareness-Team dazuholen", sagt die Awareness-Mitarbeiterin. Auch andere umstehende Personen könne man einbinden. "Wichtig ist, dass sich der oder die Betroffene nicht allein fühlt", fügt sie hinzu.
5 Bei Gefahr: Schnell handeln
Leider steht bei größeren Veranstaltungen, zumal beim CSD, immer die Gefahr im Raum, dass Gegner der Bewegung versuchen, zu stören, vielleicht gar mit Gewalt. Straftaten gegen die queere Community haben zuletzt zugenommen.
Wer Anzeichen einer drohenden Gefahr bemerkt, sollte keine Zeit verstreichen lassen, rät die Awareness-Mitarbeiterin: "Wer etwas derartiges bemerkt, sollte möglichst schnell einem Ordner, einem Awareness-Team oder der Polizei Bescheid sagen. Wir sind unter Funk verbunden, können dann schnell reagieren." Auf diese Weise ließen sich die Menschen vor Ort am besten schützen.
Das Wohlbefinden und die Sicherheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigt auch das Orga-Team des CSD Bremen. Es hat deshalb eine Liste aus "Do's and Don't's" (Tu' dies, lass' jenes) für die Demo erstellt. Mehr dazu auf dieser Website.
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Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 23. August 2025, 19.30 Uhr