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250 Jahre Unabhängigkeit: Welche Bedeutung die USA für Bremen hatten

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US-Fahnen wegen am Washington Monument. Im Hintergrund ist die Kuppel des US-Kapitols zu sehen.

250 Jahre Unabhängigkeit: So wichtig waren die USA für Bremen

Die USA feiern am 4. Juli 2026 den 250. Unabhängigkeitstag. Bild: dpa | Sebastian Gollnow
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Die USA werden eigenständig – für Bremen beginnt ein besonderes Zeitalter. Doch noch viel mehr verbindet Bremen und Bremerhaven mit den USA. Die wichtigsten Fakten im Überblick.

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Die USA feiern am 4. Juli ihren 250. Unabhängigkeitstag. 1776 erklärten sich 13 britische Kolonien von Großbritannien unabhängig und nannten sich Vereinigte Staaten von Amerika. Bis heute gehören die USA zu den wichtigsten Handelspartnern von Bremen: 2024 hatten sie laut Statistischem Landesamt den größten Anteil am Exportvolumen Bremens. Aber auch auf dem Gebiet der Raumfahrt gibt es wichtige Verbindungen: Der Standort Bremen ist einer der wichtigsten europäischen Partner für das bemannte US-Raumfahrtprogramm.

Begonnen haben die Beziehungen zwischen den USA und Bremen aber schon viel früher: kurz nachdem die Vereinigten Staaten von Amerika unabhängig wurden.

1 Die "goldene Periode des bremischen Handels" beginnt

Ansicht von Bremerhaven mit Fort Wilhelm (1842)
Eine historische Ansicht zeigt Bremerhaven im Jahr 1842. Bild: dpa | akg-images/Bildarchiv Steffens

Nur wenige Jahre nach dem Ende des amerikanischen Ringens um die Unabhängigkeit begann der Transatlantikhandel mit Bremen (1783). Erste Kontakte von Bremer Kaufleuten wurden aber wohl bereits seit Anfang der 1780er Jahre geknüpft. "Die Bedeutung der Handelsverbindung zeigt sich in dem Umstand, dass 1794/1796 anscheinend auf Initiative hoher politischer Entscheidungsträger in den USA ein US-Konsulat in Bremen gegründet wurde, offenbar als eines der ersten in Europa", schreibt Frederic Theis auf Anfrage von buten un binnen. Der Wissenschaftler beschäftigt sich beim Deutschen Schifffahrtsmuseum unter anderem mit diesem Teil der Geschichte. Ab den 1790er Jahren nimmt der Seehandel mit den USA an Fahrt auf.

Der Bremer Bürgermeister Christian Abraham Heineken sprach ab 1795 von der 'goldenen Periode des bremischen Handels'.

Frederic Theis, Deutsches Schifffahrtsmuseum

Auch der frühere Leiter der Abteilung Handelskunde am Bremer Übersee-Museum, Hartmut Roder, schreibt in einem Beitrag zum Sammelband "Bremen und Amerika" aus dem Jahr 2010: "Keine andere europäische Stadt verdankt ihre wirtschaftliche Entwicklung in den letzten 200 Jahren dem Handel mit den Vereinigten Staaten von Amerika so sehr wie Bremen."

2 Bremer Kaufleute in den USA und was sie handelten

Historische Aufnahme zeigt Schiffe in einem Hafenbecken im Bremer Freihafen um 1910
Blick in den Freihafen von Bremen im Jahr 1910. Bild: dpa | SZ Photo/Scherl

1827 wurde ein Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen den USA und Bremen geschlossen. Er machte einen noch intensiveren Handel möglich, "womöglich nicht zufällig im selben Jahr, in dem Bremen einen neuen seewärtigen Hafen zu bauen beginnt", vermutet Historiker Theis. In der Folge zieht es immer mehr Bremer Kaufleute für ihre Ausbildung oder für die Gründung von Niederlassungen in die USA.

So war es keineswegs verwunderlich, dass sich 1846 rund 176 Bremer Firmen in den USA angesiedelt hatten, was sämtliche europäische Handelsplätze bei Weitem übertraf.

Hartmut Roder, frühere Leiter der Abteilung Handelskunde am Bremer Übersee-Museum, in seinem Beitrag

Aus Sicht Bremens waren die USA "attraktiver Absatzmarkt für Fertigprodukte, Manufakturwaren, Eisenwaren, Textilien", so Theis. Nach Bremen importiert wurden vor allem Tabak, Baumwolle, Reis, Kaffee und Zucker. Güter, von denen viele in Sklavenarbeit produziert wurden und dadurch weißen Händlern Reichtum bescherten. Später wurde auch die Einfuhr von Erdöl wichtig.

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3 Die Auswanderung wird zum lukrativen Geschäft

Ein kolorierter Holzstich zeigt Menschen mit Kisten vor einem Schiff.
Mehr als sieben Millionen Menschen wanderten bis 1974 von Bremerhaven aus nach Übersee aus – die meisten in die USA. Bild: dpa | akg-images

"Zwischen der Mitte des 19. Jahrhunderts und den 1920er Jahren entwickelte sich das Auswanderungsgeschäft zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren für Bremen und Bremerhaven", schätzt man im Auswandererhaus in Bremerhaven. Von den Auswanderern hätten gleich mehrere Branchen profitiert, so zum Beispiel Auswandereragenturen, Ausrüstungsgeschäfte, Gastwirte und Beherbergungsbetriebe und ganz besonders die Reedereien. "Eine Schlüsselrolle spielte der 1857 gegründete Norddeutsche Lloyd. Allein zwischen 1880 und 1924 erwirtschaftete das Unternehmen im Auswanderergeschäft einen Umsatz von rund 325 Millionen Mark", so Simone Blaschka, Direktorin des Auswandererhauses.

Das Auswanderergeschäft hatte auch Einfluss auf einen anderen wichtigen Wirtschaftszweig Bremens: den Schiffbau. "Die steigende Zahl der Auswandernden machte größere und modernere Schiffe erforderlich, während neue und leistungsfähigere Schiffe wiederum mehr Passagiere zu günstigeren Preisen befördern konnten", sagt Blaschka.

4 Wer über Bremerhaven in die USA auswanderte

Historische Aufnahme des Auswandererhauses in Bremerhaven
1849 entstand in Bremerhaven das Auswandererhaus, in dem bis zu 2.000 Auswandernde zu recht günstigen Preisen und unter guten Bedingungen untergebracht werden konnten. Bild: Radio Bremen

Bremerhaven entwickelte sich zum zweitgrößten Auswanderungshafen Europas: 7,2 Millionen Menschen begaben sich seit 1830 von hier aus auf die Reise – der überwiegende Teil von ihnen in die Vereinigten Staaten. Anfang der 1850er Jahre gab es die erste große Auswanderungsbewegung: "Da fuhren jährlich über Hunderttausend Menschen aus deutschen Ländern ab, weil sie für sich und ihre Kinder in den Dörfern, aus denen sie kamen, keine Zukunft mehr sahen. Ihr Land war zu klein, um davon leben zu können. In den USA dagegen konnten sie genug Land erwerben – das zuvor den Indigenen genommen worden war", so Blaschka.

Für viele Nachfahrinnen und Nachfahren hat Bremerhaven eine starke symbolische und emotionale Bedeutung. Der Ort steht für den Beginn der Reise ihrer Familie in ein neues Leben.

Dr. Simone Blaschka lächelt in die Kamera
Simone Blaschka, Direktorin Auswandererhaus Bremerhaven

1881/82 gibt es wegen einer schweren Wirtschaftskrise eine weitere Auswanderungswelle, diesmal sind es vor allem junge Männer und Frauen, die in Übersee ihr Glück suchen. Auch in den 1920er Jahren wandern vermehrt Menschen aus. Aus dem kriegszerstörten Deutschland zog es Familien und Alleinstehende in die USA, ergänzt Blaschka. "Nach dem Zweiten Weltkrieg verließen zudem rund 700.000 Displaced Persons Europa über Bremerhaven. Darunter waren Überlebende der Shoah ebenso wie ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter."

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5 So viele Bremens gibt es in den USA

Deutsche Städtenamen in den USA sind laut Simone Blaschka kein ungewöhnliches Phänomen, sondern typisch für die amerikanische Siedlungsgeschichte. In den USA gibt es heute mehr als zehn Orte mit dem Namen "Bremen" oder "New Bremen", kleinere Orte in verschiedenen Bundesstaaten, die Sie sich in unserer Karte näher ansehen können. Heute geben laut Auswandererhaus rund 40 Millionen Menschen in den USA an, deutsche Vorfahren zu haben. Das entspricht etwa zwölf Prozent der Bevölkerung.

Warum es in den USA so viele Bremens gibt

An der Weser gibt es nur ein Bremen, in den USA jedoch ziemlich viele. Das hat historische Gründe.

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Bild: Radio Bremen

6 Diese Rolle spielten die USA bei der Neugründung des Landes Bremen 1947

Zu der Zeit ein alltägliches Bild in Bremen: Die US-Militärpolizei.
In der Nachkriegszeit ein alltägliches Bild in Bremen: die US-Militärpolizei. Bild: Staatsarchiv Bremen

Am 26. April 1945 besetzte die britische Armee Bremen und es wurde Teil der britischen Besatzungszone, wie später ganz Nordwestdeutschland. Kurz später übergab sie Bremen und Bremerhaven an die US-Militärregierung, wie es schon vorher vereinbart gewesen war. Durch die "Bremer Enklave" inmitten der britischen Besatzungszone sicherten sich die Amerikaner den Zugang zum Meer.

1947 wurde dann durch die Proklamation Nr. 3 die Eigenständigkeit des Landes Bremen wiederhergestellt. Eine wichtige Rolle kam dem damaligen Bremer Bürgermeister Wilhelm Kaisen zu. Er setzte sich stark dafür ein, dass Bremen seine Eigenständigkeit als Bundesland erlangen konnte.

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Unterzeichnung der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1876

4. Juli 1776: 250 Jahre US-Unabhängigkeitserklärung

Bild: Imago | H. Tschanz-Hofmann
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Autorin

Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: butenunbinnen.de, Dein Audio Update, 6. Juli 2026