Jetzt steht endgültig fest: Bremer Langemarckstraße behält ihren Namen
Jetzt steht endgültig fest: Bremer Langemarckstraße behält ihren Namen
Der Neustädter Beirat hat entschieden: Es wird keine Umbenennung geben. Die Debatte um die mögliche Änderung des Straßennamens hatte jahrelang für erhitzte Gemüter gesorgt.
Die Langemarckstraße soll aber "als Ort der kritischen und aktiven Erinnerungskultur" dauerhaft umgewidmet und erhalten werden. Das hat der Beirat am Donnerstagabend in einer öffentlichen Sitzung beschlossen.
Die Ergebnisse einer Befragung unter Anwohnerinnen und Anwohner und zweier Einwohnerversammlungen hatten demnach ein klares Bild ergeben: Eine deutliche Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger lehnt eine Umbenennung ab. Jedoch wurde laut Beirat der Wunsch formuliert, "die Langemarckstraße besser und sichtbarer in die Erinnerungskultur im Stadtteil und Bremens einzubinden".
Ursprung des Namens soll besser eingeordnet werden
Der Name der Straße geht auf ein Gefecht zurück, das sich zu Beginn des Ersten Weltkriegs nahe des belgischen Ortes Langemark ereignete. Durch die Verklärung der tatsächlichen Ereignisse erst im Kaiserreich und später unter den Nationalsozialisten entwickelte sich der "Langemarck-Mythos". Um den Ursprung des Straßennamens besser einzuordnen, schlägt der Beirat unter anderem erklärende Tafeln an den Straßenschildern und eine Städtepartnerschaft mit der belgischen Gemeinde Langemark vor.
Ob die Vorschläge umgesetzt werden, soll Bremens Kultursenator Andreas Bovenschulte (SPD) entscheiden. Demnach fordert der Beirat den Senator auf, "einen strukturierten und nachhaltigen Erinnerungsprozess zur Geschichte der Langemarckstraße aufzusetzen und zu moderieren".
Etwa 60 Prozent der Radio Bremen Meinungsmelder lehnen das Umbenennen alter Straßen grundsätzlich ab. Das ist das zentrale Ergebnis unserer Befragung vom 11. bis zum 15. Juni, an der sich gut 3.600 Personen beteiligt haben.
Diejenigen unter den Meinungsmelderinnen und Meinungsmeldern, die gegen die Umbenennung von Straßen gestimmt haben, begründen ihre Ablehnung unter anderem mit den hohen Kosten sowie dem Verwaltungsaufwand dahinter.
Befragte, die sich für eine Umbenennung von Straßennamen aussprechen, begründen dies häufig mit ihrem Unbehagen, wenn es um Menschen mit nationalsozialistischem Hintergrund geht. Statt an diese Personen zu erinnern, könne man mit einem neuen Straßennamen Menschen ehren, die es tatsächlich verdient hätten.
Bremer Senat forderte stärkere Bürgerbeteiligung
Im Jahr 2022 hatte sich der Neustädter Beirat einstimmig dafür ausgesprochen, die Langemarckstraße in Georg-Elser-Allee umzubenennen. "In der Folge wurde jedoch deutlich, dass diese Entscheidung von Menschen vor Ort als ein tiefer Eingriff in ihre Lebenswelt empfunden und von vielen abgelehnt wurde", resümiert der Beirat rückblickend.
Auch der Senat lehnte in der Folgezeit den Beschluss zur Umbenennung ab und forderte stattdessen eine stärkere Bürgerbeteiligung. Das daraus entwickelte Verfahren endete im April dieses Jahres.
Wie Bürger im Streit um die Umbenennung der Langemarckstraße beteiligt werden
Quelle: buten un binnen.
Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 18. Juni 2026, 21 Uhr