März war in Bremen so trocken wie noch nie

Der Februar war auch schon deutlich trockener als in den Vorjahren. In den nächsten Tagen wird es wohl kaum Regen geben. Experten schauen mit Sorge auf die Entwicklung.
Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 hat es so einen trockenen März noch nicht in Bremen gegeben, heißt es vom Deutschen Wetterdienst. Im März fielen nur sechs Liter pro Quadratmeter. Und auch im Februar war es laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) nur etwa ein Viertel der üblichen Regenmenge.
"Das ist schon ungewöhnlich", sagt Bernd Quellmalz vom BUND. Was die kommenden Monate betrifft, zeigt sich Quellmalz besorgt: "Wenn sich das Wetter in der Region nicht bald ändert, laufen wir in eine massive Dürresituation hinein."
Es bleibt wohl vorerst trocken
Ingo Bertram vom ARD-Wetterkompetenzzentrum prognostiziert, dass sich die Trockenheit in den nächsten Tagen noch steigern wird. Allenfalls geringen Niederschlag erwartet er für die nächsten Tage. "Sollte sich die Witterung nicht mittelfristig umstellen, kann das noch ein Problem werden."
In vielen Regionen Deutschlands ist es derzeit sehr trocken. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) weist in seinem Waldbrandgefahrenindex in Teilen Niedersachsens die zweithöchste Gefahrenstufe aus.
Gewässer drohen auszutrocknen
Laut Bernd Quellmalz sind die Auswirkungen auf die Natur schon jetzt an vielen Stellen spürbar. "Die Wasserstände in den Schutzgebieten fallen, was sich auf die Wiesenvögel negativ auswirkt, weil sie in ausgetrockneten Böden schwieriger ihre Nahrung finden." Und Kleinstgewässer drohten auszutrocknen, bevor der Amphibienlaich sich zu ausgewachsenen Tieren entwickeln könne.
Generell gehen Experten davon aus, dass die aktuelle Trockenheit auch mit dem Klimawandel zusammenhängt. Wenn es regnet, kommt häufig sehr viel Wasser herunter, wenn es trocken ist, dann hält das länger an, so die Beobachtung.
Bauern freuen sich über gutes Wetter – und hoffen auf Regen
Auch für die Landwirte stellt der ausbleibende Regen ein Problem dar. Christian Kluge, Geschäftsführer des Bauernverbands Bremen, sieht jedoch eine "paradoxe Situation": "Einerseits bietet das trockene und warme Wetter ideale Bedingungen für die Frühjahrsarbeiten auf Feld und Wiese. Andererseits fehlt es zunehmend an dringend benötigten Niederschlägen."
Für die Maschinen, die Ausbringung und die Planung war das Wetter nahezu perfekt.
Christian Kluge, Geschäftsführer des Bauernverbands Bremen
Allerdings fehle nun das Wasser für die Pflanzen. Auch wenn mancherorts die Feuchtigkeit im Boden noch ausreiche, zeigten sich besonders auf den leichten, sandigen Böden in Teilen des Bremer Umlandes bereits erste Stresssymptome bei den Pflanzen. "Jetzt wäre ein Landregen ideal – gleichmäßig, nicht zu stark, dafür ausdauernd", sagt Kluge.
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 4. April 2025, 19:30 Uhr