Fragen & Antworten
Wie Bremerhavener Forscher zufällig eine unbekannte Insel entdeckten
Ein Team des Bremerhavener Eisbrechers "Polarstern" ist auf einer Antarktis-Expedition überraschend auf eine neue Insel gestoßen. Wie das kam und was nun passiert.
Die Mondmission "Artemis 2" und ihre spektakulären Erkenntnisse sind momentan allgegenwärtig. Gleichzeitig passieren auf der Erde ebenfalls bemerkenswerte Dinge – und mitunter ist das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) involviert: Die Crew des Forschungsschiffes "Polarstern" hat Anfang Februar eine Insel "gefunden".
Wo genau liegt diese Insel und wie groß ist sie?
In der Antarktis, im Weddellmeer. Das Eiland ist 130 Meter lang, 50 Meter breit und ragt 16 Meter aus dem Wasser – also in etwa so groß, wie zwei Forschungseisbrecher "Polarstern" nebeneinander. Damit war das internationale Forschungsteam unterwegs, als es die unverhoffte Entdeckung machte.
Die kleine Insel ist ein ziemlich karger Felsen, etwa in Form einer Kidney-Bohne, grau mit Schnee darauf. Das Weddellmeer liegt im Atlantik, östlich der Antarktischen Halbinsel. Es ist laut AWI eines der letzten weitgehend unberührten Meeresgebiete weltweit.
Wie kam es überhaupt zu der Entdeckung?
Das hat sich ziemlich zufällig und überraschend ereignet. Die Forscherinnen und Forscher waren im Weddellmeer unterwegs, um Meeresströmungen zu erforschen und den Rückgang des Meereises. Wegen schlechten Wetters suchte das Team dann Schutz im Windschatten einer bereits bekannten Insel, der Joinville-Insel.
Plötzlich sei ein "Eisberg" aufgetaucht, "der irgendwie dreckig aussah", wie es ein AWI-Wissenschaftler beschreibt. Die Crew fuhr näher heran und entdeckte den Fels. Anschließend umfuhr sie die unbekannte Insel und vermaß das Stück Land mit der Ausrüstung der "Polarstern". Auch Luftaufnahmen mit einer Drohne entstanden. Damit war die Insel erstmals systematisch erfasst.
Vorher war die Insel tatsächlich völlig unbekannt?
Man wusste, dass da was im Wasser ist – auf Seekarten als unerforschte "Gefahrenzone" angegeben, damit Schiffe die Stelle meiden. Aber der Ort stimmte nicht ganz. Eine Insel war de facto nicht als solche verzeichnet.
Wie soll die Insel nun heißen?
Die Benennung des Fundes ist weniger einfach, als man es sich vielleicht vorstellt. Keiner rammt eine Flagge in die Insel, um sie in Besitz zu nehmen – so funktioniert es heute nicht mehr. Stattdessen folgt die Namensgebung einer Systematik. Das Eiland soll eindeutig bezeichnet und unter dem neuen Namen, den sie mal haben wird, wiederzufinden sein.
Es gibt also einen richtigen Benennungsprozess. Forscher dürfen Vorschläge machen, damit hat man beim AWI bereits Erfahrung. Vor mehr als zehn Jahren wurden etwa zwei Unterwasserberge entdeckt. Auch dafür konnten Vorschläge gemacht werden. Einer der Berge bekam einen Namen aus "Käpt'n Blaubär" von Walter Moers: Nachtigaller-Hügel.
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Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 8. April 2026, 15:40 Uhr