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Höhere Gebühren für Schausteller: Was heißt das für Bremens Freimarkt?

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Der 990. Bremer Freimarkt ist eröffnet

Der Bremer Freimarkt findet in diesem Jahr vom 17. Oktober bis zum 2. November statt. Bild: Radio Bremen | Inès Schumann
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Das Wirtschaftsressort erachtet den erheblichen Anstieg der Standgebühren als gerechtfertigt. Die Schausteller hingegen warnen davor, dass der Freimarkt an Attraktivität verliert.

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Nachdem der Senat die Änderung der Gebührenordnung mit rot-grün-roter Mehrheit beschlossen hatte, wurde diese im Januar von der Stadtbürgerschaft gebilligt. Durch die neue Gebührenordnung zahlen die Schaustellerinnen und Schausteller seit diesem Jahr nun deutlich höhere Entgelte. Warum ist das so? Wie viel wird dadurch eingenommen? Und was bedeutet dies für die Attraktivität des Freimarkts? Wir beleuchten die wichtigsten Fragen.

Warum wurden die Standgebühren für Volksfeste in Bremen erhöht?

Das Wirtschaftsressort verweist auf Nachfrage von buten un binnen darauf, dass seit der letzten Erhöhung der Standgebühren im Jahr 2013 die Kosten für Sicherheits-, Hygiene- und Umweltanforderungen sowie nach Tariferhöhungen auch die Personalkosten angestiegen sind. Die zuvor erhobenen Gebühren seien im überregionalen Vergleich "außergewöhnlich gering" gewesen.

Offen lässt das Wirtschaftsressort die Frage, in welcher Höhe die Kosten in den vergangenen zwölf Jahren exakt angestiegen sind. Rudolf Robrahn, der 1. Vorsitzende des Bremer Schaustellerverbandes, betont, dass eine moderate Erhöhung der Standgebühren für die Schaustellerinnen und Schausteller akzeptabel gewesen wäre. Stattdessen hätten sich die Standgebühren aber verdoppelt und verdreifacht.

Wie hoch sind die Standgebühren für die Schausteller auf dem Freimarkt?

Die Höhe der Standgebühren richtet sich laut der Gebührenordnung nach der Art des Betriebes. Am günstigsten ist es auf dem Bremer Freimarkt für Achterbahnen. Diese zahlen 15 Euro pro benötigten Quadratmeter für das Geschäft. Von Bauchläden wird wiederum mit einem Entgelt von 250 Euro pro Quadratmeter am meisten gefordert.

Kinderfahrgeschäfte und Autoscooter liegen bei 25 Euro pro Quadratmeter. Etwas günstiger ist es mit 20 Euro pro Quadratmeter für Riesenräder. Große Festzelte mit einer Fläche von mehr als 650 Quadratmetern müssen 30 Euro pro Quadratmeter zahlen. Ausschankbetriebe werden ansonsten bei 60 Euro pro Quadratmeter eingestuft. Imbissstände und Stände für den Verkauf von Champignons, Pizza oder Eis müssen 70 Euro pro Quadratmeter entrichten.

Wie hoch sind die Mehreinnahmen in diesem Jahr durch die Erhöhung?

Laut Wirtschaftsressort konnten im Jahr 2024 durch die Standgebühren für den Freimarkt etwa 677.000 Euro eingenommen werden. Für das Jahr 2025 wird mit Einnahmen in Höhe von 1,57 Millionen Euro kalkuliert. Dies entspricht einer Steigerung um 132 Prozent.

Nach dem Anstieg der Standgebühren in diesem Jahr kalkuliert das Wirtschaftsressort damit, dass durch die Osterwiese, den Freimarkt und den Weihnachtsmarkt die Gesamteinnahmen bei 2,44 Millionen Euro liegen werden. Betont wird, dass trotzdem keine vollständige Kostendeckung für die Veranstaltungen erreicht werde. Dies müsse, so Robrahns Auffassung, allerdings auch nicht der Fall sein.

Warum sollen der Freimarkt oder die Osterwiese kostendeckend arbeiten? Diese Veranstaltungen sorgen durch die touristischen Effekte trotz allem für einen Gewinn in der Höhe von mehreren Millionen Euro für Bremen.

Das Foto zeigt Rudolf Robrahn.
Rudolf Robrahn, 1. Vorsitzender des Bremer Schaustellerverbandes

Wird der Freimarkt durch die Erhöhung der Standgebühren in den kommenden Jahren an Attraktivität verlieren?

Schon vor dem Beginn des diesjährigen Freimarkts hatte Robrahn bei buten un binnen davor gewarnt, dass dieser "in kürzester Zeit nur noch ein provinzielles Schützenfest" sein wird, sofern die Standgebühren nicht wieder reduziert werden. Negative Entwicklungen habe er bereits auf der Osterwiese festgestellt.

Wir wissen, dass viele Schausteller das nicht lange mitmachen können. Warum gab es denn in diesem Jahr auf der Osterwiese keine Achterbahn und keine Wasserbahn? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es dies zuvor schon einmal gab.

Das Foto zeigt Rudolf Robrahn.
Rudolf Robrahn

Das Wirtschaftsressort wiederum kommt zu einer anderen Einschätzung. Dort wird davon ausgegangen, dass der Freimarkt mit seinen über 1,5 Millionen Besuchern "für die Schaustellerschaft weiterhin sehr attraktiv bleiben wird". Dies zeige bereits die nach wie vor hohe Bewerberquote. "Qualitätseinbußen" seien auch zuvor nicht bei der Osterwiese feststellbar gewesen.

Offen ist derweil aktuell noch, wie es weitergeht. Robrahn und einige weitere Schausteller haben vor dem Verwaltungsgericht Bremen gegen die Rechtmäßigkeit der neuen Gebührenordnung geklagt.

Die zu zahlenden Standgebühren unterscheiden sich zwischen dem Freimarkt, der Osterwiese und dem Weihnachtsmarkt teilweise eklatant. Warum ist das so?

Der Betreiber eines Greifspielautomats zahlt auf der Osterwiese 35 Euro pro Quadratmeter. Auf dem Freimarkt sind es jedoch 80 Euro pro Quadratmeter. Viele Schausteller müssen auf dem Freimarkt im Vergleich zur Osterwiese das nahezu Doppelte oder gar noch mehr an Standgebühren entrichten.

Das Wirtschaftsressort begründet dies damit, dass die Besucherzahl auf dem Freimarkt in etwa dreimal so hoch sei wie auf dem Ostermarkt. Zudem dauere der Freimarkt einen Tag länger an. Da dem Wirtschaftsressort durch den Freimarkt höhere Ausgaben entstehen, zugleich aber auch die Schausteller höhere Einnahmen generieren, werden die höheren Entgelte als angemessen angesehen.

Auf dem Weihnachtsmarkt müssen viele Schausteller noch einmal deutlich höhere Standgebühren zahlen als auf dem Freimarkt. Im Vergleich zum Freimarkt steigen diese für Ausschankbetriebe von 60 Euro pro Quadratmeter auf 225 Euro pro Quadratmeter an. Dies erachtet das Wirtschaftsressort aufgrund der "deutlich längeren Veranstaltungsdauer" und der "hohen Einnahmeerwartungen" der Ausschankbetriebe als gerechtfertigt.

Mehr über die Erhöhung der Standgebühren auf dem Bremer Freimarkt:

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 17. Oktober 2025, 19:30 Uhr