Geteiltes Bremer Echo auf Reformpaket der Bundesregierung

Audio
Ein Mann legt mehrere Akten zwischen zwei Computer-Bildschirmen auf einen Schreibtisch.

Geteiltes Echo auf Reformpaket der Bundesregierung in Bremen

Der angestrebte Bürokratieabbau trifft bei der Handwerkskammer auf Zustimmung. (Symbolbild) Bild: dpa | Ute Grabowsky
Audio-Ende

Die Arbeitnehmerkammer hat große Bedenken. Die Handwerkskammer befürwortet das Paket. Unter anderem der vorgesehene Bürokratieabbau kommt gut an.

buten un binnen bei Google bevorzugen

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Alexander Gündermann, sagt: Die Reformen können dazu beitragen, wieder mehr Dynamik in der Wirtschaft zu ermöglichen. Zu begrüßen seien vor allem die Vorhaben, Datenschutzvorgaben und Dokumentationspflichten für kleinere Betriebe zu streichen.

Die Arbeitnehmerkammer Bremen findet es richtig, dass Jugendliche künftig stärker bei der Suche nach einem Arbeitsplatz unterstützt werden sollen. Das liege auch im Interesse der Wirtschaft, heißt es. Allerdings kritisiert Peer Rosenthal, Chef der Arbeitnehmerkammer, dass künftig befristete Anstellungen ohne Gründe zu nennen 48 Monate lang möglich sein sollen.

Kritik an Krankschreibung ab dem ersten Tag

Außerdem kritisiert Rosenthal die Entscheidung, Krankschreibungen vom ersten Tag an zu verlangen und die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Das Vorhaben sei eine pauschale Misstrauenserklärung gegenüber den Beschäftigten und führe zu einer "Überforderung des Hausärztesystems". Dem stimmt auch Holger Schelp, Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Bremen, zu. "Diese Entscheidung kann mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollzogen werden", schreibt Schelp auf Anfrage von buten un binnen.

Für Menschen mit akuten Infekten ist es eine Qual, schlapp mit Fieber oder Schmerz zu einer Praxis zu fahren und dort im Wartezimmer sitzen zu müssen. Für uns hausärztliche Praxen ist das eine zusätzliche, sinnlose Aufgabe und raubt die knappe Zeit zum Zuhören und Organisieren.

Holger Schelp, Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Bremen

Bundeskanzler Friedrich Merz sagte im ARD Fernsehen, wenn die telefonische Krankschreibung abgeschafft wird, würde das den Zustand vor Corona wiederherstellen. So hoffe die Koalition, die Zahl der Krankheitstage der Beschäftigten zu reduzieren, mit positiven Effekten für die Wirtschaft.

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 3. Juli 2026, 6 Uhr