Supermond und mehr: Wann sich für Bremer ein Blick in den Himmel lohnt
Supermond strahlt in der Nacht zu Donnerstag über Bremen
Am Mittwochabend strahlt der Supermond am Nachthimmel. Doch nicht nur dann kann der Blick nach oben besonders sein: fünf astronomische Naturschauspiele und die besten Zeiten zum Beobachten.
1 Supermond
Alle 13 bis 14 Monate ist genau dann Vollmond, wenn der Mond auf seiner Umlaufbahn am erdnächsten Punkt angelangt ist. Durch die Nähe kommt mehr von dem Licht, das der Mond reflektiert, auf der Erde an. Dann sieht er nicht nur auffällig groß aus, sondern scheint auch sehr hell zu leuchten. Der geringste Abstand zwischen Erde und Mond wurde am 4. Januar 1912 gemessen und betrug 356.375 Kilometer. Ähnlich nah wird ein Vollmond uns erst wieder am 13. Januar 2036 kommen. Auch wenn nicht jedes Jahr Rekorde gebrochen werden, wird landläufig regelmäßig ein "Supermond" gekürt: Nämlich der Vollmond, der der Erde in einem Kalenderjahr am nächsten kam.
Beim nun am Mittwoch anstehenden Supermond lohnt sich laut Matti Wiemers vom Olbers-Planetarium Bremen vor allem kurz vor Mitternacht ein Blick in den Himmel. Um 23:28 Uhr sei der Mond der Erde am nächsten und erscheine daher dann besonders groß.
2 Polarlichter
Die Nordlichter am Firmament kann man auch von deutschem Boden aus sehen. Von 2024 bis 2026 geht das besonders gut. In dieser Zeit ist die Sonne nämlich sehr aktiv. Ungefähr alle elf Jahre beginnt der Sonnenzyklus von vorn. Polarlichter entstehen, wenn Sonnenstürme elektrisch geladene Teilchen ins All schleudern und diese im Magnetfeld der Erde ankommen. Dort bewegen sich die Teilchen zum Nordpol und treffen auf Stickstoff- und Sauerstoffatome. Die so freigesetzte Energie können Menschen als grünes, lilanes oder rotes Licht sehen. Lichter, die zu schwach für das Auge sind, kann oft eine Kamera trotzdem aufnehmen.
3 Sonnenfinsternis
Ungefähr zwei Mal im Jahr schiebt sich der Mond so zwischen Sonne und Erde, dass er einen Schatten auf die Erde wirft. In Deutschland sieht man dieses Spektakel trotzdem selten. Eine totale Sonnenfinsternis, die man von hier aus sehen kann, fand zuletzt 1999 statt und tritt erst am 3. September 2081 wieder auf. Das ist eine relativ kurze Wartezeit, denn Forscherinnen und Forscher gehen davon aus, dass es durchschnittlich 375 Jahre dauert bis eine totale Finsternis in der gleichen Region erneut auftritt. Häufiger zeigt sich aber die partielle und die ringförmige Variante: Im August 2026 wird die Sonne teilweise bedeckt sein. Mit dem bloßen Auge sollte man sich das Naturschauspiel aber nicht anschauen. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät zu einer Folienbrille, die höchstens 0,001 Prozent des Sonnenlichts durch lässt.
5 Die Geminiden
Wenn man Mitte Dezember ein Blitzen am Himmel sieht, könnte das der stärkste Meteorstrom des Jahres sein: Die Geminiden, der Sternschnuppenschauer der Zwillinge, wurden im Jahr 1862 das erste Mal beobachtet. Erst 1983 stellten amerikanische Astronomen fest, dass die Geminiden, anders als die meisten Sternschnuppen, nicht von einem Kometen stammen, sondern von einem Asteroiden. Forscherinnen und Forscher gehen heute davon aus, dass unter der Oberfläche des Asteroiden Eis verdampft, sobald es der Sonne nah kommt. So entsteht ein Schweif aus Staubteilchen, der den Nachthimmel erleuchtet.
6 Die Milchstraße
In den Sommermonaten kann man die Milchstraße besonders gut sehen. Der hellste und breiteste Abschnitt ist dann nämlich weiter von der Sonne entfernt. Nachts kann man die Milchstraße sehen, die dann vertikal zum Horizont steht. In klaren Winternächten kann man sie in horizontaler Ausrichtung erahnen, aber sie wirkt weniger hell. In Städten hat man aufgrund der hohen Lichtverschmutzung allerdings kaum eine Chance die Milchstraße zu sehen. Dunkle Himmel findet man aber in Sterneparks, die von der US-amerikanischen Vereinigung International Dark Sky Association (IDA) ausgezeichnet werden. Dazu zählen die nordfriesische Insel Pellworm und die ostfriesische Insel Spiekeroog. Die beiden Inseln gehören zu den dunkelsten Regionen Deutschlands.
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 5. November 2025, 7.40 Uhr