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Bremens größtes Möbelhaus eröffnet – nach 20 Jahren Planung und Bau

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Auf einem Möbelhaus steht der Geshcäftsname Höffner.

Möbel Höffner eröffnet Filiale in Bremen-Osterholz

Nach zwanzig Jahren Planungs- und Bauzeit eröffnet an diesem Donnerstag Möbel Höffner am Weserpark. Bild: Imago | Joko
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Geänderte Pläne, eine Klage: Der Bau der Höffner-Filiale am Weserpark hat fast zwei Jahrzehnte gedauert. Warum? Und lohnt sich ein Möbelhaus dieser Größe heute noch?

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An diesem Donnerstagmorgen ist es so weit: Möbel Höffner eröffnet in Bremen-Osterholz, direkt am Weserpark. Vom Kauf des Grundstücks bis zur Eröffnung vergingen mehr als 20 Jahre. Wie es dazu kam und was Kunden jetzt erwartet, erklären wir hier.

Wie groß ist das neue Möbelhaus?

Möbel Höffner hat vier Etagen und eine Verkaufsfläche von rund 33.000 Quadratmetern. Damit ist es das größte Möbelhaus Bremens. Knapp 200 Menschen arbeiten an dem neuen Standort, in den das Unternehmen rund 70 Millionen Euro investiert hat.

Das Gebäude des Möbelhauses Opti Wohnwelt.
"Opti" im Weserpark war bislang Bremens größtes Möbelhaus. Nun wird es von "Höffner" übertrumpft. Bild: Radio Bremen

In der Region wird es allerdings noch immer übertroffen. Denn XXXLutz bei Dodenhof in Posthausen kommt auf rund 40.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Zum Vergleich: Zurbrüggen in Delmenhorst hingegen verfügt nach Unternehmensangaben über etwa 29.000 Quadratmeter. Die im Weserpark ansässige Opti-Wohnwelt kommt auf rund 27.000 Quadratmeter, Ikea in Brinkum auf knapp 22.000 und Meyerhoff in Osterholz-Scharmbeck auf rund 20.000 Quadratmeter. Höffner zählt somit zu den größten Einrichtungshäusern der Region.

Wieso zog sich der Bau so lange hin?

Dem Bau des neuen Möbelhauses ging eine zwei Jahrzehnte dauernde Hängepartie voraus. Denn schon 2005 sicherte sich die Höffner-Mutter Krieger für rund acht Millionen Euro das Gelände, auf dem Radio Bremen damals noch seine Fernsehstudios betrieb.

Doch vor allem die Stadt Achim wehrte sich gegen die Ansiedlung. Sie fürchtete Kaufkraftverluste für den eigenen Einzelhandel. Der Streit mit der Stadt Bremen ging bis vors Bundesverwaltungsgericht. 2010 verlor Achim endgültig.

Es ging zum Schluss gar nicht mehr um die Ansiedlung eines Möbelhauses, sondern schlicht und ergreifend darum, ob alle Baupläne von Bremen rechtsunwirksam sind.

Kurt Krieger, Inhaber der Krieger-Gruppe

Damit war allerdings nur der erste Teil der Verzögerung erklärt. Bremen hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Baugenehmigungen erteilt. Gebaut wurde trotzdem nicht. Später begründete die Krieger-Gruppe dies im Osterholzer Beirat unter anderem damit, dass andere Projekte zunächst vorgezogen worden seien, darunter ein Möbelhaus in Hannover-Isernhagen.

Darüber hinaus änderte der Investor seine Bremer Pläne mehrfach. So waren wiederholt geänderte Bauanträge und Genehmigungen nötig. 2017 stellte Höffner eine Eröffnung für 2020 in Aussicht. Auch daraus wurde nichts. 2020 folgte der nächste Fahrplan: Baustart 2021 oder 2022, Eröffnung im September 2022. Wieder verstrich der Termin. Erst 2025 begann schließlich der Bau.

Was ist von den ursprünglichen Plänen geblieben?

Ursprünglich hatte der Möbelkonzern tatsächlich das größte Möbelhaus im Nordwesten geplant: Mitte der 2000er-Jahre waren auf dem Gelände noch bis zu 45.000 Quadratmeter Verkaufsfläche vorgesehen gewesen. Später sollte neben Höffner ein rund 8.000 Quadratmeter großer Sconto-Möbeldiscounter entstehen – eine weitere Marke der Krieger-Gruppe. Von diesen Plänen hat das Unternehmen allerdings Abstand genommen.

Auch Ort und Ausrichtung der Gebäude änderten sich. Mal wurde das Gebäude gedreht, mal der zusätzlich vorgesehene Sconto-Markt verschoben. Geblieben ist nun ein Möbelhaus mit gut einem Viertel weniger Verkaufsfläche als ursprünglich geplant.

Braucht Bremen ein weiteres großes Möbelhaus?

Genau diese Frage wurde schon vor zwei Jahrzehnten gestellt, als die Pläne für das neue Möbelhaus diskutiert wurden. Damals begründete Bremen die Ansiedlung gegenüber dem damaligen Möbelhaus Klingeberg, heute "Opti-Wohnwelt", mit einer Unterversorgung Bremens mit Möbelhändlern.

Der Eintritt zum Möbelhaus Flamme im Bremer Viertel.
Während "Höffner" den Bremer Möbelhandel erweitert, schließt das Traditionshaus "Flamme" im Viertel. Bild: Radio Bremen | Pascal Faltermann

Als Argument dafür galt die sogenannte Zentralitätskennziffer für Möbel, die einem Gutachten von 2006 zufolge bei rund 79 Prozent lag. Vereinfacht bedeutete die Zahl: Der Bremer Möbelhandel setzte nur rund vier Fünftel der Möbelkaufkraft um, die rechnerisch in der Stadt vorhanden war. Unter dem Strich floss also Kaufkraft aus Bremen ab – etwa zu Ikea und Dodenhof im Umland. Das neue Möbelhaus sollte einen Teil dieser Kaufkraft zurückholen.

Zehn Jahre später kam eine Bremer Einzelhandelsuntersuchung für 2016 und 2017 im Möbelsegment immer noch auf eine Zentralität von nur rund 82 Prozent.

Einen aktuellen Wert für 2026 gibt es zwar nicht. Die Schließung von Möbelhäusern wie Flamme im Bremer Viertel dürfte die Kennziffer jedoch nicht verbessert haben. "Es ist gut, dass diese Lücke nach vielen Jahren endlich geschlossen wurde und dass das Angebot in Bremen jetzt deutlich größer geworden ist", sagt Stefan Brockmann, Vorsitzender des Einzelhandelsausschusses der Handelskammer Bremen und Bremerhaven und selbst Möbelhändler in Bremen.

Passt ein neues großes Möbelhaus zur Branchenflaute?

Die deutsche Möbelindustrie schrumpft. Dem Branchenverband VDM zufolge sanken die Umsätze seit 2022 von rund 18,8 Milliarden Euro auf rund 15,8 Milliarden Euro im Jahr 2025. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Umsatz bei 7,7 Milliarden Euro, also erneut 2,7 Prozent unter dem Vorjahreshalbjahr.

Dies spiegelt sich auch im deutschen Möbelhandel wider. Nach Berechnungen des Forschungsinstituts IFH Köln sank das Marktvolumen 2025 um weitere 1,1 Prozent auf 23,9 Milliarden Euro.

Höffner-Eigentümer Kurt Krieger sieht darin allerdings keinen Grund, nicht zu investieren. "Ich mache das ja nun schon ein paar Jahrzehnte. Und da gab es immer mal wieder Wellen nach oben und nach unten", sagt er. Auch den Onlinehandel sieht er nicht ausschließlich als Konkurrenz. Das Internet müsse als "Schaufenster" funktionieren. Danach müsse Höffner die Kunden vor Ort überzeugen.

Für den Standort Bremen spricht aus Höffners Sicht zudem die Lage: Weserpark und andere Händler sorgten bereits für Kundenfrequenz, die A1 und A27 für die Anbindung an ein großes Einzugsgebiet – "und das reicht von der holländischen Grenze bis Hamburg", sagt Krieger.

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Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 16. September 2026, 17:40 Uhr