Plötzlich 2. Bundesliga: Der Aufstieg der Latein-Formation Weyhe

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Vom Freizeit-Kurs in die 2. Bundesliga: Die Lateinformation Weyhe

Am Samstag steht für die Formation aus Weyhe das letzte Turnier in dieser Saison in der 2. Bundesliga Nord an. Bild: Radio Bremen
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Bei der Formation des SV Weyhe steht der Spaß im Vordergrund. Obwohl sie nur einmal pro Woche trainieren, haben die Tänzerinnen und Tänzer es bis in die 2. Bundesliga geschafft.

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Alles begann vor vier Jahren auf dem Sofa von Michelle Oppermann. Gemeinsam mit ihrer Freundin Laura Salmeri verbrachte sie einen Abend vor dem Fernseher, als ein Entschluss gefasst wurde, den seitdem keiner bereut hat: "Mensch, es wäre doch total schön, wenn wir die Leute von damals noch einmal zusammenbekommen. Und einfach noch einmal die Woche ein bisschen Spaß haben."

Es war die Geburtsstunde des A-Teams in der Tanzsport-Abteilung des SV Weyhe. Rasch wurde eine zweistündige Hallenzeit pro Woche arrangiert und viele Tänzerinnen und Tänzer aus dem Freundeskreis für das Revival akquiriert. Vorher hatten diese bereits Erfahrungen in Bremen, Syke, Oldenburg oder auch Weyhe gesammelt.

Wir haben viele dabei, die schon seit Jahrzehnten tanzen. Die auch hoch getanzt haben, in der Bundesliga und bei Deutschen Meisterschaften.

Laura Salmeri gibt ein Interview.
Laura Salmeri

In Lübeck droht der Abstieg aus der 2. Bundesliga Nord

Seit 2022 hat die Freundeskreis-Formation eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Dabei wird nur einmal pro Woche zwei Stunden lang trainiert. Trotzdem sind die Weyher seitdem von der Landesliga bis in die 2. Bundesliga Nord aufgestiegen.

In dieser droht nun allerdings der direkte Wiederabstieg. Bei den ersten vier Turnieren sind die Weyher einmal auf dem 7. Platz, zweimal auf dem 6. Platz und einmal auf dem 5. Platz gelandet. Die Teams auf Rang sechs und sieben steigen nach der Saison in die Regionalliga ab. Noch besteht die Hoffnung, womöglich beim letzten Turnier der Saison in Lübeck doch noch den Klassenerhalt zu schaffen. Gleichwohl: Die Chancen stehen eher schlecht.

Spaß steht bei Freundeskreis-Formation im Vordergrund

"Wir wollen auf jeden Fall in der 2. Bundesliga bleiben. Da gefällt es uns", sagt Sarah Oliver. Nach achtjähriger Pause hat sie in Weyhe wieder mit dem Tanzen begonnen. Bei allem sportlichen Ehrgeiz steht der gemeinsame Spaß eindeutig im Vordergrund. "Bei uns ist kein Druck dahinter", erzählt Salmeri. "Das hast du in manchen anderen Mannschaften und Sportarten. Das gibt es bei uns einfach nicht, das ist schön." Dies gefällt auch Oppermann.

Unser Ziel war immer, mit dem größtmöglichen Spaß den bestmöglichen Durchgang auf dem Turnier zu tanzen.

Michelle Oppermann gibt ein Interview.
Michelle Oppermann

Neue Choreografie war "echtes Mammutprojekt"

Dass der Weg sogar bis in die 2. Liga geführt hat, findet Oppermann "total verrückt". Für Trainer Stefan Warnken ist es derweil nicht allzu einfach, bei nur einer Trainingseinheit pro Woche etwas einzustudieren. Er selbst hat einst 2003 in Weyhe mit dem Formationstanzen begonnen. Nach anfänglicher Skepsis ließ er sich 2022 überzeugen, den Trainerjob zu übernehmen. Das Vorwissen seiner Tänzer hilft ihm dabei sehr.

Das sind alles erfahrene Leute. Denen muss ich nicht dreimal die Dinge sagen. Das ist für mich purer Luxus.

Stefan Warnken gibt ein Interview.
Stefan Warnken, Trainer der Formation des SV Weyhe

Trotzdem sei es "ein echtes Mammutprojekt", eine neue Choreografie zu implementieren. Seit dieser Saison tanzt die Formation die Choreografie "Heart & Soul", mit der die TSG Bietigheim 2024 bei der Deutschen Meisterschaft den 3. Platz belegt hat.

Allerdings, räumt Warnken ein, "sind wir einfach noch nicht fertig gewesen". Dies erklärt auch das schwere Leben in dieser Saison für die Weyher. Zwischen den Turnieren in der 2. Bundesliga konnte zumindest noch ein wenig an Verbesserungen gearbeitet werden. Indes: Dass es voraussichtlich dennoch nicht zum Klassenerhalt reicht und der Weg, zumindest vorerst, zurück in die Regionalliga führt, dürfte die Formation nicht nachhaltig umhauen.

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Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 7. April 2026, 18:06 Uhr