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Bremen lehnt Bewerber ab – gibt es keinen Lehrermangel mehr?

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Ein Referendar steht mit zwei Schülerinnen an der Tafel und übt französisch.

Abgelehnte Referendare – wie steht es um den Lehrermangel in Bremen?

460 Menschen haben sich auf einen Referendariats-Platz in Bremen beworben – genommen wurden 200. Für mehr reichen die Kapazitäten nicht. Bild: dpa | Waltraud Grubitzsch
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Bremen hat zum neuen Halbjahr 200 Referendare eingestellt – die Zahl der Interessenten war mehr als doppelt so hoch. Doch für mehr angehende Lehrerinnen und Lehrer fehlt der Platz.

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Warum hat die Bildungsbehörde Bewerber für ein Referendariat abgelehnt?

Bremen und Bremerhaven hat keinen Platz mehr, um weitere Referendare auszubilden. Denn: Alle Nachwuchslehrkräfte müssen während ihrer 18-monatigen Ausbildung an den Schulen betreut und begleitet werden, dafür braucht es Personal und Zeit. Gleichzeitig müssen sie Kurse am Bremer Landesinstitut für Schule besuchen, auch dort braucht es Kursleiter und Klassenräume. "Wir stellen fest, dass es in den Schulen immer herausfordernder wird, Lehrkräfte auszubilden", sagt Stephan Rademacher, Leiter des Landesinstituts für Schule. "Die Schulen haben immer wieder Kollegen zu uns abgeordnet, die uns helfen. Aber auch da ist die Grenze erreicht."

Gleichzeitig spielen aber auch die Bewerbungen selber eine Rolle: Viele Interessentinnen und Interessenten hatten laut Bildungsbehörde eine Vorabzusage bekommen, dann aber nicht die nötigen Unterlagen eingereicht. Deswegen haben sie keinen Referendariatsplatz bekommen.

Wie viele Referendare hatten sich in Bremen beworben?

Zum 1. Februar 2026 hatten sich mehr als 460 Interessenten auf ein Referendariat in Bremen beworben. Genommen wurden 200, knapp 160 davon werden in Bremen, 40 in Bremerhaven ausgebildet. Zusammen mit den angehenden Lehrkräften, die schon länger in den Schulen sind, werden nun 680 Referendarinnen und Referendare an den Bremer Schulen ausgebildet. Die Zahl ist so hoch, weil die Bremer Bildungsbehörde in den vergangenen Jahren mehrfach mehr als 200 Referendare aufgenommen hat – um so dem Lehrermangel entgegenzuwirken.

Hinzukommt, das in Bremen aktuell mit dem Programm "Back to School" und anderen Programmen auch immer mehr Quereinsteiger ausgebildet werden. Dadurch werden die Kapazitäten an Schulen und dem Landesinstitut knapper.

Heißt das, der Lehrkräftemangel ist behoben?

Laut der Bildungsbehörde und auch dem Landesinstitut für Schule entspannt sich der Lehrkräftemangel. Insgesamt sind zum 1. Februar 197 Lehrkräfte in der Stadt Bremen eingestellt worden, auch alle Planstellen seien besetzt. Anders sieht es in Bremerhaven aus: Da sind aktuell 134 Stellen unbesetzt.

Bildungssenator Mark Rackles (SPD) möchte noch nicht Entwarnung beim Fachkräftemangel geben – und jetzt Referendariatsplätze abzubauen sei auch nicht in Planung: "Es wäre sehr mutig zu sagen: Weil jetzt plötzlich mal ein paar weniger gebraucht werden, bilden wir weniger aus, und dann ist in drei bis vier Jahren der Bedarf wieder höher. Um das zu vermeiden, wollen wir die Ausbildungsplätze stabil halten."

Den Lehrkräftemangel als generelles und flächendeckendes Problem bekommt Bremen immer besser in den Griff.

Bildungsstaatsrat Torsten Klieme

Auch Gewerkschaften und Personalvertreter warnen davor, den Lehrermangel als "gelöst" anzusehen. Laut Achim Kaschub, Leiter des Schulleitungsvereinigung, fehlten an den Schulen weiterhin Vertretungsreserven.

Außerdem ist im vergangenen Jahr die sogenannte Landeszuweisungsrichtlinie so gekürzt worden, dass es insgesamt weniger Stunden und damit auch Personal an den Schulen gibt. Die Landeszuweisungsrichtlinie regelt, wie viele Stunden jede Schule bekommt, die entweder mit Unterricht oder mit anderen Aufgaben gefüllt werden. Der Unterricht ist durch die Kürzung zwar nicht betroffen, wohl aber viele Zusatzangebote und eben auch die Lehrerstunden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kritisiert vor allem, wie es mit den Referendaren nach ihrer Ausbildung weitergeht: Aktuell warteten viele auf eine Zusage aus den Schulen. Wegen fehlender Rückmeldung hätten sich einige bereits auf Stellen in anderen Bundesländern beworben.

Wo fehlen aktuell noch Referendare und Lehrkräfte?

Es gibt bestimmte Fächer und auch bestimmte Stadtteile, in denen fast chronisch Personal fehlt. An den Schulen in Bremen-Nord und auch in Bremerhaven sind immer wieder zahlreiche Stellen unbesetzt, die Behörde versucht seit Jahren, dort nachzusteuern.

Zum Beispiel ist die Zahl der Referendare, die in Bremerhaven ausgebildet werden, jetzt erhöht worden – die Hoffnung ist, dass die Nachwuchskräfte dann auch dort ihren Dienst antreten. Bremerhaven will außerdem einen Dualen Master für Grundschullehramt anbieten, auch das soll mehr Personal schneller in die Schulen bringen.

Gleichzeitig gibt es Mangelfächer, in denen händeringend nach Lehrkräften gesucht wird: Mathe, Physik, Chemie, Musik, Sport, Informatik und Sonderpädagogik gehören dazu.

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Bekommt Bremerhaven einen Master für Grundschullehramt?

Bild: Radio Bremen
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Autorin

  • Lisa-Maria Röhling
    Lisa-Maria Röhling

Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 4. Februar 2026, 7:10 Uhr