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Benzinpreise an Bremer Tankstellen steigen weiter: Das sind die Gründe

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Eine Frau greift zu einer Zapfpistole an einer Zapfsäule.

2-Euro-Marke in Bremen geknackt: Warum der Benzinpreis so stark steigt

Wer tanken will, muss auch in Bremen derzeit tiefer in die Tasche greifen. Bild: Imago | Yona Elsner
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Der Iran-Krieg wirkt sich auf die Spritpreise aus. Wieso sind die Preise jetzt schon so in die Höhe geschnellt? Das beschäftigt auch Ökonomen.

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Die Eskalation im Nahen Osten wirkt sich auf die Spritpreise aus. An manchen Bremer Tankstellen hat der Literpreis für Benzin bereits vor Tagen die 2-Euro-Marke überschritten. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Der Preis für ein Fass (159 Liter) Rohöl der Nordsee-Marke Brent stieg in der Nacht auf Montag um bis zu 29 Prozent auf fast 120 Dollar. Das Niveau konnte er aber nicht ganz halten, lag allerdings am Morgen mit etwas mehr als 115 Dollar immer noch 24 Prozent im Plus.

Ökonom Torben Klarl von der Universität Bremen während eines Vortrags
Torben Klarl ist seit 2016 Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Bremen. Bild: Universität Bremen | Matej Meza

Damit kletterte der Preis für die Referenzsorte des Großteils der weltweit gehandelten Ölsorten auf den höchsten Stand seit dem Sommer 2022. Seit dem Start des Iran-Kriegs vor etwas mehr als einer Woche beläuft sich das Plus auf fast 60 Prozent. Und das hat direkte Auswirkungen auf die Preise an Bremer Tankstellen. Hier sind die wichtigsten Fragen im Überblick.

Wie setzt sich der Spritpreis zusammen?

Laut Torben Klarl, Ökonom an der Uni Bremen, gibt es da mehrere Bausteine, etwa Steuern, Abgaben und den Rohölpreis. Und auch die Währungskurse beeinflussen die Preise – ebenso wie Margen und Raffinerie- und Logistikkosten, sagt Klarl. In Deutschland bestehe etwa zwei Drittel des Endpreises aus Steuern und Abgaben, die längerfristig feststehen. Der Rest werde auf dem Markt bestimmt. Hier sei der Ölpreis in Kombination mit dem US-Dollarpreis der wichtigste Treiber für Veränderungen beim Spritpreis.

Warum steigen jetzt schon die Benzinpreise, obwohl die Konzerne bereits vor längerer Zeit eingekauft haben?

Das liegt daran, dass der Markt nicht die Vergangenheit bepreist, sondern das Risiko von morgen miteinbezieht, erklärt Klarl. Der Markt orientiere sich also nicht an historischen Beschaffungspreisen, sondern an Wiederbeschaffungskosten. Somit gehe es vor allem darum, wie viel die nächste Lieferung wohl kosten wird. "Wird sie aufgrund von Konflikten im Persischen Golf oder Störungen an der Straße von Hormus teurer, schlagen die Erwartungen sehr schnell auf die Preise durch", so Klarl.

Man kann sich das vorstellen wie eine geopolitische Risikoprämie, die jetzt aufgeschlagen wird. Die Märkte reagieren da sehr schnell.

Torben Klarl, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Bremen
Wirtschaftsexperte Rudolf Hickel lächelt.
Rudolf Hickel hat die Universität Bremen sowie den Studiengang Wirtschaftwissenschaft aktiv mit aufgebaut. Bild: Imago | Eckhard Stengel

Aus Sicht von Ökonom Rudolf Hickel – emeritierter Professor der Uni Bremen – handelt es sich bei diesem Vorgehen um "reine Abzocke". Was billiger eingekauft wurde, werde teurer verkauft. Die Preise würden zudem auch deswegen steigen, weil sich die Nachfrage auf die sicheren Standorte konzentriere – etwa Norwegen. Zudem würden Versicherungen teurer.

Wie abhängig ist der Weltmarkt von Öl aus dem Persischen Golf?

20 Prozent des weltweit verbrauchten Öls werden über die Straße von Hormus verschifft, erklärt Klarl. Ungefähr ein Drittel davon gehe nach China, der Rest nach Europa und nach Amerika. "Von daher ist die Straße von Hormus extrem relevant", so Klarl. Halte der Konflikt längerfristig an, seien auch Auswirkungen auf die Inflation möglich. Insgesamt bezieht Deutschland aus 30 Ländern Öl, so Wirtschaftswissenschaftler Hickel.

Welche Preissteigerungen sind noch zu erwarten?

Das ist aktuell aufgrund der dynamischen Lage schwer vorherzusehen. Entscheidend ist Klarl zufolge, welche Entwicklung die Märkte erwarten. Handelt es sich um einen kurzen Konflikt, könne sich der Preis relativ schnell wieder normalisieren. Sei die Konfliktdauer unsicher und werde womöglich Infrastruktur in den Ölförderländern zerstört, könne der Preis auch noch längere Zeit hoch bleiben.

Video

Sprit- und Ölpreise steigen: Bremer bekommen Kriegsfolgen zu spüren

Bild: Radio Bremen
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Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, Dein Audio-Update, 3. März 2026, 16:34 Uhr