Vom Flüchtling zum Malermeister in Bremen

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Peter Bollhagen und Ammar Bilal – Unternehmer und Malermeister

Ammat Bilal fühlt sich voll integriert in Bremen. (Archivfoto) Bild: Radio Bremen | Leslie Melina Schmidt
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Ammar Bilal ist 2015 aus Syrien gekommen und eine feste Größe im Malereibetrieb seines Bremer Chefs. Warum er dennoch Angst hat, das Land verlassen zu müssen, erzählt er bei 3nach9.

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Ammar Bilal aus Syrien arbeitet seit 2018 im Bremer Malereibetrieb von Peter Bollhagen. Er liebt seinen Job: "Wir sind eine Maler-Familie. Mein Opa und mein Vater waren auch Maler in Syrien. Deswegen haben meine Brüder und ich uns entschieden, auch Maler zu werden." Dass er jetzt seinem Traumberuf nachgehen kann, ist aber nicht selbstverständlich.

Weil in Syrien Krieg herrschte, flüchtete Bilal mit 19 Jahren ohne seine Familie aus der Heimat. Sein Weg führte ihn über die Türkei und Griechenland bis nach Deutschland, wo er 2015 ankam. Ein Jahr musste er auf seinen Aufenthaltsstatus warten, bis er hier seine Lehre zum Maler und Lackierer anfangen konnte. Erst im Saarland, aber nach einem halben Jahr in der Ausbildung zog er nach Delmenhorst.

Die Arbeit half ihm bei der Integration

Die größte Herausforderung für Ammar Bilal war aber nicht die Bürokratie, sondern die Sprache. Er besuchte Deutsch- und Integrationskurse und ging sonntags in die Kirche, um das Sprechen zu üben. Und auch die Arbeit war eine gute Stütze, sagt er.

Ich habe drei Jahre lang gebraucht, bis ich ein bisschen konnte. Und klar, bei der Ausbildung hat es auch geholfen, sich jeden Tag mit dem Kunden oder mit den Arbeitskollegen zu unterhalten.

Ammar Bilal, Maler und Lackierer aus Syrien

Heute kümmert sich Bilal selbst um die Auszubildenden in seinem Betrieb. Oft kommen sie ebenfalls aus anderen Ländern.

Das kann auch sein Chef Peter Bollhagen bestätigen: "Ohne Zuwanderer müsste ich meinen Laden morgen dichtmachen", sagt Bollhagen, der Mitglied der FDP und Bremer Landesvorsitzender des Verbandes "Die Familienunternehmer" ist.

Teilweise haben hier bis zu 14 verschiedene Nationen gearbeitet, aktuell sind es 25 Menschen aus zwölf Nationen in aller Welt. Wir sind ein sehr buntes Team.

Peter Bollhagen, Chef eines Bremer Malereibetriebs

Ammar Bilal unterstützt die Auszubildenden bei der Suche nach Sprachkursen, leitet sie auf den Baustellen an und übt mit ihnen Deutsch. Wer sich integrieren will, kriegt in Deutschland auch die Chance dazu, betont er.

Die Türen sind überall offen. Man muss nur ein bisschen Gas geben, ein bisschen Planung machen und der Rest kommt von alleine.

Ammar Bilal, Maler und Lackierer aus Syrien

Wie Peter Bollhagen und Ammar Bilal die Stimmung im Land gegenüber Zuwanderern wahrnehmen, was es braucht, um einen Handwerkerbetrieb erfolgreich zu führen, und weshalb Ammar trotz gelungener Integration immer noch große Angst hat, das Land verlassen zu müssen, erzählen die beiden bei 3nach9.

Dieser Text ist zum ersten Mal im Oktober 2024 erschienen. Wir haben ihn überarbeitet und anlässlich der aktuellen 3nach9-Sendung noch einmal veröffentlicht.

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Bild: Radio Bremen
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Autorin

Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: 3nach9, 30. Januar 2026, 22 Uhr