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Tanken weiter teuer: Wann sinken die Preise an Bremens Tankstellen?

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Eine Frau betankt ihr Fahrzeug an einer Tankstelle (Symbolbild)

Tanken weiter teuer: Wann sinken die Preise an Bremens Tankstellen?

Tanken ist im Moment wirklich kein Spaß – und die Preise bleiben hoch. Bild: Imago | Wolfgang Maria Weber
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Der Ölpreis sinkt, der Dax klettert – doch an der Tankstelle hat die im Iran-Krieg angekündigte Öffnung der Straße von Hormus noch keinen Effekt. Das gilt auch für die neue 12-Uhr-Regel.

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Iran und die USA haben sich auf eine "beidseitige Waffenruhe" verständigt, der Iran erklärte sich im Gegenzug dazu bereit, die Straße von Hormus für vorerst zwei Wochen wieder zu öffnen. Auch viele Bremerinnen und Bremer dürften die neuen Entwicklungen aufmerksam verfolgt haben – nicht nur, aber auch weil der Krieg in der Region hohe Energiepreise nach sich zieht.

Erste Effekte in der Weltwirtschaft waren bereits kurz nach der Einigung zu erkennen: So gaben die Ölpreise bereits deutlich nach. Auch der Aktienindex Dax kletterte am Morgen um gleich fünf Prozent.

Wie haben sich die Tankpreise in Bremen nach der Einigung entwickelt?

Von einer Entspannung der Lage an der Zapfsäule ist allerdings noch nichts zu sehen. Auch nach 12 Uhr zogen die Preis kräftig an: Ein Liter Super E5 kostete um kurz nach 12 Uhr laut des Portals tankpreise.de 2,26 Euro, ein Liter E10 lag bei 2,20 Euro, ein Liter Diesel 2,47 Euro.

Zum Vergleich: Um kurz vor 11 Uhr lagen die Preise bei 2,19 Euro für Super E5, 2,14 Euro für Super E10 und 2,42 Euro für einen Liter Diesel.

Sollten die Preise nicht schon durch die 12-Uhr-Regelung viel niedriger sein?

Das war zumindest die Hoffnung der Bundesregierung. Außerdem sollte das schnelle Auf und Ab der Tankpreise nachlassen, da Tankstellen aktuell nur noch einmal am Tag – um 12 Uhr – die Preise erhöhen, aber jederzeit senken dürfen.

Eine Woche nach Einführung der Regel lässt sich festhalten: Zwar gibt es in der Tat weniger Preissprünge an den Tankstellen, die Spritpreise aber steigen weiter. Diesel ist inzwischen sogar auf einem Allzeit-Hoch, auch Super ist nach wie vor teuer. "Das österreichische Modell mit einer Preiserhöhung pro Tag funktioniert nicht", sagt daher Christian Laberer, Kraftstoffmarkt-Experte des ADAC

Die Realität straft den Namen Spritpreis-Bremse hier Lügen.

Christian Laberer, Kraftstoffmarkt-Experte des ADAC

Warum funktioniert die Regel nicht?

Laut ADAC reagieren die Mineralölkonzerne auf die mangelnde Flexibilität mit einem deutlichen Risikoaufschlag. Da es nicht die Möglichkeit gebe, zwischendurch den Preis zu erhöhen, setzen ihn die Konzerne gleich deutlich höher an. Trotzdem: "Die Preise sind aktuell aus unserer Sicht deutlich zu hoch. Das gilt sowohl für Benzin als auch für Diesel", so Laberer.

Wie der ADAC hatte auch der Wirtschaftsverband Fuels und Energie im Vorfeld nach Aussage davon abgeraten, die Regel einzuführen. Beim Vorbild Österreich habe es keinen Beleg gegeben, dass das Tanken günstiger wurde, Ursache des Preisanstiegs sei der Iran-Krieg. "Die Tankstellenpreise folgen den Beschaffungskosten an den internationalen Märkten für die Produkte Benzin und Diesel. Sie sind in Deutschland nicht stärker gestiegen als in den Nachbarländern", so ein Sprecher.

Sinken die Preise durch die angekündigte Waffenruhe dann in den nächsten Tagen?

Angesichts der gefallenen Öl-Preise ist das auch die Forderung zahlreicher Politikerinnen und Politiker. Allerdings könnte an den Tankstellen wieder der Rakete-und-Feder-Effekt eintreten: In der Vergangenheit stiegen die Spritpreise bei steigenden Rohölpreisen oft sehr schnell, also wie eine Rakete – dagegen gingen sie bei sinkenden Rohölpreisen nur langsam zurück, wie eine Feder.

Fuels und Energie senkte allerdings schon jetzt die Erwartungshaltung. Entscheidend für die Tankstellenpreise sei nicht der Rohölpreis, sondern die
an den Börsen gehandelten Preise für Kraftstoffe wie Benzin und
Diesel, heißt es vom Verband. Diese richteten sich nach der Angebots- und
Nachfragesituation auf dem Weltmarkt. Man hoffe auf eine rasche Entspannung, aber: "Preisprognosen nehmen wir nicht vor."

Welche Maßnahmen könnten kommen, wenn die Preise nicht sinken?

In der Diskussion sind schon länger eine temporäre Entlastung über die Pendlerpauschale, eine Pauschalentlastung über Daten der Kfz-Steuer, eine befristete Senkung der Energiesteuer und die Senkung der Stromsteuer für alle. Daneben geht es um einen Spritpreisdeckel. Auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hatte Steuersenkungen, kombiniert mit einer Übergewinnsteuer, vorgeschlagen.

Im politischen Berlin ist es nach den Osterfeiertagen allerdings noch sehr ruhig. Hinter den Kulissen dürfte es aber Gespräche geben, welche Maßnahmen nun ergriffen werden. Die schwarz-rote Bundesregierung bekommt von vielen Seiten Druck. Eine von den Koalitionsfraktionen eingesetzte Taskforce erwartet von der Regierung bis Freitag konkrete Prüfergebnisse zu Entlastungsvorschlägen. 

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Sprit- und Ölpreise steigen: Bremer bekommen Kriegsfolgen zu spüren

Bild: Radio Bremen
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Quellen: buten un binnen, AFP, dpa und Reuters.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 8. April 2026, 12 Uhr