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Warum die Fischer an der Wurster Nordseeküste um ihre Zukunft bangen

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Ein Fischerboot fährt zum Fischfang hinaus in die Nordsee. Möwen umkreisen den Kutter.

Warum die Fischer der Wurster Nordseeküste um ihre Zukunft bangen

Zehn aktive Fischer gibt es aktuell noch an der Wurster Nordseeküste (Symbolbild). Bild: Imago | Martin Bäuml Fotodesign
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Nach einem guten Fangjahr investieren die Krabbenfänger wieder. Doch Schlick, Naturschutz und mögliche Grundschleppnetz-Verbote bereiten den Fischern große Sorgen.

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Braun-glänzendes Watt ragt aus dem schlammigen Wasser im Kutterhafen von Dorum-Neufeld. Noch eine Woche dauert es, bis die Dorumer Fischer nach dem schneereichen Winter wieder zum Krabbenfang ins Wattenmeer fahren. Kurz vor der Saison ist die Stimmung gut unter den Fischern an der Wurster Nordseeküste.

Vier Männer stehen vor einem Kutter und lächeln in die Kamera.
Für die Fischer um Stephan Hellberg (2. v. r.) geht es bald wieder auf Krabbenfang. Bild: Radio Bremen | Levin Meis

"Von den Umsätzen her hatten wir ein sehr, sehr gutes letztes Jahr. Im Jahr davor war das nicht so", sagt Stephan Hellberg, Kapitän der "Nixe 2", im Gespräch mit buten un binnen. Die Fischer konnten sich dadurch wieder ein kleines finanzielles Polster schaffen. "Wir lassen viel umbauen und investieren wieder in unsere alten Kutter", sagt Hellberg, der seit fast 40 Jahren raus auf die Nordsee fährt.

Doch damit sind nicht alle Probleme der Küstenfischer verschwunden. Gerade die Jüngeren bangen um ihre Fanggründe, die in Zukunft durch Verbotszonen eingeschränkt werden könnten.

Aber auch in Schutzgebieten stehe das Wattenmeer unter Stress, sagt Matthes Grube, der nach fünf Jahren Pause in diesem Jahr wieder auf See fährt. "Wir machen das alle lang genug: Ich glaube nicht, dass wir das Problem sind, die hier die Watten versauen", sagt Grube. "Meiner Meinung nach sind das eher die Elbvertiefung und die Weservertiefung."

Aus dem Watt verschwinden die Priele

Seit Jahren verschwinden Priele aus dem Watt, in denen die Fischer früher Krabben gefangen haben. "Auf der Elbe wird das ganze Jahr verklappt. Dann wird bei Neuwerk angefangen und der Sand treibt hier in die Watten", sagt Grube. "Der Hamburger Hafenschlick, der draußen bei Helgoland verklappt wird, kommt auch hier wieder an." Und das bedroht auch die kleinen Kutterhäfen in Dorum, Wremen und Spieka.

In einem Hafen liegt ein blauer Kutter.
Die "Nixe 2" liegt im Kutterhafen von Dorum-Neufeld. Bild: Radio Bremen | Levin Meis

Tim Armbrust, Decksmann auf dem Kutter "Falke", meidet deshalb immer mal wieder die Fahrrinne in Wremen. "Die versandet ja total. Deshalb fahren wir schon immer in Bremerhaven rein", betont Armbrust.

Werden die Häfen an der Wurster Nordseeküste also langsam verschwinden? Geben die kleinen Kutter und die traditionelle Fischerei in der Region bald auf? Gerd Kraus, Leiter des Bremerhavener Thünen-Instituts für Seefischerei (ISH), sieht das Aussterben der Küstenfischer noch nicht kommen. "Es hängt natürlich davon ab, wie sich der Krabbenbestand weiterentwickelt", sagt Kraus.

Ich bin da aber vergleichsweise optimistisch, dass wir auch hier weiterhin Krabben fangen werden.

Ein Mann sitzt vor einer Seekarte und blickt konzentriert in die Kamera.
Gerd Kraus, Leiter des Bremerhavener Thünen-Instituts für Seefischerei

Der Institutsleiter vermutet auch, dass der ein oder andere Fischer sein Auskommen haben wird. Alles andere wäre schrecklich, so Kraus. Die Frage sei aber: "Wie lange werden sich diese kleinen Sielhäfen aufrechterhalten können? Und das ist natürlich auch eine Kostenfrage."

Zehn aktive Fischer an der Wurster Nordseeküste

Zehn aktive Fischer gibt es aktuell noch an der Wurster Nordseeküste. Die Zahl könnte allerdings rapide sinken, wenn ein Verbot für ihre Grundschleppnetze kommen sollte, warnt Fischer Hellberg. Seit Jahren kritisieren Umweltverbände, dass die Krabbenfischerei Lebensräume im Watt zerstöre. "Wenn man dann auch noch in Betracht zieht, dass für die Fischerei unter Umständen zusätzliche Gebiete vor der Küste geschlossen werden sollen, wird es schon schwierig", sagt Thünen-Leiter Kraus.

Da ist dann wirklich ein bisschen Augenmaß von der Politik gefordert.

Ein Mann sitzt vor einer Seekarte und blickt konzentriert in die Kamera.
Gerd Kraus, Leiter des Bremerhavener Thünen-Instituts für Seefischerei

Um den Strukturwandel zu meistern, rät Kraus den Fischern, sich breiter aufzustellen. Neben dem Krabbenfischen könnten sie etwa Touristenfahrten, Rangertätigkeiten – etwa als Naturführer oder Schutzgebietsbetreuer – oder Fahrten im Auftrag der Wissenschaft anbieten.

Wird es Fischerei immer geben?

Im Hafen von Dorum-Neufeld fällt mittlerweile Regen auf das Deck der "Nixe 2". Stephan Hellberg steht in der Tür des Steuerhauses. "Fischerei ist eines der ältesten Gewerbe auf der Erde und wird es immer geben", vermutet der Fischer. Aber in welcher Form? "Ich weiß nicht, ob die Jungfischer irgendwann Algen oder keine Ahnung was fischen", sagt Hellberg und zögert, dann ergänzt er: "Ich habe Angst, dass die Fischerei komplett aus unserer Region verschwindet."

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  • Ein Mann steht vor einer weißen Wand und blickt in die Kamera.
    Levin Meis

Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 13. März 2026, 8:35 Uhr