Bremer Wirtschaftssenatorin wirbt für Teilbebauung der Galopprennbahn
Wie geht es weiter mit der Bremer Galopprennbahn?
Die Bürgerschaft hat hitzig über die Zukunft der Galopprennbahn in der Vahr diskutiert. Dabei stimmte bei einem Volksentscheid im Jahr 2019 die Mehrheit gegen eine Bebauung.
Erwartungsgemäß lehnte die Koalition in der Sitzung der Bremischen Bürgerschaft am Dienstag einen Antrag der FDP ab, in der Vahr wieder Pferderennen zu erlauben. Kontrovers wurde es aber, als Wirtschaftssenatorin Vogt (Linke) eine Teilbebauung des Geländes anregte. Sechs Jahre alt sei nun der Volksentscheid gegen eine Bebauung der Rennbahn in der Vahr, sagte Vogt. Das darauf basierende Ortsgesetz habe aber nur eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren.
Deswegen muss eine Debatte erlaubt sein, wie wir mit dem Gelände zukünftig umgehen und ob wir es uns leisten wollen, diese wertvolle Fläche immer und ewig für den Wohnungsbau zu versagen.
Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke)
Vogt will Pilotprojekt vorschlagen
Ob das eine abgestimmte Meinung des Senats sei, fragte Jens Eckhoff (CDU). Das sei nicht der Fall, so die Linkenpolitikerin, doch ihre Idee stoße auf Wohlwollen. Ex-Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne) warf ein, der Senat habe damals aber versprochen, sich an den Volksentscheid zu halten.
"Wir haben inzwischen in Bremen eine gutachterlich festgestellte Wohnraummangellage", sagte Vogt. Diese führe unter anderem dazu, dass Facharbeiterfamilien mit einem sehr hohen und guten Einkommen nicht mehr in Bremen wohnen, sondern im Umland, wo sie Lohnsteuer zahlen und da auch ihre Kaufkraft lassen.
Deswegen haben wir nicht nur ein soziales, sondern auch ein finanzielles Interesse daran, neuen Wohnraum zu schaffen.
Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke)
Deshalb will Vogt der Senatskommission Wohnungsbau ein Pilotprojekt für eine Teilbebauung der Rennbahn vorschlagen. Auch einen neuen Volksentscheid hält sie für denkbar. "Wenn wir sagen, wir stellen einen Volksentscheid unter dem Thema: 'Können Teile der Rennbahn bebaut werden oder nicht?', ist das eine sinnvolle Fragestellung – und das würden die Bürgerinnen und Bürger auch verstehen", sagte Vogt. Als nächsten Schritt kündigte die Wirtschaftssenatorin Gespräche mit Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Bausenatorin Özlem Ünsal (beide SPD) an.
CDU wirft Vogt fragwürdiges Demokratieverständnis vor
In der Opposition sorgte der Vorstoß der Wirtschaftssenatorin für Unverständnis. Er zeuge von einem fragwürdigen Demokratieverständnis, sagte Eckhoff. Es sei besonders irritierend, dass Vogt ihren Vorstoß nicht mit den eigenen Koalitionspartnern abgestimmt habe. Die Bremer FDP spricht von einem Foul an der Demokratie, die jetzige Wendung sei ein Affront. Der Senat habe eine Weiterentwicklung jahrelang verschleppt, so der FDP-Abgeordnete Ole Humpich.
Vogt mache diese Diskussion zu einer Unzeit auf, so der Sprecher des Regionalausschusses Rennbahngelände, Jens Dennhardt (SPD). Sechs Jahre sei bei Runden Tischen und mit Wettbewerben auf dem Gelände geplant worden. Würde das nun ignoriert, würden sich alle Beteiligten veräppelt fühlen, sagte Dennhardt.
Das waren die Pläne für die Galopprennbahn:
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Bremens Galopprennbahn bleibt Dauerbaustelle und Streitpunkt
Bis 2016 liefen dort noch Pferde um die Wette, doch seitdem ist auf dem Gelände nicht viel passiert – trotz Volksentscheid und vieler großer Pläne.
Quelle: Radio Bremen