Regen, Rudel, keine Tore – Werders XL-Testspiel bleibt mau
Torloses Remis für Werder im Testspiel gegen Parma
Der italienische Klub Parma sollte ein erster Härtetest für die Bremer werden. Doch nach zwei Mal 60 Minuten Spielzeit blieb beim 0:0 der Erkenntnisgewinn überschaubar.
Das dritte Testspiel der Saisonvorbereitung stand am Samstag für Werder Bremen an, das erste während des Trainingslagers im österreichischen Zillertal. Und etliche der 2.000 Fans, die ins Parkstadion in Zell am Ziller gekommen waren, dürften wohl ein wenig Wehmut verspürt haben.
Denn Werders Gegner, das italienische Team aus Parma in den markanten gelb-blauen Trikots, weckt bis heute bitter-süße Erinnerungen bei den Bremer Fans. Der Franzose Johan Micoud war 2002 eben aus Parma zu Werder gewechselt und "Le Chef", wie sie den außergewöhnlichen Spielmacher liebevoll tauften, spielte sich in seinen vier Jahren bei den Grün-Weißen bis heute in die Herzen der Fans.
Werder hofft auf Neuanfang mit Steffen
Es waren damals die letzten glorreichen Jahre der Bremer zwischen Double-Sieg und internationalem Wettkampf. Und die Sehnsucht bei den Werder-Anhängern ist größer denn je, diese Zeiten endlich wieder aufleben zu lassen. Doch der Weg ist noch weit.
Zwar steht Werder gerade wieder vor einem Neuanfang, mit Trainer Horst Steffen soll die Mannschaft wieder offensiven, unterhaltsamen Fußball spielen und dabei langfristig junge Talente aus dem eigenen Nachwuchs zu Topspielern machen. Über Nacht passiert das natürlich nicht, doch mit der Verpflichtung des belgischen Stürmers Samuel Mbangula ist vielleicht ein erster Schritt gelungen.
Millionen-Mann Mbangula noch Zuschauer
Der Zehn-Millionen-Euro-Transfer von Juventus Turin kommt als Versprechen für die Zukunft, soll aber bestenfalls schon in dieser Saison richtig durchstarten. Beim Testspiel gegen Parma musste Mbangula noch zuschauen, Steffen wollte ihm etwas mehr Zeit zum Eingewöhnen lassen. Denn erst seit Donnerstag hatte Mbangula im Zillertal mittrainiert.
So waren am Samstag erst einmal alle anderen bei Werder gefordert, sich dem Regenwetter, dem robusten Gegner aus der Serie A und dem ersten Härtetest von jeweils 60 Minuten zu stellen. Mit Torwart Mio Backhaus, Felix Agu, Amos Pieper, Marco Friedl, Maximilian Wöber, Senne Lynen, Leonardo Bittencourt, Marco Grüll, Romano Schmid, Justin Njinmah und Keke Topp ging Trainer Steffen in die erste Halbzeit.
Parma-Spieler muss ins Krankenhaus
"Ich erwarte eine hohe Aktivität und dass die Jungs Lust haben, sich gegen einen starken Gegner zu zeigen", hatte der 56-Jährige vor der Partie gefordert, doch hundertprozentig wurden seine Erwartungen nicht erfüllt. Nach 60 Minuten ging es mit einem etwas mauen 0:0 in die Kabine. Werder war nicht zu echten Torchancen gekommen, Parma einmal am Pfosten gescheitert.
Die Italiener hatten in der 38. Minute nach einem unglücklichen Zusammenstoß mit Agu Jacob Ondrejka verloren, der sich so schwer am Sprunggelenk verletzte, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste. Kurz vor der Pause trat Parma-Profi Tjas Begic Werders Romano Schmid im Lauf von hinten so rüde in die Hacken, wie es bei freundlichen Testspielen nicht üblich ist. Schmid blieb unverletzt, seine Mitspieler hatten dennoch sofort Puls und rotteten sich als Rudel um den Übeltäter herum. Das hatte Steffen mit "hoher Aktivität" aber wohl kaum gemeint.
Auch die 2. Halbzeit plätschert vor sich hin
Zur zweiten Halbzeit wechselten beide Mannschaften komplett durch, besser und torreicher wurde die Partie aber dadurch auch nicht. Wacker unterhielten sich die Fans mit ein paar Gesängen auf den Rängen selbst, doch das Spiel plätscherte ähnlich vor sich hin wie der Regen vom Himmel.
Nach 120 Minuten im nassen Zillertal trennten sich beide Teams mit 0:0 und der ein oder andere Werder-Fan wärmte sich vielleicht mit schönen Erinnerungen an bessere Zeiten mit ihrem großen Johan Micoud.
In der ersten Halbzeit hätten wir uns deutlich mehr Chancen erarbeiten können, wenn wir genauer gespielt hätten. Und viele aussichtsreiche Chancen haben wir verspielt. Die zweiten 60 Minuten waren für die Zuschauer eher uninteressant, was die Torszenen anbelangt. Trotzdem haben die Jungs dagegengehalten, um das 0:0 zu halten, ohne dass es großartig war.
Werder-Trainer Horst Steffen
Österreichische Kniffel-Gang spielt im Werder-Trainingslager
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 26. Juli 2025, 18 Uhr