Steffen genießt Werder: "Geil, dass ich jetzt Bundesliga-Trainer bin"
Steffen startet mit Werder in sein erstes Bundesliga-Abenteuer
Mit 56 Jahren darf Horst Steffen doch noch Bundesliga-Luft schnuppern. Die Vorfreude ist groß beim neuen Coach, doch auch seine To-Do-Liste ist ziemlich lang.
Der Empfang der gut 200 Fans für Horst Steffen war deutlich wärmer als das Bremer Schmuddelwetter zum Trainingsauftakt mit dem neuen Werder-Coach. "Die Dimension hier war natürlich größer als in Elversberg", freute sich der 56-Jährige über die nette Begrüßung am Fuße des Weser-Stadions.
Ich habe viel Zuspruch bekommen und mir wurde viel Glück gewünscht. Das war ein herzliches Willkommen für mich und das nehme ich gerne so an und hoffe, dass ich es zurückzahlen kann.
Werder-Trainer Horst Steffen
Die Aufgabe ist nicht einfach für Steffen, der mit Ü50 zu seinem Debüt als Bundesliga-Trainer kommt. Doch wie schon bei seiner offiziellen Vorstellung versprühte der neue Werder-Coach viel positive Energie und Zuversicht. "Ich habe auch Regionalliga mit Elversberg genossen. Und auch Landesliga mit Kapellen-Erft genossen. Ich mache meine Arbeit sehr gerne. Trotzdem gab es die Situation, in der ich gedacht habe: Geil, dass ich jetzt Bundesliga-Trainer bin."
Erstes Werder-Training für Horst Steffen
Steffen ist aber auch ein akribischer Arbeiter, der noch insgesamt "37 Trainingseinheiten" mit der Mannschaft berechnet hatte, bevor es am 15. August mit der ersten Runde im DFB-Pokal gegen Arminia Bielefeld ernst wird. Und bis dahin ist Steffens To-Do-Liste noch umfangreich.
Ducksch bricht Training ab
Die große Unbekannte ist für den Trainer dabei sein Kader: Wer kommt noch und wer geht? Bisher ist mit dem Österreicher Maximilian Wöber erst ein Neuer hinzugekommen. "Wir haben noch ein, zwei Kandidaten, die dazustoßen können, im vorderen Bereich und auf der rechten Seite kann noch etwas passieren", so Steffen.
Einer, der zu den Wechselkandidaten gehört, ist Marvin Ducksch und für den Stürmer endete die erste Einheit bereits vorzeitig. Seine Teamkollegen und die Fans am Zaun des Trainingsplatzes sahen mit an, wie Ducksch mit dem Golfcart zur Kabine gefahren wurde. "Es hat in der Wade gezwickt. Das ist nicht schön, das ist nicht erfreulich. Aber wir müssen die genaue Diagnose abwarten", erklärte Steffen nach der Einheit.
Ausgeliehene Spieler wieder zurück bei Werder
Ob Ducksch geht oder bleibt, ist weiter offen. Die Liste der Bremer Abgänge ist aber schon jetzt ordentlich: Milos Veljkovic (Roter Stern Belgrad), Oliver Burke (Union Berlin), Anthony Jung (SC Freiburg), Derrick Köhn (Galatasaray Istanbul), André Silva (RB Leipzig) und Issa Kaboré (Manchester City) gehören jetzt nicht mehr zum Werder-Kader.
Dafür sind Olivier Deman (Royal Antwerpen), Dawid Kownacki (Fortuna Düsseldorf), Dikeni Salifou (Austria Klagenfurt) und Isak Hansen-Aaröen (Aalborg BK) nach ihren beendeten Ausleihen vorerst wieder zurück in Bremen. Ob sie unter Steffen eine Zukunft bei Werder haben werden, ist noch fraglich.
Wir haben noch immer einen Stamm und wenn davon nicht zu viel weggeht, bin ich überzeugt, dass wir eine gute Mannschaft haben.
Werder-Trainer Horst Steffen
Die Zuversicht und Freude überwog an diesem schmuddelig-nassen Beginn bei Steffen, der sich wie seine Spieler nach dem Training sehr viel Zeit für Autogramme und Fotowünsche nahm. Doch es dürfte schon sehr bald auch in der Kabine etwas rauer zugehen, wenn Steffen Gespräche mit Spielern führen muss, die er aussortieren wird. Umso mehr dürfte sich der 56-Jährige diesen warmen Moment des ersten Trainings festhalten. Denn ab sofort hat er begonnen, der knallharte Bundesliga-Alltag.
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 7. Juli 2025, 18:06 Uhr