"Nicht zerfleischen": Bröckelt Werders Rückhalt bei den Fans?

Verliert Werder den Rückhalt bei den Fans?

Nachdem Werder in Hamburg beim 1:2 gegen St. Pauli wieder nicht gepunktet hat, wollten Fans die Mannschaft nicht vor ihrem Fanblock sehen.

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Die nach Hamburg mitgereisten Werder-Fans wollten die Mannschaft nach der Niederlage nicht vor der Tribüne sehen. Bild: Imago | Oliver Ruhnke

Mit der Niederlage gegen St. Pauli sind die Bremer noch tiefer in die Krise gerutscht. Sogar der Zusammenhalt zwischen Werder und den Fans steht vor einer Zerreißprobe.

Es gab am Sonntagabend wenig, das Werder Bremen Hoffnung machen konnte. Die 1:2-Schlappe gegen St. Pauli war nicht nur das 13. Spiel in Folge ohne Sieg, es schickte Werder auch auf den 17. Tabellenplatz.

Sportlich offenbarte der Auftritt in Hamburg auch kaum Lichtblicke und erzürnte sogar die etwa 3.500 mitgereisten Werder-Fans auf der Tribüne. Vor der Partie hatten sie dort ein großes Transparent aufgehängt mit dem Aufruf: "Alles geben für den Klassenerhalt!", doch offenbar hatten die Bremer in den Augen ihrer Fans genau das nicht getan.

Fans schicken die Werder-Spieler weg

Nach dem Abpfiff machte sich Unmut lautstark breit im Bremer Block, die Werder-Spieler hatten sich dennoch auf den Weg dorthin gemacht, um sich für die Unterstützung zu bedanken. Bevor sie dort ankamen, war ihnen aber bereits auf dem Rasen einer der Verantwortlichen einer Ultra-Gruppe entgegen gelaufen.

Er sprach mit Kapitän Marco Friedl und legte ihm offenbar nahe, mit seinen Teamkollegen lieber in die Kabine und nicht vor die Tribüne zu gehen. Vermutlich wären die Werder-Profis beschimpft worden für ihre schwache Leistung, nun wurden sie von den Fans weggeschickt und taten wie ihnen empfohlen wurde.

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Werders Pleite, Pech und Pannen gegen St. Pauli im Video

Bild: Imago | DeFodi Images
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"Müssen jetzt zusammenbleiben"

Ein seltsames wie seltenes Bild, das sich auf dem Hamburger Rasen bot. Und es demonstrierte, dass das sonst so krisenfeste Verhältnis zwischen Werder und seinen Fans offenbar vor einer Zerreißprobe steht.

Unsere Fans nehmen sehr viel auf sich, unterstützen uns bis zum Abpfiff. Da ist die Enttäuschung riesig und verständlich. Auch in der Kabine sind die Jungs sehr enttäuscht. Wir dürfen aber nicht anfangen, uns jetzt zu zerfleischen. Wir müssen jetzt zusammenbleiben und ich denke darüber nach, wie wir mit den Fans auch wieder zusammenrücken.

Werder-Geschäftsführer Clemens Fritz

Auch der neue Werder-Trainer Daniel Thioune hatte mitbekommen, was im Bremer Fan-Block nach dem Abpfiff losgewesen ist: "Sie haben selber die Reaktion der Fans gesehen", sagte er, jetzt sei gerade nichts mehr da, das im Sinne Werders liefe.

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Werder-Trainer Thioune kämpferisch: "Meine Energie ist ungebrochen"

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Thioune: "Meine Energie ist ungebrochen"

Eine ernüchternde Feststellung des Trainers, der aber auch nach seiner dritten Niederlage im dritten Spiel betonte: "Meine Energie ist immer noch ungebrochen. Ich habe immer noch die Fantasie, dass wir gemeinsam den richtigen Weg einschlagen." Und Thioune rief dazu auf: "Ich glaube, was unheimlich wichtig sein wird, dass wir beieinander bleiben, dass wir zusammenbleiben."

Im Heimspiel am kommenden Samstag gegen den Tabellenletzten Heidenheim dürfte sich zeigen, ob Werder nur den Halt auf dem Spielfeld, sondern auch den Rückhalt der Fans verloren hat. Thioune nennt die nächsten Spiele "Finalspiele". Es geht um nicht weniger als alles für Werder Bremen.

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Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, Instagram, 23. Februar 2026, 8 Uhr