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Behörde lehnt Vorschläge für ticketlosen Nahverkehr in Bremen ab
Behörde lehnt Vorschläge für ticketlosen Nahverkehr in Bremen ab
Ein Gutachten zeigt drei mögliche Varianten auf, wie das Nutzen von Bus und Bahn ohne Ticket machbar wäre. Das Ressort lehnt alle ab. Die Idee ist aber noch nicht vom Tisch.
Es gibt sie schon seit mehr als sechs Jahren. Um herauszufinden, wie man das finanzieren könnte, hat das Bremer Verkehrsressort ein Gutachten in Auftrag gegeben, das schon seit einiger Zeit der Behörde vorliegt. Die Vorschläge der Experten stoßen beim Ressort allerdings auf wenig Gegenliebe.
Welche Möglichkeiten zur Finanzierung eines ticketlosen Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gibt es denn?
Es gibt insgesamt drei Ideen, die auch umsetzbar wären. Zum einen die sogenannte Nahverkehrsabgabe, die ja auch schon die Grünen im Land Bremen gefordert haben. Heißt: alle Menschen im Land Bremen zahlen monatlich einen Betrag — 19 Euro fordern die Grünen, 25 Euro schlägt das Gutachten vor. Und damit soll der ticketlose ÖPNV dann finanziert werden. Eine andere Idee wäre die City-Maut einzuführen. Dadurch müsste jedes Auto eine Maut bezahlen, wenn man auf bestimmten Bremer Straßen in der Innenstadt unterwegs ist. Und die dritte Möglichkeit wäre, die Parkgebühren anzuheben.
Warum lehnt die Verkehrsbehörde denn alle drei Varianten ab?
Sie kritisiert, dass eine Nahverkehrsumlage nur die Menschen im Land Bremen betreffen würde, alle anderen — also zum Beispiel Pendler aus dem niedersächsischen Umland — müssten sie nicht zahlen. Und das ist für die Verkehrsbehörde ungerecht. Und auch die höheren Parkgebühren und die City-Maut lehnt das Ressort ab, weil man dadurch der Innenstadt und den Einzelhandel schädigen würde. Und das wäre genau das Gegenteil von dem, was man ja erreichen möchte. Denn je teurer die Innenstadt wird, desto eher fahren die Menschen in die außerhalb der City liegenden Shoppingcenter und kaufen da ein.
Es gibt in Deutschland aber auch Städte, die den kostenlosen ÖPNV schon anbieten. Wie machen die das denn?
Das sind vor allem Städte im Süden von Deutschland, unter anderem Erlangen, Schwetzingen oder auch Monheim am Rhein. Der Unterschied zwischen diesen Städten und Bremen ist allerdings das Geld. Denn die anderen haben welches und das Land Bremen eben nicht. Deshalb finanzieren die Städte den kostenlosen ÖPNV auch alle aus der eigenen Stadtkasse. Für Monheim am Rhein heißt das 1,5 Millionen Euro jedes Jahr — der gewünschte Effekt ist allerdings da auch nicht eingetreten. Das hat eine Studie herausgefunden. Zwar nutzen mehr Menschen Bus und Bahn, aber nicht so viele wie erhofft. Und vor allem bei den Pendlerinnen und Pendler hat sich gar nichts getan. Die nutzen statt des kostenlosen ÖPNV lieber weiter das Auto.
Hat sich die Idee eines ticketlosen Nahverkehrs in Bremen damit erledigt?
Nein. Die Idee will man nicht aufgeben und hat die Experten gebeten, das noch einmal zu prüfen und andere Finanzierungsvorschläge zu erarbeiten. Das neue Gutachten ist gerade in Arbeit. Wann das veröffentlicht wird, ist momentan noch unklar.
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Nachmittag, 21. November 2025, 16:35 Uhr