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Daytrading-Sucht: Wie gefährlich ist die Börse für junge Menschen?

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Daytrading-Sucht: Wie gefährlich ist die Börse für junge Menschen?

Der Handel mit Aktien – für viele Menschen ein Versprechen vom schnellen Geld. Bild: Imago | Westend61
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Immer mehr junge Menschen investieren in Aktien – vor allem das sogenannte Daytrading ist im Trend. Doch es birgt auch Gefahren. Bremer Experten erklären die Risiken.

buten un binnen bei Google bevorzugen

Seit Corona wird der Aktienmarkt vor allem bei jungen Menschen immer beliebter. Besonders Trading-Apps machen den bisher komplizierten Markt leichter zugänglich. Die Apps vereinfachen den Handel mit Aktien für Selbst- und Privatanleger und versprechen Erfolg und Profit. Sascha Otto, ein Bremer Börsen-Podcaster, findet das grundsätzlich gut, doch viele Angebote würden auch Risiken mit sich bringen.

Wenn eine App einem vorschlägt: 'Du bist morgen reich' – dann würde ich es maximal hinterfragen.

Ein Mann spricht in ein Mikrofon von Buten un Binnen
Sascha Otto, Podcaster im "Bremer Börsenschnack"

Der Tipp des Finanz- und Börsenexperten: Aktien kaufen und lange liegen lassen. Viele Angebote im Internet hingegen seien riskant. Vor allem beim sogenannten Daytrading, raten Experten zur Vorsicht. Das Versprechen vom schnellen Geld lässt das Angebot für Privatanleger besonders reizvoll erscheinen.

Das Suchtpotenzial und die damit einhergehende Gefahr einer Abhängigkeit ist auch in Bremen bemerkbar. Die Fachstelle für Glücksspielsucht aus Bremen vermeldet einen Anstieg von Beratungsfragen zum Thema Daytrading. Sandra Speidel, Sozialarbeiterin bei der Fachstelle, geht davon aus, dass es in den nächsten Jahren sogar zu einer Zunahme der Zahlen kommen könnte.

Wer sind die Betroffenen?

Die Menschen, die sich bei der Fachstelle melden, folgen einem klaren Profil: Sie sind überwiegend männlich, gut ausgebildet und berufstätig. Auffällig ist außerdem, dass sie meist erst später im Leben mit dem Daytrading beginnen – deutlich später als typische Glücksspielerinnen und Glücksspieler. Viele bringen berufliches oder privates Finanzwissen mit und überschätzen dadurch ihre tatsächlichen Einflussmöglichkeiten auf die Märkte.

Warum hat Daytrading ein Suchtpotenzial?

Die Beratungsstelle vergleicht Daytrading in ihrer Arbeit häufig mit Sportwetten. In beiden Fällen entsteht schnell der Eindruck, man könne durch Wissen oder Erfahrung das Ergebnis kontrollieren. Tatsächlich bleiben kurzfristige Kursbewegungen jedoch weitgehend zufällig. Auch der Suchtforscher Gerhard Meyer warnt vor diesem falschen Eindruck und betont, dass Daytrading nicht durch Fachwissen beeinflusst werden kann.

Das Ergebnis ist letztlich nicht vorhersagbar. Deswegen ist Daytrading vergleichbar mit kompetenzanteiligen Spielformen – wie Sportwetten.

Ein Mann steht im Studio von Buten un Binnen.
Gerhard Meyer, Psychologe und Suchtforscher

Diese Fehleinschätzung führe zu einer gefährlichen Dynamik: Verluste sollen durch noch mehr Trades ausgeglichen werden. Viele geraten dadurch laut Meyer in einen Teufelskreis aus weiterem Zocken, wachsendem Druck und zunehmender Verzweiflung.

Wie kann die Beratung in der Fachstelle helfen?

Die Bremer Fachstelle bietet eine niedrigschwellige Anlaufstelle. In Gesprächen wird zunächst geklärt, welche Probleme entstanden sind und wie das persönliche Trading‑Verhalten aussieht. Ziel ist es, ein Bewusstsein für Kontrollverlust, Risiken und typische Denkfehler zu schaffen. Ein wichtiger Teil der Arbeit besteht darin, Betroffene dabei zu unterstützen, ihr Verhalten zu reflektieren und wieder Handlungsspielräume zu erkennen.

Das, was wir merken, ist, dass die Menschen mit einem sehr großen Leidensdruck zu uns kommen.

Eine Frau sitzt auf einem Stuhl in einem Büro
Sandra Speidel, Sozialarbeiterin bei der Fachstelle Glücksspielsucht

Viele Menschen kommen erst, wenn der Druck kaum noch auszuhalten ist: Schulden, aufgelöste Depots, aufgenommene Kredite. Häufig versuchen sie lange, die Situation zu verbergen – aus Scham oder der Hoffnung, die Verluste doch noch ausgleichen zu können.

Gerade dieses Verheimlichen verstärkt den Kreislauf aus Stress, Isolation und weiterem Trading. Die Beratungsstelle betont deshalb, wie wichtig es ist, frühzeitig Unterstützung zu suchen und offen über Kontrollverlust zu sprechen.

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Bild: Radio Bremen
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Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. April 2026, 19:30 Uhr