Nützlich, aber stiftet Chaos: Was tun bei einem Maulwurf im Garten?

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So überlisten Sie endlich den lästigen Maulwurf im Garten

Manchmal hilft nur noch Kreativität, um den lästigen Gartenbewohner zu überlisten. Bild: Radio Bremen
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Er lockert die Erde auf und frisst Schädlinge – wer die Tunnelgräber dennoch loswerden will, kann auf einige tierfreundliche Methoden zurückgreifen.

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Im Frühling erwacht der Garten wieder zum Leben – doch mit den ersten warmen Tagen kehren oft auch einige ungebetene Gäste zurück. Maulwürfe werden in vielen privaten Gärten und Parzellen als störend empfunden, weil ihre Hügel Rasenflächen und Beete verunzieren.

Maulwürfe sind streng geschützt

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind Maulwürfe als heimische, wildlebende Art geschützt. 2023 startete die "Deutsche Wildtierstiftung" eine Meldeaktion. Ziel war und ist es einzuschätzen, wie viele Maulwürfe es in Deutschland gibt. Das Ergebnis: der Maulwurf-Bestand in Deutschland nimmt ab. Und das hat mittelfristige Auswirkungen auf die Bodengesundheit und das biologische Gleichgewicht.

Maulwürfe und ihre Hügel haben eine Funktion im Ökosystem: sie lockern, durchlüften und drainieren durch ihre unterirdischen Gänge den Boden. Eine direkte Bekämpfung ist demnach nicht erlaubt und Maßnahmen müssen sich auf tierfreundliche Methoden beschränken.

Nützliche Bewohner im Garten

Laut dem Naturschutzbund Nabu besitzen Maulwürfe einen sehr hohen Stoffwechsel. Deshalb müssen sie ihre bekannten Erdhügel aufwerfen, damit ihre unterirdischen Gänge ausreichend belüftet werden können. Ohne diese Belüftung würden sich in den Tunneln große Mengen Kohlendioxid ansammeln, das die Tiere selbst produzieren.

Im schlimmsten Fall könnten sie daran ersticken. Darum ist es nicht hilfreich, die Haufen nur flach zu klopfen, wenn man die Tiere langfristig loswerden möchte. Oft werfen die Maulwürfe einfach neue Erdhügel auf.

Ein Maulwurf mit schwarzem Fell gräbt sich aus einem Erdhäufchen an die Oberfläche. Im Hintergrund ist unscharf eine grüne Wiese zu sehen.
Die Hände von Maulwürfen sind speziell so entwickelt, dass sie mit ihnen viel und kräftig graben können. Bild: picture-alliance / OKAPIA KG | Oliver Giel

Neben der Lockerung der Erde helfen Maulwürfe allerdings auch beim Schutz der Pflanzen im Garten. "Sie fressen beispielsweise Schädlinge auf", erklärt Dennis Füller vom Kleingärtnerverein "Am Werdersee". Auch in den Parzellen träten vereinzelt Maulwürfe auf, erläutert Füller. Wirklich stören würden ihn die selten Maulwurfbesuche in seinem Garten allerdings nicht.

Maulwürfe sind schon nützlich für den Garten, aber der Rasen sieht dann scheiße aus.

Dennis Füller vom Kleingärtnerverein "Am Werdersee"

Viele Gartenbesitzer befürchten, dass Maulwürfe ihr selbst angebautes Gemüse fressen. Diese Sorge ist jedoch unbegründet. Der Nabu gibt Entwarnung: Die Tiere sind reine Fleischfresser. Sie ernähren sich hauptsächlich von Würmern, Insekten und anderen Kleintieren.

Ein Maulwurf frisst täglich eine Menge, die seinem eigenen Körpergewicht entspricht – das sind auf das Jahr verteilt viele Tierchen, die in seinem Magen statt im Gemüsebeet landen. Außerdem: Maulwürfe sind sehr darauf bedacht, ihr Revier zu verteidigen und andere unterirdische Bewohner zu vertreiben. Diese würden im Garten deutlich mehr Schaden anrichten. Gleichzeitig lockern die gegrabenen Gänge den Boden auf und die Röhren wirken wie ein natürliches Drainagesystem.

Trotz ihrer Vorteile können Maulwürfe die Gartenarbeit jedoch auch stören. Zum Beispiel, wenn das Anlegen ihrer Tunnelsysteme die Wurzeln von Pflanzen beschädigt. Daher ist ein friedliches Zusammenleben mit dem Maulwurf für manchen Gärtner keine Option. In solchen Fällen empfiehlt der Nabu tierfreundliche Maßnahmen, bei denen die "Erdwerfer" nicht zu Schaden kommen.

Akustische Vertreibung von Maulwürfen

Maulwürfe besitzen ein sehr feines Gehör, weshalb sich störende Geräusche gut zur Vertreibung der Tiere eignen. Eine einfache Methode besteht darin, Holzpfähle in die Erdhügel zu schlagen und regelmäßig dagegen zu klopfen. Die entstehenden Vibrationen und Geräusche stören die empfindlichen Ohren der Tiere. Häufig suchen sie sich dann ein ruhigeres Revier.

Gerüche, die Maulwürfe vertreiben

Auch intensive Gerüche können helfen, Maulwürfe aus dem Garten zu vertreiben. Die Tiere verfügen über sehr empfindliche Nasen, die ihnen bei der Nahrungssuche und Gärtnern bei der Vertreibung helfen. Eine Möglichkeit ist beispielsweise einen Sud aus Lebensbaumnadeln, Holunder oder Knoblauch. Dieser kann in kleineren Mengen in die Gänge geträufelt werden.

Maulwürfe verschwinden meist nach zwei oder drei Jahren

Auch Dennis Füller kennt die akustischen Methoden, um Maulwürfe loszuwerden. "Meist sind diese Vorrichtungen aber auch für die Nachbarn nervig", meint Füller. Er selbst trage lediglich die entstandenen Erdhügel ab. Von einer echten "Maulwurfplage" sei ohnehin keine Rede, erklärt der Kleingärtner.

Ich würde nie empfehlen, den Maulwurf zu vertreiben oder zu töten, sondern einfach nichts zu tun.

Dennis Füller vom Kleingärtnerverein "Am Werdersee"

Bei den tierischen Tunnelgräbern handelt es sich laut Füller sowieso um "Saisonware". Denn Maulwürfe haben nur eine relativ kurze Lebensdauer. "Meist sterben die Maulwürfe nach zwei oder drei Jahren und das Problem beseitigt sich so von selbst", begründet Füller seine Zurückhaltung bei der Maulwurfsbekämpfung.

Autorinnen und Autoren

Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 09. März 2026, 19:30 Uhr