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Mega-Sperrwerk soll vor Sturmfluten schützen

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Ein Schild warnt vor Hochwasser. Im Hintergrund Wasser.
Hochwasser dürften sich auch in der Weser-Region um Bremerhaven und Bremen häufen. Bild: dpa | Jan Eifert
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Klimawandel und Umwelteingriffe bringen mehr Weser-Hochwasser. Weil Deiche ihr Limit erreichen, könnte ein Sperrwerk helfen – doch das wird zum Streitpunkt.

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Nach aktuellen wissenschaftlichen Berechnungen könnte der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 mehr als einen Meter steigen, je nachdem, wie schnell sich die Erde erwärmt. Die Küstenländer müssen sich auf dieses Szenario vorbereiten – auch an der Nordsee, auch in Bremerhaven und Bremen. Wie kann sich die Region in Zukunft vor Sturmfluten schützen? Derzeit wird wieder über ein Megaprojekt diskutiert: Ein Sperrwerk in der Wesermündung, das sich im Fall einer Sturmflut schließen ließe.

Warum wird ein solches Wesersperrwerk gebraucht?

Der Klimawandel lässt den Meeresspiegel stetig steigen. Wie hoch, kann niemand sagen. Deshalb gilt es, sich gut vorzubereiten. Der Chef der Hafengesellschaft Bremenports, Robert Howe, rechnet mit bis zu anderthalb Metern. Deiche können jedoch nicht unendlich erhöht werden – sie stoßen bald an ihre Grenzen, warnt Howe.

Bei einer Sturmflut würden Überflutungen bis ins Hinterland drohen. In diesem Fall könnte ein Sperrwerk Schutz bieten. Laut Beatrice Claus vom WWF steigt die Sturmflutgefahr aber auch durch die Weservertiefung.

Der Vorschlag zum Wesersperrwerk kommt von Bremenports, die Schifffahrt als Interesse haben und mit dieser Diskussion davon ablenken wollen, dass die Außenweservertiefung eben auch die Sturmflutwasserstände erhöht – und damit das Risiko für Menschen. Vielleicht baut man irgendwann Sperrwerke, aber das jetzt als Schnellschuss in die Diskussion zu bringen, finde ich nicht legitim.

Beatrice Claus, WWF

Howe hält dagegen, die Weservertiefung mache nur wenige Zentimeter aus. Die Gefahr liegt für ihn ganz klar im Anstieg des Meeresspiegels, die Vertiefung hält Bremenports weiter für nötig. Dass es in Zukunft ein Sperrwerk in der Weser brauchen könnte, da sind sich beide einig. Über die Gründe sind sie uneins.

Was könnte ein möglicher Standort für so ein Sperrwerk sein?

Der Ort müsste dort sein, wo die Weser breit wird, also nahe der Mündung bei Bremerhaven. Howe hat dazu schon eine erste Idee.

Eine der kürzesten Linien ist natürlich einmal quer rüber Richtung Blexen. Da hat man so anderthalb Kilometer, wobei das Fahrwasser hier so 900 Meter, 950 Meter breit ist.

Robert Howe, Bremenports

Es wäre ein gewaltiges Bauwerk, das einmal durch die ganze Weser reichen würde. Bei drohenden Sturmfluten würden die Schotten dicht gemacht und das Wasser gestoppt. Die Kosten in der Wesermündung lägen laut Bremenports bei mehr als drei Milliarden Euro. Wilfried Döscher vom Deichverband hält das für eine sinnvolle Investition.

Wir müssen jetzt langfristig denken, unter einem langfristigen Gesichtspunkt auch an ein Weserwehr.

Wilfried Döscher, Deichverband

Wie sind die Reaktionen auf die Forderung von Bremenports?

Bisher gibt es nicht wirklich Reaktionen. Es ist auch nicht so, dass in absehbarer Zeit eine konkrete Entscheidung ansteht. Eher hat Bremenports-Chef Howe einen Stein ins Wasser geworfen und ein Problem angesprochen: Dass man eben Deiche nicht ewig erhöhen kann, sondern sich Gedanken machen muss, wie man sich in Zukunft anders gegen Sturmfluten und Hochwasser absichern kann – durch ein Sperrwerk zum Beispiel. Die Idee ist bereits seit vielen Jahren im Gespräch. Bis sich aber die Politik konkret damit befasst, wird es noch dauern, sagt auch ein Sprecher von Bremenports.

Wer müsste die Entscheidung treffen und das Sperrwerk finanzieren?

Laut Bremenports wären in erster Linie die Betroffenen gefragt, also die Bundesländer Bremen und Niedersachsen. Aber natürlich würde man auch den Bund in der Pflicht sehen, denn die Weser ist ja auch eine Bundeswasserstraße. Und auch die Deichverbände müssten wohl ihren Beitrag leisten.

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Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 28. November 2025, 11:40 Uhr