In dieser Ausstellung erzählt eine gefräßige Muschel aus ihrem Leben

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Eine KI-generierte Bohrmuschel auf einem Bildschirm schaut aus einem Stück Holz heraus.

In dieser Ausstellung erzählt eine gefräßige Muschel aus ihrem Leben

Bild: Radio Bremen | Nils Fricke
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Die Holzbohrmuschel sorgt aktuell für marode Kajen in Bremerhaven. Einige Meter davon entfernt im Schifffahrtsmuseum hat sie nun zusammen mit anderen Tieren ihren großen Auftritt.

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"Zerstörer von Weltreichen? Ich?! Ach, das ist doch Blödsinn!", sagt die Holzbohrmuschel Leonard in einem KI-generierten Video, während sie aus einer durchlöcherten Planke rausragt. Die Muschel richtet gerade im Bremerhavener Hafen einiges an Chaos an: Die Tiere haben sich so sehr in die Kaje am alten Hafen reingefressen, dass zwei wichtige Brücken zu den Havenwelten gesperrt werden mussten. Und auch dafür, dass der Molenturm abgesackt ist, ist sie verantwortlich. Doch im Schifffahrtsmuseum in der Ausstellung "Tiere an Bord – Wissen, Ware, Wunder" darf sie sich von einer anderen Seite zeigen.

Eine Frau steht in einem Ausstellungsraum
Museumsdirektorin Ruth Schilling interessiert die historische Verbindung von Tieren und Schiffen. Bild: Radio Bremen | Nils Fricke

Die Bohrmuschel ist nur eines von vielen Tieren, die in der Ausstellung zu sehen sind: Verschiedene Geschichten über tierische Begleiter an Bord werden hier erzählt. "Wir versuchen, die Besucherinnen und Besucher auf eine Reise mitzunehmen", erklärt Museumsdirektorin Ruth Schilling: "Das tun wir, indem wir ein Schiff mit einer bestimmten Tierart koppeln und damit auch in eine ganz spezifische Zeit mitnehmen."

Riesenschildkröten als Proviant – und Beweis für Evolutionstheorie

Eine präparierte Schildkröte in einer Vitrine
Die Riesenschildkröte war ein wichtiger Begleiter auf der HMS Beagle. Bild: Radio Bremen | Nils Fricke

Ein Beispiel sind die Riesenschildkröten auf der HMS Beagle, mit der der Begründer der Evolutionstheorie Charles Darwin auf Expedition war. Laut Schilling haben die Schildkröten Darwin und seiner Crew auf der einen Seite als Proviant gedient. Im zweiten Schritt waren sie für den Forscher aber auch ein Beleg für die Evolutionstheorie.

Und auch die Schwarze Witwe darf in der Ausstellung nicht fehlen. Die Giftspinne hat im Sommer 2024 dafür gesorgt, dass ein Militär-Frachter drei Monate lang im Hafen von Bremerhaven liegen musste. Schädlingsbekämpfer mussten damals jedes einzelne Fahrzeug auf dem Schiff dekontaminieren, damit es wieder ablegen durfte. "Klar war die Frage: Wie schafft es so ein kleines Tier, den internationalen Schiffsverkehr aufzuhalten?", sagt Kurator Sven Bergmann.

Knapp ein Jahr lang können Besucher im Schifffahrtsmuseum nun diese und weitere kuriose Geschichten über Tiere an Bord erfahren.

Bremerhavener Schifffahrtsmuseum widmet sich kuriosen Tieren an Bord

Die neue Ausstellung "Tiere an Bord" im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven zeigt tierische Passagiere auf Schiffen. Vom in Bremerhaven berüchtigten Schiffsbohrwurm, der Schiffsbohrmuschel über Hunde und Katzen an Deck oder Schwarze Witwen auf Militärfrachtern.

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Bild: Radio Bremen | Nils Fricke

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 1. Juli 2026, 10:10 Uhr