Horst Steffen ist Geschichte bei Werder Bremen – aber wer hat wirklich Schuld an der Lage?
Quelle: Gumzmedia | Andreas Gumz
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Für einen Großteil der Bremer Fans steht statt Horst Steffen ein anderer als Schuldiger der Misere fest: Geschäftsführer Clemens Fritz.
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Horst Steffen ist das Bauernopfer in Werders Versuch, den Abstieg zu verhindern. Clemens Fritz steht jedoch bei vielen Fans am Pranger und muss nun liefern, meint unsere Autorin.
Der Trainer ist meistens das schwächste Glied, wenn ein Fußball-Klub in die Krise gerät. Das bekam auch Horst Steffen bei Werder Bremen zu spüren. Zehn Spiele ohne Sieg sprachen gegen ihn, aber sonst eigentlich nicht viel. Die Mannschaft spielte nicht gegen ihren Trainer und für die vielen Verletzten konnte er auch nichts. Und der Kader wurde Steffen vorgesetzt.
Schuld ist er jetzt trotzdem. Im letzten Juni kam er als Menschenfänger nach Bremen, acht Monate später verlässt er den Klub als Bauernopfer. Die Mannschaft brauche einen neuen Impuls, begründete Werders Geschäftsführer Clemens Fritz die Trennung. Allerdings übernehmen vorerst Steffens Co-Trainer Raphael Duarte und Christian Groß die Arbeit – Aufbruch sieht anders aus.
Fan-Häme für Fritz
Für einen Großteil der Bremer Fans steht ohnehin ein anderer als Schuldiger der Misere fest: Clemens Fritz. "Steffen raus"-Sprechchöre hatte es nie gegeben, dafür ein Plakat mit der Aufschrift "Fritz verleihen".
Es war blanke Häme der Werder-Fans nach Fritz' Blamage im kleinen Transfer-Einmaleins. Dass er vom Online-Portal "Transfermarkt.de" aufgeklärt werden musste, er könne doch mehr als die bereits sechs ausgeliehenen Profis ausleihen, ließ Fritz wie einen blutigen Anfänger dastehen.
Online-Petition fast am Ziel
Seit anderthalb Jahren steht Fritz in der Verantwortung bei Werder. Glänzen durch ein gutes Händchen bei Transfers konnte er bisher nicht. Im Gegenteil. Der Boniface-Flop geht auf sein Konto, ebenso wie viele Käufe und Leihen, die nicht einschlugen – ein Armutszeugnis für Fritz.
Teile der Werder-Fangemeinde zweifeln sogar so sehr an Fritz' Kompetenz, dass sie eine Online-Petition starteten, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu erzwingen. Dort soll die Amtsführung von Fritz bewertet werden. 7.000 Unterschriften sind nötig, 5.588 bereits gesammelt. Die Luft für Fritz wird rauer an der Weser.
Keine Verstärkung für die Rückrunde
Der Kader, den Fritz viel zu spät zusammenstellte, ist zu schwach. Verstärkt hat er ihn im Winter aber nicht. Trotz vieler verletzter Verteidiger und einer wenig durchschlagskräftigen Offensive. Das Transferfenster schloss am Montagabend und bei Werders Mannschaft bleibt alles beim Alten – wieder keine Spur von Aufbruch.
Nun soll der nächste Trainer mit dieser Truppe den Abstieg verhindern. Werder sucht wohl eher einen Magier als einen Fußball-Coach. Denn auch Fritz muss hoffen, dass der neue Mann wundersame Fähigkeiten für den Erfolg mitbringt – sonst dürfte wohl auch der letzte Rückhalt für ihn selbst von der Klubführung verschwinden.
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